Freitag, 22. Mai 2009

War was?!?

Vor über einem Monat hatte ich wieder heimischen Boden unter den Füßen. Und wenn ich dachte die 10 Monate des Reisens sind schnell vergangen, dann muss ich in den letzten Wochen in einem Zeitloch gewesen sein.
Ich habe mir oft vorgestellt wie es sein wird wieder zu Hause zu sein; Freund, Freunde und Familie wieder zu sehen und hatte die heimliche Befürchtung, daß sich doch mehr verändert hat als alle behaupteten. Oft habe ich von anderen Reisenden gehört, daß man etwas braucht um wieder rein zu kommen und die erste Zeit in Gedanken zum Teil noch weit weg ist.
Ich weiß es jetzt, und es hat sich viel verändert! Familien wurden gegründet, wichtige Entscheidungen getroffen und einfach mal eine ganze Zeit lang ohne mich gelebt (ob das nun Auswirkungen hatte oder nicht). Aber es fühlt sich toll an! Als hätte man auf "Reset" gedrückt. Lange habe ich den Aufenthalt in meiner Heimat an der Nordsee nicht mehr so sehr genossen und die Wochenenden in Hamburg waren wie Urlaub in einer neuen Stadt.
Ich genieße die Dinge auf die ich mich gefreut habe, die ich vermisst hatte und noch mehr auf Vieles das mir erst jetzt wieder bewußt wird. Das Repertoire reicht vom morgendlichen Brötchen holen, der steifen Brise an der Nordsee bis hin zu den Klamotten von denen ich schon vergessen hatte, daß es sie gibt.

Und was war nun das Schönste? Hatte ich auch mal Angst? Bin ich krank geworden? Welches Land hat mir am besten gefallen? Habe ich viele Leute kennen gelernt?
Ich versuche mal die am häufigsten gestellten Fragen ein wenig zusammen zu fassen:

310 Tage war ich unterwegs.
Davon war mein Magen- und Darmtrakt mindestens 60 Tage im Ausnahmezustand (besonders in Mexiko), aber man gewöhnt sich auch daran. Schnell bekommt man einen Blick für die nächste Toilette oder einer ruhigen Ecke in der man sich unauffällig übergeben kann.
Ca. 180 Tage davon hatte ich in meinem Ohr ein Insekt das man mir in Australien entfernt hat. Ist allerdings wohl beim eintreten recht schnell verstorben und hat keinen Unfug gemacht.
1 mal habe ich eine falsche Banknote bekommen. Das ist aber auch alles in Sachen Kriminalität. Was wohl daran liegt, dass es nicht so gefährlich ist wie alle sagen, ich sehr auf mich aufgepasst habe und mein Schutzengel fleißig war.
Durchschnittlich 10 mal am Tag wurde mir in Südamerika ein Kompliment hinterher gerufen. Ich hätte davon welche aufnehmen sollen um sie mir jetzt hin und wieder mal vor zu spielen.
Unzählige male habe ich die Unterkunft und somit das Bett gewechselt was mir überraschend wenig ausgemacht hat. Auch wenn man bedenkt dass dieser Umstand direkt mit dem immer wieder zu packenden Rucksack zusammen hängt.
Gefühlte 23.498 mal habe ich mich gewundert und nicht verstanden was, warum und wieso etwas passiert. Aber mindestens genau so oft habe ich mich darüber gefreut.
Im Schnitt mußte ich mindestens 4 mal am Tag über meinen Schatten springen was die ganze Geschichte sehr anstrengend aber ebenso unvergesslich macht.
Meine Wäsche hat vielleicht 20 Mal Seife gesehen und das kombiniert mit kaltem Wasser und tropischen Temperaturen kann zu einiger Geruchsbildung führen. Die Anzahl der Male die ich meinen Rucksack öffnete und der Ohnmacht nahe Stand möchte ich aus persönlichen Gründen hier nicht veröffentlichen.
Ich esse gerne und scheue nicht vor neuen Geschmacksrichtungen, deshalb komme ich bei der Zahl der verschmäten Gerichte nur auf eine 1 (dabei handelt es sich aber auch um einen für Hühnchen gehaltenen Kuhmagen).
Weggefährten gab es viele und überschreitet bestimmt die 100 Marke, davon schafften es vielleicht 30 zu Facebook und zu 10 hab ich noch Kontakt und es besteht die ernste Absicht sich wieder zu sehen.

So könnte ich jetzt noch stundenlang weiter machen, aber das ganze soll ja auch mal ein Ende haben. Daher nehme ich jetzt den Abspann vorweg und möchte mich noch bedanken.
Bei Christian dem die Zeit wohl mindestens genau so lang vorgekommen ist wie mir und sich trotzdem nichts und alles geändert hat. Meine Familie die mir so viele Schutzengel mit auf den Weg gegeben hat und trotz Bedenken sich nicht zu viel hat anmerken lassen. Adriana die gesagt hat "wenn Anja das sagt, dann macht sie das auch" und ich somit nicht mehr zurück konnte. Miko und Benni für die das auch keine Frage war und schon ein Jahr vorher angefangen haben mich einzudecken. Pati und Eva ohne die meine Reise wohl schon eher zu Ende gewesen wäre. Allen die sich auf den Weg gemacht haben um gemeinsam über Schatten zu springen und natürlich jedem einzelnen der diesen Blog gelesen hat! Ich habe so schöne Rückmeldungen dazu bekommen und hoffe ich konnte ein paar Länder ins Wohnzimmer, an den Arbeitsplatz oder wohin auch immer bringen.

Und wo war es denn jetzt am Schönsten??
ZU HAUSE

Montag, 20. April 2009

Kurz vor Knapp

Wie werde ich es vermissen...gerade sitze ich mal wieder in einem Internetcafe in Bangkok und es ist eigentlich eher eine Spielhoelle. Ich hatte schon einige solcher Lokalitaeten in denen das Durchschnittsalter bei elf Jahren liegt und man lautstark verkuendet ob es bei dem laufenden Onlinespiel gerade spannend wird. Dazu hoert man Granaten explodieren und Maschinengewehre rattern.
All das kann mich heute nicht aus der Bahn werfen, denn es wird wohl erstmal der letzte offentliche Ort sein an dem ich mich im World Wide Web bewege. Denn heute Nacht geht es nach Hause!

Ich bin mir sicher meine Zeit in Kambodscha wird, wie bei allen anderen Laendern auch, noch reifen und es wird mir als ganz tolles Land in Erinnerung bleiben.
Es wurde sehr viel gelaechelt und gekichert. Wenn es irgendwo nicht weiter ging half das immer!
Leider ist es im Vergleich zu Thailand recht teuer. Was aber eher daran liegt, dass einem wenig Alternativen geboten werden. Wenn man zum Beispiel in Mexiko guenstig reisen wollte, dann hat man sich einfach an die Strasse gestellt und auf ein Pick Up gewartet das fuer sehr wenig Geld die Einheimischen umher faehrt. Das haette in Kambodscha vielleicht auch funktioniert, aber wenn die Verstaendigung sehr eingeschraenkt ist kann sowas abenteuerlich werden. Zudem scheint es einen vorgefertigten Weg fuer Touristen zu geben und weicht man von dem ab stoesst man zum Teil auf grosse Unsicherheit mit dem Umgang eines "Fremden".
Und es ist natuerlich ein armes Land und das Geld der Touristen ist lebensnotwendig.

Schon ertaunlich wie sich Sichtweisen immer wieder veraendern. Bangkok kommt mir ploetzlich sehr sauber, modern und geordnet vor.
Auf jeden Fall geordneter als mein Kopf momentan denn in wenigen Stunden ist das vorbei worauf ich ein Jahr gewartet hab um es dann fast ein Jahr auszukosten.
Zehn Monate in denen alles anders war und jeder Tag aus einem Abenteuer bestand.
Und trotzdem war ich in den letzten zwei Jahren selten so aufgeregt wie jetzt kurz vorm Heimflug!

Daher brauche ich fuer einen passenden Abschlusssatz auch noch ein wenig Bedenkzeit!
Ausserdem kann ich diesen Blog nicht beenden ohne ein knackiges Fazit.
Und das mache ich dann ganz in Ruhe an meinem Rechner ohne Kriegsgeraeusche!

Bis dahin gibts die letzten Fotos: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Donnerstag, 16. April 2009

Ostern auf Rabbit Island

Was soll ich schreiben...wenn ihr wissen wollt wie es mir geht:
Noch vier mal schlafen dann gehts nach Hause!!!
Das hat aber gar nichts mit dem Land zu tun sondern einfach nur damit, dass mein Kopf schon halb im Flieger sitzt und ich denke es ist wohl ein ziemlich gutes Zeichen wenn man sich so sehr auf zu Hause freut.

Darunter leidet allerdings auch ein wenig meine Motivation und Kreativitaet was diesen Blog angeht denn schliesslich kann ich es euch bald persoenlich erzaehlen!

Auf jeden Fall hab ich mich aber an Kambodscha gewoehnt. Bin allerdings auch zufaellig mit meiner Cousine und ihren vier Freunden unterwegs was die Situationen tatsaechlich oefter vereinfacht als verkompliziert.
Phnom Penh war spannend und gar nicht so schlimm wie befuerchtet oder einem erzaehlt wird. Ich konnte nicht feststellen, dass der Verkehr oder das Gewusel allgemein noch schlimmer ist. Wie auch?
Wir haben einiges ueber die Rote Khmer gehoert was einen ganz schoen umhaut vor allem wenn man bedenkt wie kurz das ganze her ist. Man kommt einfach nicht drumherum sich bei dunklen Gestalten im gewissen Alter zu fragen welchen Teil sie in dieser Geschichte gespielt haben.
Man trifft aber immer wieder auf junge Menschen die ueber die Vergangenheit ihres Landes sprechen wollen und auch kein Blatt vor den Mund nehmen wenn es um die Ungerechtigkeiten geht die sich immer noch tag taeglich abspielen.

Danach wurd es dann aber um einiges ruhiger und wir uns in kleinen Kuestenorten und einsamen Inseln aufgehalten.
Es stimmt schon, dass die Straende mit den Thailaendischen nicht mithalten koennen, aber in Thailand findet man wahrscheinlich keine Insel mehr auf der man als absolute Attraktion gilt und sich vor lauter neugieriger Menschen kaum noch retten kann. Da spielt dann auch keine Rolle mehr ob du Geld hast oder wertvolle Gegenstaende. Hauptsache man darf mal anfassen, sich alles genau ansehen und zusammen sitzen um auf welcher Sprache auch immer zu kommunizieren. Vor allem mit Kindern geht das ganz hervorragend und als ich ihnen erlaubt hab meine Haare zu frisieren hatte ich Freundinnen fuers Leben!

Sonntag, 5. April 2009

Sua s'dei Kampuchea

Neues Land, neues Glueck: Kambodscha.
Ich mag generell nicht gerne Grenzen auf dem Landweg ueberqueren da man nie weiss was oder wer einen erwartet und dieses Exemplar war besonders chaotisch.
Ich wuerde behaupten, dass keine Information die ich in den Grenzorten weder auf Thailaendischer noch auf Kambodschanischer Seite bekommen habe der Warheit entsprochen hat.
Auf der Suche nach einem Busbahnhof haben ploetzlich alle Sprache oder Orientierung verloren damit ich mich meinem Touristenschicksal hingebe und schliesslich ein teures Taxi in meinen Zielort nehme. Nicht mit mir! Und da ich mich in Begleitung einer sehr dominanten Franzoesin befand haben wir am Ende verschwitzt, staubig und ziemlich entnervt unseren Willen bekommen.

Zum Glueck liess das Erlebnis nicht auf den Rest des Landes schliessen und seitdem hatte ich es mit sehr hilfsbereiten und freundlichen Menschen zu tun.
Da war zum Beispiel mein Mopedfahrer in Battambang der mich von Tempel zu Reispapierherstellung bis hin zur Fischkaesefabrik gefahren hat. Momentan ist hier Nebensaison und er hat als Fahrer im Schnitt einmal in zehn Tagen einen Auftrag fuer den er ungefaehr 8 Dollar bekommt.
Und da Not bekanntlich erfinderisch macht hat er kurzer Hand seine Mutter und Schwestern an mich vermittelt und ich bekam am darauffolgenden Tag einen Kochkurs in der Geburtshuette meines Fahrers inklusive Einkaufen auf dem Markt (der tatsaechlich noch abenteuerlicher war als die Maerkte dich ich aus Peru kenne).
Es einen Kochkurs zu nennen ist vielleicht ein wenig hoch gegriffen, aber ich war dabei als Fisch Amok gekocht wurde und durfte bei der Zubereitung helfen. Es war ein tolles Erlebnis zu sehen wie die Familie lebt und mit ihr zusammen zu essen auch wenn ausser dem Fahrer keiner englisch gesprochen hat. Als Ehrengast wurden mir auch die Innereien zuteil die ich grosszuegig mit allen geteilt habe.

Von Battambang ging es mit dem Boot sieben Stunden ueber einen Fluss nach Siem Reap in die Heimatstadt von Angkor Wat. Am Flussufer haben Fischerfamilien gewohnt deren Hausstand zum groessten Teil nur aus einer Haengematte und zwei Toepfen bestand. Mir faellt es schwer darueber eine Meinung zu bilden, hab ich doch immer wieder Kinder gesehen die gut genaehrt am Rand standen um uns froehlich zu winken.

In Siem Reap befinde ich mich ploetzlich wieder in einer ganz anderen Welt, denn fuer die Touristenmassen die Angkor Wat ansteuern hat sich ein Ort entwickelt bei dem auf nichts verzichtet werden muss. Auch hier wird man natuerlich mit der Armut konfrontiert und ich frage mich wie man ein Land bereisen soll in dem man immer wieder in die Situation kommt sich fuer seinen "Reichtum" zu schaemen und nicht weiss wie man reagieren soll.
Muetter mit offensichtlich kranken Kindern auf dem Arm fragen nach Geld und auf der anderen Seite erfaehrt man, dass Kinder hier umsonst behandelt werden und gerade eine Familie die notwendige Operation eines Wasserkopfes abgelehnt hat weil es so die Haupteinnahmequelle ist.
Allerdings sieht man nur wenige die sich ihrem Schicksal hingeben. Auf mich macht es den Eindruck als gebe es sehr viel Hoffnung, dass es nur noch bergauf gehen kann nachdem was das Land schon alles durchgemacht hat und jeder versucht seinen Platz zu finden und auf diverse Weisen Geld zu verdienen.
Dabei muss ich auch bemerken, dass ich mich hier sehr sicher fuehle und ausser ueberhoehten Preisen fuer Touristen keine negativen Geschichten gehoert oder erlebt habe.

Ich befuerchte, dass dieser Blogeintrag recht negativ ausgefallen ist, aber dieser Teil der Reise gehoert auf jeden Fall zu den Erlebnissen die ich nicht missen moechte und man darf auch nicht vergessen, dass Kambodscha ein wunderschoenes Land ist in dem Angkor Wat nur eins von vielen Sehenswuerdigkeiten ist. Wer allerdings jetzt einen Bericht ueber die Wunder und Wirkung von Angkor Wat im Sonnenaufgang erwartet, der hat meinen Eintrag ueber die Ruinen und mich nicht gelesen. Nur so viel: Es war schoen!

Montag, 30. März 2009

Disco dancing

Fuer die letzten zwei Naechte mit Andrea und Flo haben wir uns noch mal was ganz besonderes ausgesucht und sind mit Zug und Boot direkt ins Paradies gefahren. Das Bon Ton Resort http://www.bontonresort.com.my/ liegt auf der Insel Langkawi und ist wohl das Gegenteil von dem was man unter einem Resort versteht. Nach einer fast schlaflosen Nacht in einem Roedelzug inklusive indischem Ruelpskonzert fanden wir uns in einer antiken malayischen Villa wieder die mit so viel Liebe eingerichtet wurde, dass man sich sofort wohl fuehlte. Das Personal war einfach hundert Prozent ohne das man sich als verlotterter Backpacker fehl am Platze vorkam und die tausend Katzen und Hunde die dort aufgepeppelt wurden haben alles noch gemuetlicher gemacht. Ausserdem konnte man keine Stunde auf dem Resortgelaende verbringen ohne mit einer leckeren Kleinigkeit ueberrascht zu werden bis hin zur Kokusnuss die frisch vom Baum gepflueckt wurde. Ich gebe zu das hoert sich jetzt alles nach All-Inclusive-Anlage an, aber ich baue einfach darauf, dass ihr mir in diesem Punkt vertraut.

Ach so, hatte ich letzten zwei Naechte geschrieben? Genau genommen war es nur eine. Das viel uns allerdings erst ein paar Stunden vor Abflug auf, denn der Flieger ging nach Mitternacht und da kann man ja auch mal mit dem Tag ins schleudern kommen. Was fuer eine Aufregung, vor allem in anbetracht der Tatsache, dass wir 13 Zugstunden von Kuala Lumpur entfernt waren.
Aber zum Glueck haben wir alle schnell geschaltet und so wurden die Beiden in nassen Badesachen ins naechste Flugzeug verfrachtet und alles war gut. Direkter kann man vom Strand wohl nicht nach Hause fliegen.
Aber ich wuerde sagen der Stress hat sich gelohnt und wir hatten wirklich verdammt viele Highlights auf unserer gemeinsamen Reise!

Jockel und ich haben dann da weiter gemacht und die groessten Anstrengungen des Tages bestanden darin die Insel oder den Strand zu wechseln. Malaysia hat schon noch ein paar Perlen versteckt, aber viele Ziele sind leider sehr ausgeschlachtet und oft vermuellt.
Hinzu kommt, dass gefuehlt 99,9% Malaysias aus Palmoelplantagen besteht. Sehr schade!

Ausgeruht konnten wir dann Bangkok auf uns wirken lassen und haben nichts ausgelassen.
So sitze ich hier jetzt mit Augenraendern und erhole mich von Maerkten, Schneidern, Shopping, Getraenken in schwindelerregender Hoehe (http://www.banyantree.com/bangkok/facilities/dining/vertigo.html) und endlich mal wieder Disco dancing (Zitat: Tuk Tuk Fahrer) mit LTJ Bukem!

Und jetzt noch ein letzter Punkt in eigener Sache:
Ich habe meinen Rueckflug gebucht und bin am 21. April wieder in der Heimat!
Also haltet euch die Terminkalender frei, ich kann es kaum erwarten alle wieder zu sehen!!!

Und bis dahin: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/?saved=1

Montag, 16. März 2009

Ich bin die Nr. 10 und schwimme mit den Barracudas

Es gibt einige Sachen die mir waehrend meiner Reise bevor standen und der Tauchkurs war auf jeden Fall unter den Top 5.
Monate vorher ist es leicht gesagt, dass man natuerlich gerne einen Tauchurlaub machen moechte und ich wuerde einfach schnell meinen Open Water Schein machen und dann ein wenig spaeter mit den anderen zusammen tauchen.
Umso naeher der Termin allerdings rueckte umso intensiver hab ich mich mit dem Gedanken versucht anzufreunden, dass es vielleicht nichts fuer mich ist, ich Panik kriegen koennte Unterwasser und dass es ja auch schoen ist zu schnorcheln. Man hat dann zumindest die Bootsfahrten und die Zeit zwischen den Tauchgaengen zusammen.
Da hatte ich aber die Rechnung ohne meine Herkunft gemacht. Und ich bin doch eine Nordseekrabbe!
Als haette ich mein Leben lang unter Wasser geatmet hab ich mich in den Untiefen (bis zu 25 Meter) bewegt wie eine Meerjungfrau. Na gut, fast!
Ehrlich gesagt hatte ich beim dritten Tauchgang das dringende Beduerfnis meinen Kopf ueber Wasser zu bringen und richtigen Sauerstoff zu atmen. Da hatte mein Lehrer allerdings was dagegen und hat mich runter gezogen. Ist ja auch nicht so gesund so schnell aufzutauchen und waehrend ich ueberlegt hab wie ich ihn schnellst moeglich von meinen Flossen kriege, hatte ich mich auch schon wieder eingekriegt.
Allerdings hat die Umgebung es einem auch sehr leicht gemacht denn es gab so viel zu sehen.
Als Highlight wuerde ich wohl das schwimmen mit und inmitten einer riesen grossen Barracuda Schule nennen.
Sipadan ist oder war zumindest eine der schoensten Tauchgebiete der Welt und fuer mich als blutiger Anfaenger natuerlich sehr ueberwaeltigend. Zudem hatten wir eine sehr passende Unterkunft auf einer alten Oelplattform inklusive Service eines 5 Sterne Hotels (http://www.seaventuresdive.com/). Ein gelungener Auftakt meiner Tauchkarriere auch wenn ich befuerchte, dass es schwer wird das zu toppen. Da kann die Nordsee leider einpacken.

Kaum durchgeatmet, schon finden wir uns in Kuala Lumpur wieder. Wuselig, stinkig, laut und dreckig. Aber im positiven Sinne...na gut, die Ratte im Hostelflur haette nicht sein muessen, aber es gibt viel zu sehen!
Und wenn man eine Aufheiterung braucht liest man sich einfach ein paar Schilder durch. Hier wird alles eingemalayischt. Taxi wird zu Teksi, Express zu ekspres und Counter Kaunter.
Herrlich!

Und hier die ersten Tage Asien in Bildern: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Montag, 9. März 2009

Ich bin ein sehr gluecklicher Mensch

Einen Berg zu besteigen, in diesem Fall den Mount Kinabalu (http://de.wikipedia.org/wiki/Kinabalu) ist schon eine sehr aufregende Angelegenheit. Vor allem wenn es hoch auf 4000 Meter geht und die letzten drei Stunden Nachts im Dunkeln bestritten werden. Am Tag zuvor ging es naemlich erstmal bis zum Basislager auf 3300 Meter wo man sich von den ersten sechs Kilometern Weg bergauf erholen konnte.
Um drei Uhr Nachts wurde dann weiter gestiefelt um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben. Bergsteigerprofis wie wir hatten natuerlich an nichts gedacht und so musste alles uebereinander gezogen werden um die naechtliche Kaelte einigermassen zu ueberstehen. Ausserdem liess die Beleuchtung stark zu wuenschen uebrig da keiner von uns an eine Taschenlampe gedacht hatte.
Natuerlich war mir klar, dass man mit Hoehenangst auf 4000 Meter schon Schwierigkeiten bekommen koennte, aber da ich es mittlerweile eher als gesunden Respekt vor der Hoehe betiteln wuerde, wurde mir erst mulmig als wir uns an Seilen ueber die glatte und vor allem sehr steile Felswand ziehen mussten.
Ich hab es geschafft, ich war ganz oben! Hab es dann allerdings bei morgengrauen vorgezogen schnell wieder den Rueckweg anzutreten da mir bei Rundumbeleuchtung erst das Ausmass der Hoehe und vor allem der Steilwand zur linken bewusst wurde.
Was dann kam war einer der wenigen Moment im Leben wo man sein Glueck kaum fassen kann. Da stand ich nun, dem Himmel so nah, die Welt zu meinen Fuessen und erfuellt von der Natur!
Da haben sich die schlottrigen Knie beim Abseilen und das tagelange Muskelkater in den Beinen unbedingt gelohnt!
Ganz bestimmt ein Ereignis das sich unter meinen Top 10 Naturerlebnissen wieder findet.

Aber dann sind da noch die Erlebnisse fuer die man keinen Berg besteigen, nicht aus einem Flugzeug springen oder alte Ruinen besichtigen muss.
Es sind die Alltaeglichkeiten die einen umgeben und zu denen man im normalfall doch so wenig Zugang hat. Und damit das nicht so bleibt gibt es Organisationen wie Miso Walai Homestay (http://www.misowalaihomestay.com/) die einem ermoeglichen in Familien zu wohnen und dabei die Natur Borneos zu erleben.
Umgesetzt sieht es dann so aus, dass man an einer Bruecke mitten im Nirgendwo aus einem Bus steigt, sich den Weg zu dem Hauptquartier bahnt, einen Plan fuer den naechsten Tag erhaelt und einer Familie zugewiesen wird.
Als wir dann zu unserem neuen zu Hause gebracht wurden war ich schon ganz schoen aufgeregt. Schliesslich sehen hier die meisten Haeuser von aussen doch recht einfach aus und manchmal kommt es einem so vor als waeren sie nur auf Stelzen gebaut damit man Platz fuer die Muellentsorgung hat.
Wenn man allerdings so herzlich empfangen wird wie wir von unserer Familie, dann kann man sich nur noch wohl fuehlen. Ich gebe zu die Bauweise, das essen mit den Haenden und die Toilette im Stil "Loch im Boden" sind ein wenig gewoehnungsbeduerftig, aber waehrend ein grosser Teil der Familie auf dem Boden geschlafen hat wurde das Tourizimmer sehr westlich eingerichtet.
Das Haus platzte allerdings auch aus allen Naehten da die Schwester mit ihren acht Kindern zu Besuch war und wir somit ueber zwanzig Personen waren. Ein Gluecksgriff fuer uns denn so war die Huette voll und immer was los!Abgerundet wurde das ganze mit einem Live Konzert auf der Veranda. Selten so schiefe Toene gehoert und mich dabei so amuesiert. Tanzkurs inklusive!
Ich koennte alleine ueber diese zwei Tage ein Buch aller meiner Eindruecke schreiben und da waeren die Dschungelfahrten auf dem Fluss oder die Wanderung durch Schlamm vorbei an Blutegeln noch nicht mit drin. Nur eins: Wir haben Nasenaffen gesehen! http://de.wikipedia.org/wiki/Nasenaffe
Die Zeit mit der Familie kommt mir jetzt fast ein wenig unwirklich vor und ich hoffe sehr, dass mir soviel wie moeglich davon in Erinnerung bleibt!
So etwas kann man mit keinem Geld der Welt kaufen!
Fotos folgen...

Mittwoch, 4. März 2009

Nur fliegen ist schoener

Wenn doch alles so einfach waere...."rein in den Flieger und los". Da hatte ich die Rechnung aber ohne den neuen A380 gemacht.
Nachdem ich zu unchristlichster Zeit um sechs Uhr morgens in Perth aufbrechen musste um nach Sydney zu fliegen, da dann einige Stunden versucht hab mir die Zeit zu vertreiben, wurde meine Geduld noch mehr auf die Probe gestellt als heraus kam, dass leider einer der drei Tanks der Quantas Maschine nicht zu befuellen war. So konnte es also nicht los gehen.
Was dann kam war allerdings recht unkompliziert. Zuerst wurden wir mit einem 30 Dollar Gutschein ruhig gestellt was bei mir schon mal hervorragend funktionierte.
Dann hiess es "heute geht nichts mehr" und wir wurden in Hotels verfrachtet um am naechsten morgen unser Glueck erneut zu probieren.
Ich gebe zu ich habe auch schon aehnliche Geschichten gehoert bei denen auf Luxushotels zurueck gegriffen werden musste und man sich dann ploetzlich in der Koenigssuite wieder fand.
Als ich mit meinem Steak aufs Haus in meinem Einzelzimmer (mit eigenem Bad) vor dem Fernseher sass und "50 erste Dates" gesehen hab, da haette es fuer mich nicht mehr Luxus als in diesem Ibiz Hotel geben koennen.
Besser haette mein Plan B nicht sein koennen, auch wenn das hiess dass Jockel die erste Nacht in Singapur alleine verbringen musste.
Dafuer waren alle drei (Jockel, Andrea und Flo) am naechsten Tag am Flughafen um mich abzuholen. Schon mal ein kleiner Vorgeschmack aufs nach Hause kommen...

Aber vorher wartete das Abenteuer Asien auf mich und mit Singapur ein hervorragender Einstieg. Und kaum mit der Wimper gezuckt finde ich mich auch schon in Malaysia wieder, genau genommen auf der Insel Borneo wo es einen Berg zu besteigen gibt und ein Tauchabenteuer zu bestehen. Ist schon anders mit "Urlaubern" zu reisen, da wird kein Tag verschenkt und das ist auch gut so!

Samstag, 28. Februar 2009

Rein ins Flugzeug und weiter gehts

Das waren also 2 Monate Australien, da gehen sie hin!
Vor ueber acht Monaten sass ich auch am Flughafen, hab auf meinen Anschlussflug gewartet und meinen ersten Blogeintrag geschrieben.
Obwohl sich die verstrichene Zeit sehr kurz anfuehlt (im nachhinein) so ist es doch jetzt ein ganz anderes Gefuehl mit dem ich in die Maschine nach Asien steige.
Ich empfinde zwar einen gewissen Respekt vor der neuen Herausforderung in diesem Teil der Erde meinen Rucksack aufzuschnallen, aber die Vorfreude ueberwiegt und es hat sich auch ein gewisses Selbstvertrauen eingestellt, dass man ueberall zurecht kommt auch wenn man die Sprache nicht spricht.

Ausserdem bin ich gestaerkt von zwei Monaten im selben Bett schlafen, einen gewissen Alltag zu pflegen und den Tag mit lieben Menschen zu verbringen die sich fast schon wie Freunde anfuehlen.
Dazu gehoert auch Tina, das Zimmermaedchen aus Taiwan, die nach drei Monaten Ansaessigkeit in Perth mit uns und ihrem Gatten das erste mal in eine Bar gegangen ist. Als wir dann gemuetlich zusammen sassen
schien die Frage ob sie mal meine Haut und Haare anfassen duerfte ganz selbstverstaendlich. Das kannte ich vorher nur aus Peru.

Ansonsten hab ich fuer die letzten Tage weder aufregende Landschaftsaufnahmen noch die Tierwelt Australiens hautnah. Wie gesagt war es eher ein Stueck Alltag und dem entsprechend sind auch die Fotos:
http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/
Man koennte wohl ein ganzes Buch ueber die Anekdoten der Hostelgaeste schreiben, aber ich fuerchte da fehlt mir die Objektivitaet daraus einen interessanten Blogeintrag zu kreieren.
Zudem hat heute Nacht um 3.30 Uhr mein Wecker geklingelt und meine Kreativitaet leidet vielleicht allgemein ein wenig unter Schlafmangel.

Nur noch kurz eine kleine Geschichte die mir soeben passiert ist als ich Duty Free eine Gesichtscreme erstehen wollte.
Als die Verkaeuferin mich dezent fragte ob ich wohl in die Kategorie 20-25 fallen wuerde und sie die Verwunderung nicht unterdruecken konnte als ich sagte, dass ich 30 sei, mussten wir das Regal wechseln, da meine Haut nun also tatsaechlich schon spezielle Behandlung braucht.
Also wenn ich jetzt wieder beim Lotto spielen meinen Ausweis zeigen muss tausch ich das Produkt sofort um!

Auf Wiedersehen Australien, es war schoen bei dir!

Donnerstag, 19. Februar 2009

Das Leben im Hostel und drum herum

Einige Wochen bin ich jetzt schon in dem Hostel und erlebe Tag fuer Tag den Alltag vor und hinter dem Thresen.

Vor dem Thresen heisst so viel wie in einem sechs Bett Zimmer zu schlafen, hoffen dass man keine Bettwanzen im Zimmer hat, seine Lebensmittel so gut wie moeglich zu verpacken um sie dann in den ueberfuellten Kuehlschrank zu stopfen und jeden Tag neue Leute um sich zu haben.
Das stimmt allerdings nicht ganz denn in meinem Hostel bin ich nicht die einzige die einer Arbeit nachgeht und hin und wieder fuehle ich mich sogar eher wie in einer Wohngemeinschaft als in einem Hostel. Am besten geht das indem man neue Gaeste einfach ignoriert und versucht Gewohnheiten zu pflegen wie zum Beispiel das montaegliche Barbecue.
Leider leidet mein Englisch ein wenig darunter, da zwei meiner "Mitbewohner" Franzosen sind mit einem etwas eingeschraenkten Wortschatz und so hab ich mich auf kurze, einfache Saetze mit viel Hand- und Fussbewegung spezialisiert.
Zum Glueck hat man einen aehnlich ausgepraegten Sinn fuer Humor der auch ohne grosse Worte funktioniert.
Aber da ist ja auch noch Jantien, meine Retterin in der Not, nicht nur was gute Unterhaltung angeht. Denn nachdem ich drei Tage hintereinander Chinanudeln verzehren wollte war das wohl drei mal zu viel und mir wurde mit der heissen Suppe ein Zeichen gesetzt. Ein Brandzeichen auf meiner Hand naemlich. Vorgestern haben wir operiert und eine riesige Brandblase geoeffnet. Aber keine Angst, sie ist Krankenschwester und auch hier uebertreibe ich natuerlich mal wieder ein wenig.

Hinter dem Thresen heisst tatsaechlich so viel wie Spass haben. Das Wissen ueber ein nahes Ende dieses Jobs laesst ihn natuerlich in einem noch besseren Licht dastehen, aber ich muss sagen, dass ich es gerne mache. Die Arbeit im Hostel ist genau die richtige Mischung aus Stress, ein wenig Kopfarbeit, Routinesachen und Plauderei mit den Gaesten.
Da kann ich dann auch meinem englisch wieder auf die Spruenge helfen bis ich gefragt werde ob ich auch deutsch sei und einen uebergrossen Stolz auf dem Gesicht meines Gegeuebers entdecke weil er mich 'enttarnt' hat. Was wuerde Deutschland eigentlich machen wenn auf einem Mal alle zu Hause waeren und nicht im Urlaub. Da waere doch gar kein Platz fuer uns alle!

Mittwoch, 11. Februar 2009

Weltenbummler

Ich hab zwar noch ueber zwei Wochen in Australien, aber ich muss schon mal etwas los werden das sich wahrscheinlich in den naechsten Tagen nicht aendern wird.
Australien ist toll, aufregend, unglaubliche Landschaften, sehr nette Leute und ich kann unbedingt verstehen, dass man alleine hier ein ganzes Jahr reisen kann.
Allerdings habe ich fuer mich festgestellt, dass alles so sehr wie zu Hause ist, dass ich mich hin und wieder gefragt habe warum ich eigentlich hier bin.
Natuerlich wird eine andere Sprache gesprochen, es gibt viele giftige Tiere und waehrend man hier von einem Schatten zum anderen springt um die heissen Temperaturen zu ueberleben, schneit es in Deutschland. Und trotzdem fuehlt man sich nie fremd, kennt Gepflogenheiten und Vorgaenge.
Es war toll um wieder Kraft zu schoepfen und Sydney ist auf jeden Fall eines meiner Highlights, aber ich weiss einfach wie gut ich es zu Hause habe und mir ist noch mal bewusst geworden, dass ich nicht auf das alles verzichten moechte nur um in der Sonne zu sein.
Lateinamerika hat mich sehr beeindruckt und diese Erfahrung war genau das was ich von meiner Reise erwartet habe.
Deshalb freue ich mich jetzt auf Asien und die erneute Herausforderung jeden Tag ueber den eigenen Schatten springen zu muessen, sich mit Haenden und Fuessen zu verstaendigen und am Ende des Tages zu wissen, dass es sich lohnt mal aus den eigenen vier Waenden auszubrechen und sich fuer eine gewisse Zeit auf andere Pfade zu begeben.

Ach so, ein Weltenbummler bin ich uebrigens auch nicht. Noch mal muss ich mir eingestehen, dass ich nicht so richtig gut bin im troedeln und herumschlendern. Ausserdem gibt es eine Definition die sagt, dass es sich dabei um Weltreisende handelt bei denen der Schwerpunkt mehr auf der Reise an sich liegt, als daran das Ziel zu erreichen. Ich versteh schon was gemeint ist, aber ich habe sehr gerne ein Ziel und wenn man trotzdem die Augen aufhaelt und offen ist fuer neue Eindruecke, dann kann daran doch eigentlich auch nichts schlechtes sein.
Deshalb bevorzuge ich fuer mich den Ausdruck Weltreisender!

So, genug jetzt aus den Wirren der Anja W. - Tschaka!

Mittwoch, 4. Februar 2009

Es gibt fuer alles ein erstes mal

Und somit auch fuer meinen ersten Familienurlaub in weiter Ferne und das erste Festival welches ich alleine bestritten habe.
Aber jetzt mal in chronologischer Reihenfolge, ist ja schliesslich schon eine Weile her dass ich geschrieben habe und ich habe mich sehr ueber die Nachrichten gefreut in denen ich darauf aufmerksam gemacht wurde.

Es war also soweit, es ging ins Outback. Ich fuehlte mich ein wenig an die Universal Zeit erinnert, denn ich war bewaffnet mit einer dicken Mappe Hotel-, Flugbuchungen und anderen Informationen. Ehepaar Wirrwa konnte also betreut werden. Es gab aber auch ein straffes Schedule zu bestreiten mit allem drum und dran, inklusive schlafen unterm Sternenhimmel, Wanderungen in unvorstellbarer Hitze und eine Truppe die unberechenbarer als ein Pralinenkasten sein kann.

Ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, aber man kann wohl sagen, dass "unvorstellbare Hitze" extrem untertrieben ist; die Sterne einen auch nicht von den Skorpionen und Dingos ablenken konnten; heisses, aufbereitetes Wasser fuer immer von meiner Ernaehungsliste gestrichen ist und Froesche in Toiletten immer noch besser sind als Mutantengrasshuepfer in der Dusche. Aber auch das hat dazu beigetragen, dass es ein unvergessliches Erlebnis wurde und unser Pralinenkasten hielt ein paar Schaetze parat wie unter anderem unseren Bushi, ein durchgeknalltes aber sehr liebenswuerdiges Original.
So wurden Hoehenaengste ueberwunden, spannende Geschichten ausgetauscht und unglaubliche Landschaften bestaunt.

Als perfekte Erholungskur kam uns danach Kangaroo Island (http://en.wikipedia.org/wiki/Kangaroo_Island) sehr gelegen. Diese Insel ist die Formvollendung von Disney Land...nur ohne Maerchenfiguren...oder so aehnlich. Auf jeden Fall kann man ohne viele Kilometer hinter sich zu legen einem Imker ueber die Schulter sehen, in wunderschoenen Buchten entspannen, eine Menge Tiere beobachten, in Haeusern wohnen die man an Anhaengerkupplungen spannen kann und vieles, vieles mehr.

Abschliessend kann man sagen, dass wir eine sehr schoene Tour zusammen hatten und ich hoffe, dass die Beiden noch lange davon zehren koennen!

Und damit mich die Arbeitswelt nicht ganz von meinem Lotterleben abbringt hab ich mich kurz nach Ankunft in Perth mit dem Big Day Out Festival (http://www.bigdayout.com/perth.php) belohnt. Wo ein gewisser Herr Ban, Ray Ban, am Eingang anscheinend seine Sonnenbrillen verteilt hat. Noch nie habe ich so viele Wayfarer Modelle auf einem Haufen gesehen. Es handelt sich dabei also um die gemeine Festivalsonnenbrille. Weiss ich das jetzt auch.
Ansonsten war es schoen zu sehen, dass sich einige Fakten anscheinend weltweit durch alle Festivals ziehen. Es gibt immer einen Hauptakt der aus dem Rahmen faellt (Neil Young), eine Band die auf einer viel zu kleinen Buehne spielt und ich somit immer zu spaet komme und nicht mehr rein darf (The Prodigy), einen Auftritt auf den man sich sehr gefreut hat und der einen enttaeuscht (Arctic Monkeys) und ein paar Bands denen man bis jetzt noch keine Beachtung geschenkt hat und die man fuer sehr gut empfindet (Sneaky Sound System, Lupe Fiasco, The Living End).
Ich kann nicht leugnen, dass ich mir in sehr vielen Situationen die unterschiedlichsten Freunde herbei gewuenscht habe, aber somit konnte ich wenigstens niemanden verlieren und hatte Zeit fuer eine kleine Feldforschung. So ist mir zum Beispiel extrem aufgefallen, dass ich den Konsum von Drogen noch nie so oeffentlich beobachten konnte. Aus diversen Tuetchen wurde Diverses auf unterschiedlichste Arten eingenommen und ich frage mich noch mal ob die strikte Kontrolle von Alkohol und Zigaretten der richtige Ansatz ist.
Die Jugend Australiens war auf jeden Fall ausser Rand und Band und ich hatte Freude daran Zaungast zu sein.

Das wars fuers erste. Ab jetzt muesst ihr euch wieder fuer meine Alltagsgeschichten Interessieren denn ich werde den kompletten Februar arbeitend in Perth verbringen bevor es dann nach Asien geht.

Ach so, das noch: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Dienstag, 20. Januar 2009

Aus dem Leben der feinen Damen

Immer noch Perth, immer noch Tina und ich und immer noch arbeiten.
Eigentlich ist nicht viel passiert, wenn da nicht die kleinen aber feinen Geschichten des Alltags waeren.
So ereignet es sich zum Beispiel jeden zweiten Tag wenn ich den morgen vor meiner Fruehschicht mit einer Runde jogging im Park beginne.
Andere Laender andere Sitten, so viel war mir schon klar, aber lustig zu sehen wenn sich das auch auf sportliche Betaetigungen ausdehnt.
Wenn ich also morgens in Laufschuhen und angemessener Bekleidung mich in einem bestimmten Tempo auf den Weg in den Hyde Park (http://en.wikipedia.org/wiki/Hyde_Park_(Western_Australia)) mache, dann finden sich dort auch diverse andere "Jogger" ein die ich in zwei unterschiedliche Verhaltensmuster kategorisieren konnte.
Es gibt eine Sache die eigentlich alle gemeinsam haben: es wird nicht gejoggt. Bei der erwaehlten Bewegungsform handelt es sich lediglich um eine Mischung aus einem Schlendergang und einfachem Gehen. Ich moechte dabei erwaehnen, dass mein Tempo fuer einen Jogger auch sehr gering ist, ich also einen Geher (sportliche Variante des einfachen Gangs) sofort erkennen wuerde.
Ich habe noch nicht raus bekommen koennen warum man sich dafuer in eine Radlerhose und das atmunksaktive Oberteil werfen muss (wobei wir bei der ersten Kategorie waeren), aber ich gebe zu es macht mehr her als Tinas abgelegte Wanderhose und ein olles Traegershirt.
Natuerlich uebertreibe ich wieder masslos und es gibt auch einige die nicht nur professionell gekleidet sind sondern auch so schnell an mir vorbei flitzen, dass ich sie einfach gleich wieder vergesse.

Noch lieber sind mir allerdings die Damen in der Runde, Kategorie 2. Es handelt sich dabei um Frauen um die siebzig die keinen Hehl daraus machen, dass sie nicht vorhaben sich grossartig anzustrengen und einfach in ihrer Tageskluft ihre Runden drehen. Ich haette sie wahrscheinlich gar nicht als Sportler registriert oder eingeordent, wenn da nicht der Flotte Joggingschuh an den Fuessen glaenzen wuerde.
Man laesst sich schliesslich nicht lumpen und moechte nicht einfach als schlichter Spaziergaenger verkannt werden.

Dienstag, 13. Januar 2009

Perth mein Perth

Ich hab einen Job! Nee, nee, ich will mich hier nicht haeuslich nieder lassen, auf keinen Fall!
Aber wo gehobelt wird fallen Spaene und wo ueber ein halbes Jahr nicht gearbeitet wird leidet die Geldboerse, da brauchen wir uns nichts vor zu machen.
Zudem ist es ein ganz schoenes Gefuehl mal wieder "sesshaft" zu werden und einen geregelten Alltag zu haben.
Auf jeden Fall hab ich mir die Fuesse platt gelaufen in Melbourne und Perth, immer angetrieben von meinem neuen personal Manager Tina, und finde mich jetzt an der Rezeption in einem Hostel in Perth wieder.
Nach dem ersten erfolgreich absolvierten Tag kann ich auch schon sagen, dass mir die Arbeit grossen Spass gemacht hat und es ist toll mal auf der anderen Seite des Tresens zu stehen.
Ich gebe zu Perth ist jetzt nicht der Nabel der Welt, aber bis Ende Februar werde ich schon genug Beschaeftigung finden.

Und dann gab es ja auch noch die grosse Wirrwasche Familienzusammenfuehrung!
Da war die Freude am Flughafen natuerlich riesig! Natuerlich mussten wir uns auch nicht lange aneinander gewoehnen und den Beiden konnte die zweitaegige Reise und die Zeitverschiebung nicht viel anhaben.
Aber das hatte ich auch nicht anders erwartet und so ging es bereits aufs Schiff, etliche Kilometer zu Fuss, aufs Fahrrad und nun auf die eigenen vier Faeuste im Mietwagen uebers Land.
In ein paar Tagen hab ich sie zurueck und dann erlaube ich mir meinen ersten Urlaub von meiner neuen Anstellung, denn dann gehts zum Uluru!

Und bis dahin wird malocht!

So siehts naemlich aus: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/?saved=1

Dienstag, 6. Januar 2009

Lieblingstier: Koala

Das tolle an Australien ist, dass man sich eigentlich wie zu Hause fuehlt und dann ploetzlich am Strassenrand einen zuckersuessen Koala entdeckt der sich gerade auf den Weg zu einem neuen Baum macht um dann wieder den ganzen Tag zu verschlafen. Oder Kakadus die einem staendig mit lautem Kraechtzen ueber den Kopf fliegen. Auch wenn man also fuer einen Augenblick vergisst, dass man so weit weg von zu Hause ist, wird es einem spaetestens dann wieder bewusst.

Da hilft auch nicht die Kuhherde die uns jeden morgen vor unserem wunderschoenen Cottage in der naehe vom Wilsons Prom (http://en.wikipedia.org/wiki/Wilsons_Promontory) begruesst hat.

Ok, Auto fahren auf der linken Seite ist vielleicht auch gewoehnungsbedurftig, aber mit unserer riesigen japanischen Kutsche (wir haben einige Klassen besser bekommen als reserviert) war auch das kein Problem und wir sind gestern heil in Melbourne angekommen.

Und hier die Beweisfotos: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Freitag, 2. Januar 2009

2009 und ich bin dabei!

Was fuer ein Silvester! Die Karten fuer die Oper haben sich als absolut richtige Entscheidung erwiesen uns so durften wir, vorbei an den stundenlang wartenden Massen im Hafen und in voller Erwartung, zu unserem Silvester Konzert in die Sydney Opera stolzieren. Als wir dann noch von einem Angestellten des Opernhauses zielsicher aus dem Menschenauflauf heraus erkannt und an die richtige Stelle geleitet wurden, wussten wir, dass der Zwirn richtig gewaehlt war.
Und wenn man dann in diesem tollen Gebaeude sitzt, die Gaensehaut einen von Kopf bis Fuss befaellt weil man der Melodie von Nessun Dorma lauschen darf und einem bewusst wird, dass so ein aufregendes, manchmal sehr trauriges aber sicherlich einschneidendes Jahr zuende geht, dann ist man ein sehr gluecklicher Mensch!

Aber damit nicht genug, denn auch das Feuerwerk sollten wir hautnah erleben duerfen und spaetestens dann musste ich mir immer wieder bewusst machen, dass ich auf meiner Weltreise bin, gerade in Sydney, auf dem Balkon der Oper stehe mit einem Glas Champagner in der Hand das Jahr 2009 nicht besser haette eingelaeutet werden koennen!

Ich wuensche euch ein Frohes neues Jahr und kann es kaum erwarten dieses Jahr alle wieder zu sehen!!!