Dienstag, 19. August 2008

Welcome to the Jungle

Die Tour in den Oriente Ecuadors war wohl mein beeindruckendstes Naturerlebnis, aber trotz alledem moechte ich die Touren die wir vorher von Quito aus gemacht haben nicht unter den Tisch fallen lassen.

Ich als alte Flachlandpommeranze war naemlich in 5100 Metern auf dem Cotopaxi (http://de.wikipedia.org/wiki/Cotopaxi), dem zweithöchsten Berg Ecuaduors und einem der höchsten aktiven Vulkane der Erde!
Na gut, insgesamt ist er fast 6000 Meter hoch und ich war also nicht ganz oben sondern "nur" bis zum Gletscher, aber wer das Gefuehl nicht kennt in der Hoehe zu sein, der kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen wie anstrengend das ist. Mein ganzer Koerper hat nur noch danach geschrien mich flach auf den Boden zu legen und mir einen ungefaehr 20 Stunden Schlaf zu genehmigen. Aber die Aussicht hat sich schon gelohnt!
Deshalb haben wir uns dann auch noch mal in die Berge begeben zum Kratersee Quilotoa (http://de.wikipedia.org/wiki/Quilotoa). Den Aufstieg konnten wir zum Glueck auf dem Ruecken von Mulis geniessen und anschliessend ging es gleich in den Nachtbus nach Lago Agrio von wo wir in den Cuyabeno-Nationalpark (http://de.wikipedia.org/wiki/Cuyabeno-Nationalpark) gestartet sind.

Vier Tage und drei Naechte Mitten im Amazonas-Regenwald und selbst einen Tag nach Rueckkehr kann ich noch nicht recht glauben was ich da alles erleben durfte.
Kurz zusammen gefasst kann ich sagen wir hatten sehr viel Glueck mit dem Wetter, einen super tollen Guide der seit seiner Geburt im Regenwald lebt und eine tolle Lodge mit hervorragendem Essen. Allerdings natuerlich auch recht viele ungebetene Gaeste um mit den Vogelspinnen im Dach nur einige zu nennen. Unsere Huette mussten wir zum Glueck nur mit sehr vielen Kakerlaken teilen und man wundert sich schon sehr wie sich die Einstellung diversen Insekten gegenueber veraendern kann. Kommt man von einer Nachtwanderung auf der man Handgrosse Spinnen und andere Krabbeltiere gesehen hat, so kann man einer 5cm grossen Schabe doch recht gelassen gegenueber treten.
Um sich bei Nacht allerdings ueber die lauten Naturgeraeusche zu freuen und darueber hinaus einzuschlafen, musste man sich jedoch schon ein wenig konzentrieren und ausblenden, das all diese Tiere sich theoretisch in unsere Unterkunft verirren koennten.

Wenn man dann allerdings am naechsten Morgen ins Kanu steigt und ueber die Fluesse des Urwalds faehrt, dann ist man sofort doppelt und dreifach fuer eine schlaflose Nacht entschaedigt.
Und wenn der Tag dann damit endet, dass man im Boot auf der grossen Lagune treibt unter einem wolkenlosen Himmel und auf der einen Seite den tollsten Sonnenaufgang hat waehrend auf der anderen Seite ein riesen grosser Mond aufgeht, dann kann es sich eigentlich nur noch um einen kitschigen Hollywoodschinken handeln bei dem man die Farben nachbearbeitet hat.
Aber ich habs erlebt und beim Schreiben schlaegt mein Herz immer noch schneller, ehrlich!

Das ganze wurde dann noch skuriler als wir am letzten abend zwei Kanadier bei einem Schamanen abgesetzt haben damit die einer Zeremonie beiwohnen konnten bei der eine Droge, gewonnen aus einer Liane, konsumiert wird um den Koerper zu reinigen und man dadurch zwei Stunden lang Halluzinationen hat. Die Beiden wurden am naechsten Tag wohlbehalten zurueck gebracht und fuehlten sich wie neu geboren. Ausserdem hat der eine dadurch Jaguar gesehen die den Leuten ohne Drogen leider vergoennt gewesen waren.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Mensch Anja, das hört sich alles so phantastisch und abenteuerlich an. Ich bewundere dich für deinen Mut und finde es so schön, dass du uns auf deiner Reise mitnimmst!!!! Danke für die spannenden Berichte!! Pass weiterhin gut auf dich auf, drück dich, Tami