Samstag, 28. Februar 2009

Rein ins Flugzeug und weiter gehts

Das waren also 2 Monate Australien, da gehen sie hin!
Vor ueber acht Monaten sass ich auch am Flughafen, hab auf meinen Anschlussflug gewartet und meinen ersten Blogeintrag geschrieben.
Obwohl sich die verstrichene Zeit sehr kurz anfuehlt (im nachhinein) so ist es doch jetzt ein ganz anderes Gefuehl mit dem ich in die Maschine nach Asien steige.
Ich empfinde zwar einen gewissen Respekt vor der neuen Herausforderung in diesem Teil der Erde meinen Rucksack aufzuschnallen, aber die Vorfreude ueberwiegt und es hat sich auch ein gewisses Selbstvertrauen eingestellt, dass man ueberall zurecht kommt auch wenn man die Sprache nicht spricht.

Ausserdem bin ich gestaerkt von zwei Monaten im selben Bett schlafen, einen gewissen Alltag zu pflegen und den Tag mit lieben Menschen zu verbringen die sich fast schon wie Freunde anfuehlen.
Dazu gehoert auch Tina, das Zimmermaedchen aus Taiwan, die nach drei Monaten Ansaessigkeit in Perth mit uns und ihrem Gatten das erste mal in eine Bar gegangen ist. Als wir dann gemuetlich zusammen sassen
schien die Frage ob sie mal meine Haut und Haare anfassen duerfte ganz selbstverstaendlich. Das kannte ich vorher nur aus Peru.

Ansonsten hab ich fuer die letzten Tage weder aufregende Landschaftsaufnahmen noch die Tierwelt Australiens hautnah. Wie gesagt war es eher ein Stueck Alltag und dem entsprechend sind auch die Fotos:
http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/
Man koennte wohl ein ganzes Buch ueber die Anekdoten der Hostelgaeste schreiben, aber ich fuerchte da fehlt mir die Objektivitaet daraus einen interessanten Blogeintrag zu kreieren.
Zudem hat heute Nacht um 3.30 Uhr mein Wecker geklingelt und meine Kreativitaet leidet vielleicht allgemein ein wenig unter Schlafmangel.

Nur noch kurz eine kleine Geschichte die mir soeben passiert ist als ich Duty Free eine Gesichtscreme erstehen wollte.
Als die Verkaeuferin mich dezent fragte ob ich wohl in die Kategorie 20-25 fallen wuerde und sie die Verwunderung nicht unterdruecken konnte als ich sagte, dass ich 30 sei, mussten wir das Regal wechseln, da meine Haut nun also tatsaechlich schon spezielle Behandlung braucht.
Also wenn ich jetzt wieder beim Lotto spielen meinen Ausweis zeigen muss tausch ich das Produkt sofort um!

Auf Wiedersehen Australien, es war schoen bei dir!

Donnerstag, 19. Februar 2009

Das Leben im Hostel und drum herum

Einige Wochen bin ich jetzt schon in dem Hostel und erlebe Tag fuer Tag den Alltag vor und hinter dem Thresen.

Vor dem Thresen heisst so viel wie in einem sechs Bett Zimmer zu schlafen, hoffen dass man keine Bettwanzen im Zimmer hat, seine Lebensmittel so gut wie moeglich zu verpacken um sie dann in den ueberfuellten Kuehlschrank zu stopfen und jeden Tag neue Leute um sich zu haben.
Das stimmt allerdings nicht ganz denn in meinem Hostel bin ich nicht die einzige die einer Arbeit nachgeht und hin und wieder fuehle ich mich sogar eher wie in einer Wohngemeinschaft als in einem Hostel. Am besten geht das indem man neue Gaeste einfach ignoriert und versucht Gewohnheiten zu pflegen wie zum Beispiel das montaegliche Barbecue.
Leider leidet mein Englisch ein wenig darunter, da zwei meiner "Mitbewohner" Franzosen sind mit einem etwas eingeschraenkten Wortschatz und so hab ich mich auf kurze, einfache Saetze mit viel Hand- und Fussbewegung spezialisiert.
Zum Glueck hat man einen aehnlich ausgepraegten Sinn fuer Humor der auch ohne grosse Worte funktioniert.
Aber da ist ja auch noch Jantien, meine Retterin in der Not, nicht nur was gute Unterhaltung angeht. Denn nachdem ich drei Tage hintereinander Chinanudeln verzehren wollte war das wohl drei mal zu viel und mir wurde mit der heissen Suppe ein Zeichen gesetzt. Ein Brandzeichen auf meiner Hand naemlich. Vorgestern haben wir operiert und eine riesige Brandblase geoeffnet. Aber keine Angst, sie ist Krankenschwester und auch hier uebertreibe ich natuerlich mal wieder ein wenig.

Hinter dem Thresen heisst tatsaechlich so viel wie Spass haben. Das Wissen ueber ein nahes Ende dieses Jobs laesst ihn natuerlich in einem noch besseren Licht dastehen, aber ich muss sagen, dass ich es gerne mache. Die Arbeit im Hostel ist genau die richtige Mischung aus Stress, ein wenig Kopfarbeit, Routinesachen und Plauderei mit den Gaesten.
Da kann ich dann auch meinem englisch wieder auf die Spruenge helfen bis ich gefragt werde ob ich auch deutsch sei und einen uebergrossen Stolz auf dem Gesicht meines Gegeuebers entdecke weil er mich 'enttarnt' hat. Was wuerde Deutschland eigentlich machen wenn auf einem Mal alle zu Hause waeren und nicht im Urlaub. Da waere doch gar kein Platz fuer uns alle!

Mittwoch, 11. Februar 2009

Weltenbummler

Ich hab zwar noch ueber zwei Wochen in Australien, aber ich muss schon mal etwas los werden das sich wahrscheinlich in den naechsten Tagen nicht aendern wird.
Australien ist toll, aufregend, unglaubliche Landschaften, sehr nette Leute und ich kann unbedingt verstehen, dass man alleine hier ein ganzes Jahr reisen kann.
Allerdings habe ich fuer mich festgestellt, dass alles so sehr wie zu Hause ist, dass ich mich hin und wieder gefragt habe warum ich eigentlich hier bin.
Natuerlich wird eine andere Sprache gesprochen, es gibt viele giftige Tiere und waehrend man hier von einem Schatten zum anderen springt um die heissen Temperaturen zu ueberleben, schneit es in Deutschland. Und trotzdem fuehlt man sich nie fremd, kennt Gepflogenheiten und Vorgaenge.
Es war toll um wieder Kraft zu schoepfen und Sydney ist auf jeden Fall eines meiner Highlights, aber ich weiss einfach wie gut ich es zu Hause habe und mir ist noch mal bewusst geworden, dass ich nicht auf das alles verzichten moechte nur um in der Sonne zu sein.
Lateinamerika hat mich sehr beeindruckt und diese Erfahrung war genau das was ich von meiner Reise erwartet habe.
Deshalb freue ich mich jetzt auf Asien und die erneute Herausforderung jeden Tag ueber den eigenen Schatten springen zu muessen, sich mit Haenden und Fuessen zu verstaendigen und am Ende des Tages zu wissen, dass es sich lohnt mal aus den eigenen vier Waenden auszubrechen und sich fuer eine gewisse Zeit auf andere Pfade zu begeben.

Ach so, ein Weltenbummler bin ich uebrigens auch nicht. Noch mal muss ich mir eingestehen, dass ich nicht so richtig gut bin im troedeln und herumschlendern. Ausserdem gibt es eine Definition die sagt, dass es sich dabei um Weltreisende handelt bei denen der Schwerpunkt mehr auf der Reise an sich liegt, als daran das Ziel zu erreichen. Ich versteh schon was gemeint ist, aber ich habe sehr gerne ein Ziel und wenn man trotzdem die Augen aufhaelt und offen ist fuer neue Eindruecke, dann kann daran doch eigentlich auch nichts schlechtes sein.
Deshalb bevorzuge ich fuer mich den Ausdruck Weltreisender!

So, genug jetzt aus den Wirren der Anja W. - Tschaka!

Mittwoch, 4. Februar 2009

Es gibt fuer alles ein erstes mal

Und somit auch fuer meinen ersten Familienurlaub in weiter Ferne und das erste Festival welches ich alleine bestritten habe.
Aber jetzt mal in chronologischer Reihenfolge, ist ja schliesslich schon eine Weile her dass ich geschrieben habe und ich habe mich sehr ueber die Nachrichten gefreut in denen ich darauf aufmerksam gemacht wurde.

Es war also soweit, es ging ins Outback. Ich fuehlte mich ein wenig an die Universal Zeit erinnert, denn ich war bewaffnet mit einer dicken Mappe Hotel-, Flugbuchungen und anderen Informationen. Ehepaar Wirrwa konnte also betreut werden. Es gab aber auch ein straffes Schedule zu bestreiten mit allem drum und dran, inklusive schlafen unterm Sternenhimmel, Wanderungen in unvorstellbarer Hitze und eine Truppe die unberechenbarer als ein Pralinenkasten sein kann.

Ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, aber man kann wohl sagen, dass "unvorstellbare Hitze" extrem untertrieben ist; die Sterne einen auch nicht von den Skorpionen und Dingos ablenken konnten; heisses, aufbereitetes Wasser fuer immer von meiner Ernaehungsliste gestrichen ist und Froesche in Toiletten immer noch besser sind als Mutantengrasshuepfer in der Dusche. Aber auch das hat dazu beigetragen, dass es ein unvergessliches Erlebnis wurde und unser Pralinenkasten hielt ein paar Schaetze parat wie unter anderem unseren Bushi, ein durchgeknalltes aber sehr liebenswuerdiges Original.
So wurden Hoehenaengste ueberwunden, spannende Geschichten ausgetauscht und unglaubliche Landschaften bestaunt.

Als perfekte Erholungskur kam uns danach Kangaroo Island (http://en.wikipedia.org/wiki/Kangaroo_Island) sehr gelegen. Diese Insel ist die Formvollendung von Disney Land...nur ohne Maerchenfiguren...oder so aehnlich. Auf jeden Fall kann man ohne viele Kilometer hinter sich zu legen einem Imker ueber die Schulter sehen, in wunderschoenen Buchten entspannen, eine Menge Tiere beobachten, in Haeusern wohnen die man an Anhaengerkupplungen spannen kann und vieles, vieles mehr.

Abschliessend kann man sagen, dass wir eine sehr schoene Tour zusammen hatten und ich hoffe, dass die Beiden noch lange davon zehren koennen!

Und damit mich die Arbeitswelt nicht ganz von meinem Lotterleben abbringt hab ich mich kurz nach Ankunft in Perth mit dem Big Day Out Festival (http://www.bigdayout.com/perth.php) belohnt. Wo ein gewisser Herr Ban, Ray Ban, am Eingang anscheinend seine Sonnenbrillen verteilt hat. Noch nie habe ich so viele Wayfarer Modelle auf einem Haufen gesehen. Es handelt sich dabei also um die gemeine Festivalsonnenbrille. Weiss ich das jetzt auch.
Ansonsten war es schoen zu sehen, dass sich einige Fakten anscheinend weltweit durch alle Festivals ziehen. Es gibt immer einen Hauptakt der aus dem Rahmen faellt (Neil Young), eine Band die auf einer viel zu kleinen Buehne spielt und ich somit immer zu spaet komme und nicht mehr rein darf (The Prodigy), einen Auftritt auf den man sich sehr gefreut hat und der einen enttaeuscht (Arctic Monkeys) und ein paar Bands denen man bis jetzt noch keine Beachtung geschenkt hat und die man fuer sehr gut empfindet (Sneaky Sound System, Lupe Fiasco, The Living End).
Ich kann nicht leugnen, dass ich mir in sehr vielen Situationen die unterschiedlichsten Freunde herbei gewuenscht habe, aber somit konnte ich wenigstens niemanden verlieren und hatte Zeit fuer eine kleine Feldforschung. So ist mir zum Beispiel extrem aufgefallen, dass ich den Konsum von Drogen noch nie so oeffentlich beobachten konnte. Aus diversen Tuetchen wurde Diverses auf unterschiedlichste Arten eingenommen und ich frage mich noch mal ob die strikte Kontrolle von Alkohol und Zigaretten der richtige Ansatz ist.
Die Jugend Australiens war auf jeden Fall ausser Rand und Band und ich hatte Freude daran Zaungast zu sein.

Das wars fuers erste. Ab jetzt muesst ihr euch wieder fuer meine Alltagsgeschichten Interessieren denn ich werde den kompletten Februar arbeitend in Perth verbringen bevor es dann nach Asien geht.

Ach so, das noch: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/