Mittwoch, 31. Dezember 2008

Der Rutsch im feinen Zwirn

Ich bin immer noch in Sydney und mir ist auch noch nicht langweilig geworden!
Habe nur ein kleines Problem mit meiner Garderobe. Waehrend ich in Suedamerika erstens oefter den Standort gewechselt habe und zweitens mit einer Jeans und einem T-Shirt mich dem Outfit der Allgemeinheit angepasst fuehlte, so komme ich mir hier vor wie der letzte Lumpensammler. Ein feiner Zwirn den ich vielleicht nur zu einem ganz besonderen Anlass tragen wuerde wird hier zum einkaufen uebergeworfen und ich moechte mir gar nicht ausmalen welche Designerstuecke zu Silvester zur Schau getragen werden.
Zum Glueck haben Tina und ich uns nicht Lumpen lassen und auch fuer die entsprechende Abendgarderobe gesorgt. Denn es geht ins Sydney Opera House zu einem Silvesterkonzert welches um 21 Uhr fuer das Familienfeuerwerk unterbrochen wird. Und wenn wir dann nach Beendigung des Konzertes noch die Moeglichkeit bekommen am Hafen zu bleiben, dann werden wir ebenfalls Zeuge des 24 uhr Feuerwerks. Meine Mitbewohner sind bereits heute morgen mit Picknickdecken bewaffnet in einen Park gegangen um dort entsprechende Plaetze frei zu halten und im Botanischen Garten wird wohl schon seit heute morgen um 5 Uhr angestanden bis da um 10 Uhr die Tore aufgehen. Hoert sich nach einer ziemlich grossen Sache an und ich bin schon sehr gespannt.
Also denkt doch mal um 14 Uhr eurer Zeit an uns denn da sind wir bereits in 2009!

In diesem Sinne wuensche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und mir gefaellt die Vorstellung sehr, dass ich dann nicht mehr "bis naechstes Jahr" sagen muss um euch wieder zu sehen!!!

***HAPPY NEW YEAR***

Freitag, 26. Dezember 2008

Erste Eindruecke aus Sydney

Ich freu mich zwar jetzt schon auf naechstes Jahr Weihnachten in der Heimat, aber ein Picknick am Strand war schon eine ziemlich gute Ablenkung. Ausserdem hatte ich so liebe Menschen um mich, dass es so weit weg von zu Hause besser nicht haette sein koennen.

http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Frohes Fest

Ich wuensche euch allen ein froehliches und besinnliches Weihnachtsfest mit den Liebsten, leckeren Getraenken und einem famosen Essen!!!
Ich bin in Gedanken bestimmt mal bei dem ein oder anderen und hoffe ihr habt es schoen!


Freue mich sehr, dass ich die Feiertage mit Tina verbringe und mit frisch gemachten Finger- und Fussnaegeln (meine erste Mani- und Pedicure) steht den Feiertagen und einem guten Rutsch ins neue Jahr nichts mehr entgegen.
Trotzdem bin ich froh, dass das Wetter mich davon abhaelt zu sehr in Weihnachtsstimmung zu sein. Auch wenn hier 50% der Bevoelkerung mit "lustigen" Weihnachtsmannmuetzen und Rentiergeweihen rumlaeuft.
Ansonsten wuerde dieser Eintrag wohl noch laenger werden als der davor, inklusive aller Aktivitaeten die ich in diesem Jahr vermisse und definitiv naechstes Jahr nachholen werde: Gluehweihn trinken, Weihnachtsessen mit den Maedchen, Rotweinschorle im Stadttheater, meine Familie und, und, und.

Ganz kurz noch zu meinen ersten Tagen in Australien: Sydney ist toll, die Leute hier sind super freundlich, ich wohne seit ein paar Tagen in einer 7er WG die multikultureller nicht sein koennte, esse jeden Tag asiatisch und geniesse sehr die Zeit!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Das wirrwarrsche Lateinamerika ABC

So schnell kanns gehen! Und ehe man sich versieht sind 6 Monate vorbei und man findet sich ploetzlich in Australien wieder.
Ich hab zwar ueberhaupt keine Zeit wehmuetig zu werden und Sydney gefaellt mir auch viel zu gut um truebsal zu blasen und den letzten Monaten nachzutrauern, aber nichts desto trotz ist ein halbes Jahr schon eine ganze Menge und ich habe Eindruecke gewonnen mit denen ich garantiert noch eine Weile beschaeftigt bin und niemals vergessen werde!
Zudem konnte ich meiner Reise einen Abschluss bereiten wie er besser wohl nicht haette sein koennen. Ich habe die letzten zwei Tage in Santiago de Chile in einer Familie verbracht deren Sohn ich in Bolivien kennen gelernt habe. Nach kuerzester Zeit kannte ich dann so gut wie alle Mitglieder von der Oma bis zur Cousine und konnte mich ein letztes Mal von der unendlichen Gastfreundschaft und Hilsbereitschaft ueberzeugen.
Und als waere das noch nicht genug gewesen: Waehrend ich auf meinen Shuttlebus zum Flughafen gewartet habe, hat die Erde gezittert. Zwar war es so leicht, dass man es nur im absoluten Ruhezustand gemerkt hat, aber ich habe mich sehr gerne auf diese Weise von diesem Kontinent verabschiedet.

An dieser Stelle zu sagen was mein Lieblingsort, -land, -baum, -essen oder sonstwas war wuerde sich sehr schwierig gestalten, deshalb habe ich versucht hiermit ein paar Eindruecke zu sammeln. Und da das Alphabet viele Buchstaben hat und ich viel zu schreiben, wird es diesmal ein wenig ausfuehrlicher.

A - Asiatisches Kueche
Sollte Jemand meine Leidenschaft fuer das Essen aus dieser Region teilen, so gebe ich den Tipp eine Menge davon vor einer Reise nach Lateinamerika zu verzehren! Ich habe nicht einmal ein Gericht erhalten was nur annaehernd Thailaendisch oder Vietnamesisch geschmeckt hat, auch wenn das Name des Restaurants und Menu versprochen haben. Nur die Chinesen lassen einen natuerlich auch hier nicht im Stich und sorgen fuer einen Lichtblick. Das allerdings schon ueber einen so langen Zeitraum, dass jedenfalls die Peruaner behaupten gebratener Reis (Arroz Chaufa), auch wenn man ihn in einem chinesischen Restaurant bestellt, waere eigentlich ein traditionelles, peruanisches Essen.

B - Busse
Jetzt kann ich es ja endlich schreiben: Busfahren in Lateinamerika ist ein Abenteuer! Wobei ich Chile, Argentinien und Uruguay davon ausnehmen wuerde.
In allen anderen Laendern allerdings hab ich in Bussen gesessen aus denen ich schweissgebadet ausgestiegen bin und heilfroh war den Talisman von meiner Oma um den Hals zu haben! Ich hatte ja keine Ahnung, dass ein Bus sich zum Beispiel so in die Kurve legen kann ohne umzukippen. Hinzu kommt, dass es natuerlich keine Beschraenkung gibt wieviele Personen, Huehner, Landwirtschaftserzeugnisse und Motorsaegen man in einem Bus transportieren darf und so weiss man gar nicht wovor man zuerst Angst haben soll: Zerquetscht zu werden von einem Traktorreifen, erstunken von dem Koka kauenden und spuckenden Sitznachbarn oder der freie Fall ueber einen der ewigen Abhaenge weil das Fahrzeug leider auseinandergefallen ist als es versucht hat mit 150 kmh auf einer Schotterpiste die Kurve zu nehmen.
Aber: Mir ist nie etwas passiert, es gab nur eine Reifenpanne und ich hab auch immer mein Gepaeck wieder bekommen auch wenn es noch so provisorisch aufs Dach gebunden wurde. Und Christiane: Ich hab fast immer in der Mitte gesessen!

C - Cena
Cena bedeutet eigentlich Abendessen und was bei uns schon ab 18 Uhr eingenommen werden kann, daran wird hier fruehestens um 22 Uhr gedacht.
Waehrend auch mein Freundeskreis nicht juenger wird und hier und da Stimmen laut werden die nicht mehr spaeter als 21 Uhr essen koennen oder wollen, so waere das alleine schon nicht moeglich, weil viele Restaurants um die Uhrzeit noch gar nicht auf haben. Und da man auch erst ab 2 Uhr feiern geht und das Wochenende bereits Mittwoch beginnt, so kann man das ueppige Mahl gleich wieder abtanzen.
Als Miko und ich um 2 Uhr morgens allerdings mit unserem 500 Gramm Steak fertig waren, da haben unsere mueden Fuesse den vollgefutterten Bauch gerade noch ins Hotelzimmer schleppen koennen. Ich konnte mich bis zum Schluss nicht dran gewoehnen und bleibe weiterhin bei der deutschen Abendbrotzeit.

D - Dulce de Leche
Ich esse gerne suess. Genau genommen esse ich fast alles was suess ist.
Dulce de Leche allerdings ist sowas von suess, dass selbst ich kapitulieren musste.
Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann besteht es eigentlich nur aus Kondensmilch und Zucker und ist um viele Ecken verwandt mit Caramel.
Jedenfalls findet es Verwendung in allem was eh schon so suess ist, dass es einem die Gesichtsmuskeln zusammen zieht. Aber nicht um den ganzen eine dezente Note zu geben, sondern um es komplett darin einzuschmieren so dass man am Ende nichts anderes mehr schmeckt. Aber das schlimmste ist: man gewoehnt sich dran!

E - Essen
Na gut, in Mexiko hab ich ein wenig rumgezickt was das Essen an geht, aber daran war ja nur mein verweichlichter Magen schuld und wenn ich jetzt daran zurueck denke bekomme ich fast Appetit auf einen Pollo Taco. Ansonsten wurden meine Erwartungen ueberall uebertroffen und ich habe in jedem Land mindestens ein Lieblingsgericht.
Und da wir schon bei E sind und es sich fast nur ums Essen gedreht hat bis jetzt werde ich mal ein wenig technischer.

F - Fussgaengerampeln
No hay! Nicht vorhanden! Gibts nicht! Kannste vergessen! Es gibt hier und da Zebrastreifen, aber entweder haben die international nicht dieselbe Bedeutung oder es interessiert einfach keinen. Das Beste ist: Sich vergewissern, dass auch wirklich ueberhaupt kein Auto in der Naehe ist, ein Stossgebet gen Himmel schicken und die Hacken in Teer hauen. Na gut, so schlimm war es nicht immer, aber es entspricht auf jeden Fall der Wahrheit, dass der Fussgaenger an sich nach dem Hund das niederste Geschoepf auf der Strasse ist.

G - Gefahren
Was hab ich mir fuer Horrorgeschichten anhoeren muessen bevor ich gefahren bin! Warum genau werden einem diese Ereignisse berichtet? Damit man vorsichtiger ist? Damit die Gespraechsperson auch was gesagt hat oder um einfach gleich zu Hause zu bleiben? Laut Beschreibung des Auswaertigen Amtes habe ich mich auf jeden Fall diverse Male in Lebensgefahr begeben. Natuerlich gibt einige Sachen die man einfach nicht macht und bei der Naivitaet die ich bei einigen gerade jungen Reisenden gesehen habe, hat es mir manchmal die Fussnaegel hoch geklappt. Man kann immer Pech haben und in heikle Situationen geraten, aber ich denke wenn man aufmerksam ist, sich umhoert und immer mit so wenig Wertsachen wie moeglich umher zieht, dann gibt es keinen Grund paranoid zu werden und man kann sehr entspannt reisen. Meine Bilanz besteht aus einem falschen Fuffziger und wahrscheinlich unzaehligen ueberteuerten Touristenpreisen. Ich denke damit kann man leben!

H - Hygiene
Ich musste schon hin und wieder mal schlucken wenn ich gesehen habe wie mit Lebensmitteln umgegangen wird. Allerdings ist es oft auch ein viel natuerlicherer Umgang und wenn man sich erstmal daran gewoehnt und nicht krank wird, dann faellt einem auf, dass man es vielleicht in der Vergangenheit auch uebertrieben hat. Es gab zum Beispiel gerade weiter noerdlich so gut wie nie Kuehlschraenke, aber man hat einfach nur tageweise eingekauft und es ist noch nie jemand daran gestorben einen Kaese zu essen der vielleicht hier und da schon ein wenig eingetrocknet ist. Ich hab mich dann manchmal dafuer geschaemt, dass ich ihn in Deutschland deshalb eventuell weggeschmissen haette.

I - Internet
Noch nie war mir das World Wide Web so wichtig wie in dieser Zeit und ich kann glaub ich behaupten, dass ich ohne die Moeglichkeit digitale Nachrichten an Familie und Freunde zu schicken nicht fuer so lange Zeit so weit weggefahren waere.
Und ich war ueberrascht dass man doch fast ueberall die Moeglichkeit hatte online zu gehen. Manchmal war das Wort Internetcafe fuer eine Garage mit zwei uralten Rechnern vielleicht ein wenig uebertrieben, aber auch wenn es stundenlang dauern konnte, so gab es doch ueberall Einrichtungen in irgendeiner Form. Am liebsten war mir der Ort in Muisne bei dem eine ganze Ecuadorianische Familie mir dabei ueber die Schulter gesehen hat und bei den Werbefotos auf der GMX Seite gefragt hat ob es sich dabei um meine Freunde handelt.

J - Jugend
Mit einem deutlichen Nord-West-Gefaelle wuerde ich behaupten, dass man in vielen Laendern nicht mal von einer Jugend sprechen kann, da man von der Kindheit eigentlich direkt zum Erwachsenen ueber geht. Ich habe viele sehr junge Paare mit Kindern gesehen und in Peru zum Beispiel lebt man als Familie zusammen sobald die Frau schwanger wird, auch wenn es sich nur um einen One-Night-Stand handelt. Meistens haben die Familien eh kein Geld um zu heiraten. In Chile ist mir dann das erste mal wieder die Jugend wie ich sie beschreiben wuerde aufgefallen. Es gab verschiedene Moderichtungen die sich in Kleidung und Musikstil wieder spiegelten.
Und glaubt man es oder nicht: Tokyo Hotel tragen einen grossen Teil dazu bei!

K - Komplimente
Ich werde eingehen wie eine Primel! Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Komplimente bekommen! Vielleicht war es anfangs etwas befremdlich wenn man immer angestarrt wird und ueberall Kommentare abgegeben werden, aber wer wuerde sich nicht schnell daran gewoehnen in Supermaerkten, auf der Strasse oder in Bars als Schoene, Huebsche oder sonstwas bezeichnet zu werden. Auch ist es natuerlich recht voerderlich wenn man trotz einer Groesse von 1,60m immer zu den Groesseren gehoert. Und wenn dann das hiesige Schoenheitsideal auch noch mehr als rundliche Formen sind, dann macht es mir nichts aus dem zu trotzen und mich als ultraschlank zu fuehlen. Gott sei dank hatte ich Chile und Argentinien um mich langsam wieder zu entwoehnen!

L - Luftverschmutzung
Wenn ich das naechste mal wieder mit meinem Fahrrad durch Berlin fahre und mich ein kleines Huesteln ueberfaellt weil ich Auspuffgase abbekommen habe, dann werde ich mich hoffentlich an die Luft in Mexiko Stadt, Lima oder sonst einer der grossen Staedte erinnern und mich ueber die frische Luft freuen. Gefreut hab ich mich uebrigens auch ueber die ganzen tollen alten Autos die ueberall rumgefahren sind, aber leider hatte das auch zur Folge, dass man sich fragt warum auf den Zigarettenpackungen vergilbte Zaehne zur Abschreckung gedruckt sind wenn man seine Lunge doch viel einfacher damit vergiften kann indem man draussen spazieren geht.

M - Maerkte
Es gibt eine Sache die ich sehr gerne genau so mit nach Deutschland nehmen wuerde und das sind die ganzen tollen Maerkte die ich besuchen konnte. Ich liebe den Markt im Prenzlauer Berg aber das kann man natuerlich nicht vergleichen. Erstens ist ein Markt hier meistens jeden Tag, riesig, bunt, laut, billig und einem steigen von ueberall her die unterschiedlichsten Gerueche in die Nase. Und wenn man mehr als ein Auge zudrueckt und sich von den hygienischen Umstaenden in den Garkuechen nicht verunsichern laesst, dann kann man fuer fast umsonst schlemmen und alle lokalen Koestlichkeiten ausprobieren.

N - Nachtfahrten
Ich kann gar nicht sagen wieviele Stunden ich auf der Autobahn (oder einer aehnlichen Einrichtung) verbracht habe, aber besonders nach der Zeit in Ecuador wo die Busse mit Semi-Cama Sitzen ausgestattet waren und nicht mehr auseinander zu fallen drohten, war dies eine sehr gute Alternative von A nach B zu kommen ohne viel Geld oder Zeit zu verlieren. Und dank der oft sehr schlechten Hostelmatratzen war es manchmal sogar die bequemere Loesung die Nacht zu verbringen.

O - Obst
Nie wieder werde ich eine Mango essen koennen ohne dabei an die herrlich schmeckende Frucht zu denken die ich eigentlich erst hier richtig kennen gelernt habe.
Leider macht sich auch in diesen Laendern der Wahn breit jede Frucht anbieten zu muessen und so gibt es tatsaechlich auch Obst das nicht gut schmeckt, aber das laesst sich sehr leicht daran erkennen, dass es das teuerste ist. Versucht man allerdings so kostenguenstig wie moeglich seinen Obstkorb zu fuellen, so kann man sicher sein, dass man es mit Koestlichkeiten aus der Region zu tun bekommt und spaetestens als ich eine Passionsfrucht frisch vom Baum gegessen habe fuehlte ich mich im Paradies. Das hat natuerlich auch zur Folge, dass man einen frisch gepressten Orangensaft schon fuer weniger als 50 Cent bekommen kann.

P - Plaza de Arma
Sobald eine Ansiedlung von Haeusern eine bestimmte Anzahl ueberschreitet muss es einen Plaza de Arma geben. Waehrend man ihn manchmal nicht mal als Platz identifizieren kann, so sind ihm in Grossstaedten keine Grenzen gesetzt.
Auf jeden Fall ist es der perfekte Platz um das Geschehen auf sich wirken zu lassen und ich hab mir auf unzaehligen Baenken den Hintern platt gesessen.

Q - Quasselstrippen
So wuerde ich den Lateinamerikaner an sich ohne Scheu bezeichnen. Bei einigen dauert es vielleicht ein wenig, aber hat man das Vertrauen gewonnen, so ist dem Ausmass keine Grenze gesetzt. Leider muss ich zugeben, dass ich die erste Zeit nur sehr wenig davon verstanden habe was mir mitgeteilt wurde, aber sehr schnell hab ich rausgefunden, dass es darum auch nicht immer geht.

R - Raumspray
Zuerst war ich mir nicht sicher ob ich es persoenlich nehmen sollte. Ueberall wo ich sass und stand hoerte ich ein lautes Zischen und es verbreitete sich auch schnell der penetrante Geruch eines Raumsprays. Sei es in dem Kinderheim, im Internetcafe oder beim Friseur. Ich habe allerdings beschlossen, dass es nichts mit mir zu tun haben kann und auch wenn ich vor einigen Monaten den letzten Tropfen aus meinem geliebten Parfum gequetscht habe und meine Garderobe auch schon mal oefter gewaschen wurde, so moechte ich doch behaupten, dass das Ergebnis dieses Raumduftes garantiert auch nicht besser ist.

S - Siesta
Ich versteh das nicht! Muss denn ausser mir niemand zwischen circa 15 Uhr und 18 Uhr mal was besorgen? Ich verstehe ja, dass es sehr warm werden kann und dass man auch eine Pause braucht, aber was genau macht die Bevoelkerung in dieser Zeit?

T - Tanzen
Es ist kein Geruecht und ich habe mich hin und wieder davon ueberzeugen koennen. Der groesste Teil der maennlichen Bevoelkerung in Lateinamerika kann tanzen! Da es unendlich viele Tanzrichtungen gibt ist auch fuer jeden was dabei und es gehoert einfach dazu und wird nicht im geringsten als unmaennlich angesehen.

U - Urlaub
Ohne Geld, Arbeit und Perspektive ist an Urlaub natuerlich nicht zu denken und gerade in Mexiko, Ecuador und Peru habe ich viele Leute getroffen die noch nie aus ihrer Region, einige sogar aus ihrem Ort rausgekommen sind. Wenn ich dann gefragt wurde wie lange ich unterwegs bin habe ich meine Erzaehlungen fast immer angepasst und zum Beispiel nur ueber ein Land gesprochen. Trotzdem waren meine Geschichten fuer einige so unwirklich wie eine Mondfahrt. Auch das war in Chile und Argentinien komplett anders. Hier gehoert bei der reichen Bevoelkerung ein Aufenthalt oder sogar ein Studium in Europa zum guten Ton.

W - Waehrung
Ich hatte ja nun doch immer so ein bis zwei Tage um mich an eine Waehrung zu gewoehnen, aber sieben verschiedene Muenzen, Scheine und Umrechnungskurse in sechs Monaten haben mich schon hin und wieder mal durcheinander gebracht. Und aus irgend einem Grund hab ich es nie geschafft mich vor Einreise zu erkundigen und bin mindestens den ersten Tag im voelligen Dunkel getappt. Kein Wunder, dass die Taxifahrt vom Flughafen oder Busterminal immer die teuerste ist wenn alle so Unwissend anfangen wie ich.

Z - Zeitumstellung
Ja ich weiss, hier fehlen zwei Buchstaben, aber diejenigen die das Alles bis hierhin verfolgt haben werden es mir bestimmt nicht uebel nehmen und haben auch langsam mal anderes zu tun. Also Zeitumstellung: Ich bin zum Glueck kein Grosser Leidtragender des gemeinen Jet Lags und solange mein Koerper regelmaessig Essen und Schlaf bekommt kann man ziemlich viel mit ihm anstellen, aber diese Umrechnerei nach Deutschland hat auf jeden Fall mein Hirn auf Trapp gehalten.

ENDE

Dienstag, 16. Dezember 2008

Und was ist mit Otto, Mike Krueger, Didi Hallervorden???

Mir wurde gestern eine schreckliche Geschichte zugetragen!
Vielleicht ist sie auch allgemein bekannt und ich habe bisher nur versucht meine Augen davor zu verschliessen und sie aus meinem Bewusstsein zu verbannen:
Der Deutsche an sich gilt im Ausland allgemein als humorlos, oder auch: besitzt keinen Sinn fuer Humor.
Ist denn das zu fassen? Und das von einem Hollaender! Wobei ich doch trotz aller Vorurteile gerade mit den Hollaendern waehrend meiner Reise immer sehr viel Spass hatte.
Ich wuerde von mir behaupten, dass ich eine sehr humorvolle Familie, einen ueberaus humorvollen Freundeskreis und einen recht humorvollen Bekanntenkreis besitze.
Und da ich selber auch hin und wieder mal den ein oder anderen Menschen zum schmunzeln bringe, habe ich mir fuer die Weiterreise zur Aufgabe gemacht diesem unangenehmen Vorurteil entgegen zu wirken! So!

Jetzt gehe ich ueber zu den erfreulicheren Dingen im Leben!
Nur noch zwei Tage in Suedamerika bis es weiter nach Australien geht!
Heute Argentinien, morgen Chile und uebermorgen Australien, hoert sich ziemlich gut an wuerde ich sagen.
Trotz aller Vorfreude ist das halbe Jahr natuerlich an mir nicht ganz spurlos vorueber gezogen und ich werde nicht nur die spanische Sprache um mich rum vermissen.
Aber dazu in meinem naechsten Eintrag mehr.

Die letzten Stunden in Argentinien sind angebrochen und ich moechte noch mal eine kleine Queersumme aus "alle sind arrogant" und "Buenos Aires ist toll" ziehen.
Ich wuerde schon behaupten, dass der Argentinier an sich machmal ein wenig zu viel auf sein Land haelt. Fragt man zum Beispiel ob Ort, Platz oder Strand xy schoen sind, so bekommt man auf jeden Fall eine mehr als positive Antwort und sollte es sich dabei um eine Muellhalde halten. Ich habe mich einmal ein wenig negativ zu dem Essen im Bus geaeussert worauf ich gleich empoert angestarrt wurde und man mich darauf aufmerksam machte, dass es doch auf jeden Fall besser sei als im Flugzeug.
Ich bin wohl immer mit der falschen Busgesellschaft gefahren, jedenfalls hab ich noch keins dieser pappigsten aller pappigsten Sandwiches runter bekommen die dort serviert werden.
Allerdings ist Argentinien wirklich wunderschoen und es gibt einfach sehr viele tolle Ecken. Zudem ist es sehr anders als die Laender in denen ich davor war und vielleicht bin ich am Anfang einfach an die falschen Leute geraten.
Seitdem hab ich allerdings auch wieder sehr viele nette Menschen getroffen und ich kann dieses Land durchaus als Urlaubsziel empfehlen!

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Hasta luego Buenos Aires

Ich hatte noch eine Sache zu Madonna vergessen!
Sie hat natuerlich auch "Don't cry for me Argentina" gesungen. Das ging sogar ohne Discobeat. Alle haben mitgesungen und es flossen sehr viele Traenen.
Das war schon schoen!

Und da ich gestern Abend Buenos Aires verlassen habe und diese schoene Stadt ganz anders ist als der Rest von Argentinien, gibt es einen kurzen Abschlussbericht.
Dazu gehoert auch eine Sache die einfach sehr seltsam ist und die ich trotz fragen nicht verstanden habe.
Aus irgend einem Grund gibt es naemlich keine Muenzen. Nicht nur, dass das Wechselgeld knapp ist. Deshalb muss man bei ungeraden Betraegen oefter mal eine trockene Waffel dazu kaufen um auf einen runden Betrag zu kommen, denn "moneda no hay...".
Da man aber im Bus mit passenden Muenzen bezahlen muss, bin ich nur einmal in den Genuss gekommen...so viel dazu.

Ansonsten hab ich aber alles so weit verstanden und fuer sehr gut befunden!
Es wird zum einen naemlich nicht nur Musik gehoert und gemacht sondern auch ueberall dazu getanzt. So trug es sich zum Beispiel zu an einem Abend um die Ecke auf einem Platz. Da wird die Stereoanlage aufgebaut, ein paar Stuehle zur Seite geschoben, Schuehchen und Roecke angezogen und los geht der Tango.
Als die Anlage um zwei Uhr Nachts abgebaut wurde, stellten sich kurz ein paar Strassenmusikanten zur Verfuegung und es wurde etwas legerer weiter gemacht.
Und schwuppdiwupp ist es morgens und alle Menschen sind immer noch auf der Strasse.
Buenos Aires ist auf jeden Fall eine Stadt die nicht schlaeft.
Deshalb kam es mir ganz gelegen 18 Stunden im Nachtbus zu verbringen um von eben diesem ein wenig nachzuholen.

Und hier wieder was zum gucken: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Sonntag, 7. Dezember 2008

Anmerkung zum Blogeintrag vom 30.11.2008

Ich hab jetzt eine Erklaerung fuer das Benehmen einiger Argentinier die ich bis jetzt getroffen habe: Die sind einfach nur beleidigt weil sie nicht in Buenos Aires leben!
Kaum sind wir hier mit dem Schiff aus Uruguay angekommen, waren alle wieder freundlich, zuvorkommend und interessiert.
Es gibt in dieser Stadt aber auch wirklich keinen Grund schlecht Gelaunt zu sein. Das Wetter ist toll, es gibt schoene Parks, tolle Wohnviertel und unendlich viele nette Laeden.
Und zudem hatte ich endlich ein hervorragendes Steak. Genau genommen das beste Steak meines Lebens!
Miko ist gestern Richtung Heimat geflogen, aber vorher haben wir so ziemlich jede Stunde in dieser Stadt genutzt und leiden jetzt wohl beide an Platten Fuessen, Schlafmangel und einem Loch in der Reisekasse, aber man kann hier auch einfach nicht anders.
So ging es also von Tangoshow bis hin zu einem Madonna Konzert.
Nicht dass ich jemals Fan war oder auch nur ein Album besitze, aber sie mal live zu sehen war schon ein echtes Erlebnis. Auch wenn leider die ganzen Klassiker mit einem schlimmen 80er Jahre Beat unterlegt wurden so vergingen die 2,5 Stunden wie im Fluge und der Sound hat uns im wahrsten Sinne des Wortes weggepustet.
Buenos Aires war auf jeden Fall ein kroenender Abschluss fuer unsere sehr schoene gemeinsame Reise!

Sonntag, 30. November 2008

Heimatgefuehle in Uruguay

Also gruen war es in Argentinien, allerdings wurden alle anderen Vorfreuden bis jetzt noch nicht so richtig bestaetigt.
Natuerlich ist der Einstand auch nicht ideal wenn man gleich an der Grenze nach Strich und Faden uebers Ohr gehauen wird. Dabei dachte ich sie haetten es vielleicht nicht noetig. Jedoch hab ich hier mehr Armut gesehen als in irgend einem anderen Land.
Die Gesamtbevoelkerung ist recht wohlhabend, aber dafuer fallen auch umso mehr Familien hinten runter und haben einfach gar nichts. Nirgendwo vorher ist es mir passiert, dass Kinder von Tisch zu Tisch gehen und die Essensreste in einer grossen Tuete sammeln.
Auch ist mir noch nie Falschgeld untergekommen obwohl das in Peru wohl sehr haeufig vorkommt. Nur hier in Argentinien meinte ein sehr unfreundlicher Taxifahrer morgens um sechs nach einer Nachtbusfahrt, dass er unter sein Wechselgeld eine selbstgemachte Bluete mischen koennte.
Und um jetzt zu guter letzt noch einen riesigen Kamm zu nehmen und alle Argentinier drueber zu scheren: Der Argentinier an sich ist arrogant!
Ok, sie haben ein schoenes Land, das Wetter ist gut und die Frauen haben sehr grosse Brueste (ob wohl was dran ist an der hohen Rate an Schoenheitsoperationen??), aber das ist doch kein Grund gleich so zickig zu sein.
Es tut mir leid fuer alle Argentinien Fans und natuerlich fuer den Argentinier, aber ich bin natuerlich weiterhin offen und lasse mich gerne vom Gegenteil ueberzeugen.
Und man darf ja auch nicht ausser Acht lassen, dass die Ausnahmen die natuerlich auch hier die Regel bestaetigen umso erfreulicher sind.

Jetzt gibt es auf jeden Fall gerade eine kleine Auszeit in Uruguay in einem kleinen Fischerdorf an der See. Wir hatten bereits unsere Strandtuecher gebuegelt, gestaerkt und waren bereit ein paar Tage faul am Strand zu verbringen.
Leider erinnert das Wetter gerade doch eher an Dithmarscher Gefilde und so kann man mit Regenjacke und Gummistiefeln der Steifen Brise trotzen.

Ach so und ich war Paragliden. Na gut, ich koennte behaupten ich war Paragliden. Ich hatte naemlich schon saemtliches Geschirr an, war an meinen Piloten gekettet und der Schirm hat nur drauf gewartet vom Wind erfasst zu werden. Es gibt auch Beweisfotos...
Damit endet die Geschichte leider, denn der Wind frischte auf und das Fliegen waere zu gefaehrlich gewesen.

Samstag, 22. November 2008

Bolivien in Bildern

Unter diesem Link gibt es Salzwueste und mehr in Bildern: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/sets/72157609696726595/detail/

Freitag, 21. November 2008

Gastspiel in Bolivien

Gerade sind wir angekommen und uebermorgen verlassen wir schon wieder Bolivien.
Das liegt allerdings nicht daran, dass es hier nicht schoen ist, sondern dass dann tatsaechlich auch bei mir irgendwann mal die Zeit knapp wird und Argentinien ruft.

Wir haben aber tolle Sachen mitgenommen wie unsere 3-Tages-Tour durch die Salzwueste die sich nicht beschreiben laesst und ich deshalb bald Fotos hochladen werde.
Dann ging es doch noch ein wenig noerdlicher nach Potosi und Sucre und letzte Nacht in einer 14 Stuendigen Busnachtfahrt wieder runter Richtung Grenze nach Tarija.
Alles sehr schoene Staedte und wahrscheinlich auch die reichsten und touristischsten Ziele in diesem Land. Trotzdem hat mich hier schon viel an Peru erinnert.
Und jetzt bin ich auch langsam bereit fuer ein wenig mehr gruen!

Unsere Reise in diesem Land wurde durch sehr viele nette Mitreisende gepraegt die wir zum Teil schon in Chile oder waehrend unserer Wuestentour kennengelernt haben. So bestanden wir meistens aus einer mittelgrossen Reisegruppe und die Tage flogen nur so dahin.

In Bolivien wird mein Magen zudem ein letztes Mal auf die Probe gestellt bis ich ihm das Praedikat "Suedamerikatauglich" geben moechte.
Wir essen viel auf Maerkten, Strassenstaenden und auch Salate schocken mich nicht mehr (nach diesem Satz hab ich drei Mal auf Holz geklopft).
Aber bei einem Preis von 90 Cent fuer ein delikates Mittagsmenue inklusive Suppe fehlen einem einfach die Einwaende.

Und hier noch was fuers Herz nachdem die Paare in einem meiner letzten Blogs nicht so gut weggekommen sind:
Flamingos haben zu Lebzeiten nur einen Partner und stirbt der, so verweigern sie ab diesem Zeitpunkt das Essen und warten ebenfalls auf das Ende.
Romeo und Julia sind ja wohl nur eine Seifenoper dagegen!

Montag, 17. November 2008

Was bleibt sind die Erinnerungen

Unser geliebter Opa ist am 13.11. nach langer Krankheit eingeschlafen.
Ich habe in Gedanken mehrere Male im Flugzeug auf dem Weg nach Hause gesessen, allerdings haette er es am wenigsten gewollt und ich habe bei der Umarmung vor meiner Abreise bereits versucht zu realisieren, dass es die letzte sein koennte. Zudem bin ich sehr gluecklich, dass ich mich noch auf diese Art verabschieden konnte und froh darueber ihn jetzt auf meiner Reise als Schutzengel dabei zu haben.
Deshalb widme ich diesen Blogeintrag meinem Opa!

Er war naemlich ein ganz besonderer Opa und das lag nicht nur daran, dass er die groessten Haende Dithmarschens hatte, mindestens!
Ausserdem war er ein leidenschaftlicher Taenzer denn mit eben diesen Haenden hatte er die Damenwelt fest im Griff und es ging mit Schwung und Elan ueber das Parkett. Wobei der Schwung zunahm je spaeter der Abend wurde.
So ging er eigentlich immer durchs Leben, sei es beim Besteigen der Treppe die in seine Wohnung hoch ging oder die unzaehligen Kilometer die er auf seinen Spaziergaengen abgerissen hat.
Ausserdem hatte er sehr viel Humor und wenn er etwas lustiges gesagt hat, dann hat er die Augen ganz weit aufgerissen und die Lippen aufeinander gedrueckt.
Obwohl er im Allgemeinen vielleicht das war was man einen Eigenbroedler nennt und mit mir und meiner Mutter genug Frunsluet um sich hatte, so konnte ihm das Haus gar nicht voll genug sein und wenn es ihm zu doll wurde dann hat er sich einfach in die Ecke gesetzt und in sich rein gegrient.
Aber er konnte auch zornig sein! Sowas von zornig, von ihm konnte noch der ein oder andere ein paar Schimpfwoerter lernen. Allerdings ging es dann eher um eine Schraube die nicht so wollte wie er und die dafuer nun einmal auch so eine Behandlung verdient hatte.
Kein Mensch kann mit so viel Genuss ein Bier trinken nach einem langen Sommertag im Garten und es hat lange gebraucht bis ich verstanden hatte was er dabei empfindet wenn er den kuehlen Tropfen seine Kehle entlang laufen liess und dabei zufriedene Geraeusche von sich gegeben hat.
Als ich noch klein war hat er mir haeufig Videos ausgeliehen und ich kannte immer die neuesten Disney Streifen. Einmal hatte er sich allerdings vergriffen und als er rein kam und ich bei der spannensten Stelle von die "Blaue Lagune" angekommen war, so wurde die Filmvorstellung mit den Worten "das sind obszoene Szenen" aprupt abgebrochen.
Ansonsten war er aber sehr modern fuer einen Opa und ich habe ihm immer gerne meine neuesten Errungenschaften in Sachen Klamotten vorgestellt auch wenn er sich oft ein Augenrollen nicht verkneifen konnte. Aber wenn ich dann seinen Geschmack getroffen hatte, dann konnte ich den Stolz in seinen Augen sehen.

Es gibt so viele schoene Geschichten die ich mit ihm, er mit mir und wir zusammen erlebt haben und er wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens sein!

Mittwoch, 12. November 2008

Man muss auch Abstriche machen

Nachdem ich nun immer geschrieben hab was ich alles Schoenes gemacht habe, werde ich jetzt mal berichten was ich nicht machen werde.

Wahrscheinlich geht gleich ein Raunen durch die Menge, aber hier kommts:
Die Antarktis ist gestrichen!
Ich bin immer noch der Meinung, dass es der Trip meines Lebens waere, aber es gibt zu viele Sachen die dagegen sprechen und genug die dafuer sprechen in einem anderen Urlaub wieder zu kommen.
Erstens hab ich schon so viele wunderschoene Sachen erlebt und auch wenn jetzt vielleicht einige die Augen verdrehen: die Zeit laeuft mir davon.
Am Ende haette ich noch zwei Wochen in Suedamerika bevor es nach Australien geht und es waere einfach zu schade so eine tolle Geschichte irgendwo dazwischen zu quetschen.
Und dann kommt natuerlich noch hinzu, dass das Geld auch nicht mehr wird und die Antarktis einfach von Anfang an der groesste Posten in meinem Reisebudget war.
Dann komm ich lieber wieder wenn ich reich und beruehmt bin und lasse es mir jetzt noch die letzten Monate gut gehen ohne gross auf was verzichten zu muessen.

Weiterhin geht es jetzt nicht wie geplant weiter hoch nach Peru um Machu Picchu zu machen, da es leider genau an der Grenze wo wir rueber wollten Unruhen gibt und keiner recht weiss wann sich das ganze wieder beruhigt.
Zum ersten ist das natuerlich keine schoene Reisesituation auch wenn es fuer Touristen nicht bedrohlich ist, aber im schlimmsten Fall bleibt man irgendwo stecken weil keine Busse mehr fahren und das koennen wir uns gerade nicht leisten.
Wir haben doch keine Zeit!!!

Deshalb geht es morgen in die Salzwueste nach Bolivien und von da runter nach Argentinien wo wir uns eine entspannte Zeit machen werden!
So sieht es aus!

Und da ich nur noch fuer den Weiterflug nach Australien zurueck nach Chile komme hier noch mal die abschliessenden Worte:
Chile ist ein wunderschoenes Reiseland, aber das hatte ich glaub ich schon geschrieben. Hier gibt es alles, fuer jeden was und der Kulturschock haelt sich in Grenzen die man fuer einen "normalen" Urlaub gebrauchen kann.
Was mir hier allerdings am positivsten Aufgefallen ist, sind die freundlichen Menschen. Als ich das erste mal nach dem Weg gefragt hab, wurde ich gleich bis zu meinem Zielort begleitet, wenn man eine Frage stellt bleiben die Leute stehen und beschaeftigen sich mit dir und wenn man sich erstmal dran gewoehnt hat hoert man auch auf hinter allem eine Absicht zu vermuten.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mich mitlerweile verstaendigen kann, aber die Chilenische Bevoelkerung ist schon auffallend herzlich und freundlich!

Zu einem runden Abschluss gehoeren natuerlich auch noch ein paar Fotos:
http://www.flickr.com/photos/14669014@N03

Montag, 10. November 2008

Japanische Rockstars und andere Erkenntnisse

Ich hab mit Miko eigentlich da angefangen wo wir vor einigen Monaten aufgehoert hatten: shoppen, Sushi essen und abends zum Konzert (wobei man nicht ausser Acht lassen darf, dass das nach mehreren Monaten Abstinenz passiert ist und ich beim shoppen nichts gefunden habe).
Vor allem beim Konzert ist mir erstmal wieder aufgefallen wie sehr es mir doch gefehlt hat Livemusik zu erleben.
Es ereignete sich naemlich, das R.E.M. in Santiago zugegen war und zusammen mit den Kaizer Chiefs (Highlight des Abends) und Mars Volta (welche Drogen muss man nehmen um das zu ertragen???) auf dem Sue Festival gespielt hat.
R.E.M. hat alle Hits gebracht und wir hatten den ersten Tag der gemeinsamen Reise erfolgreich gestartet.
Die darauffolgenden Tage haben wir damit verbracht die Chilenische Kueste hochzureisen und sind mitlerweile in der Atacamawueste (http://de.wikipedia.org/wiki/Atacamaw%C3%BCste) angelangt die zwar wie die Westernstadt im Heidepark anmutet, aber von der man beeindruckende Touren zum Beispiel in das Tal des Mondes (http://de.wikipedia.org/wiki/Valle_de_la_Luna_(Chile)) machen kann. Davon beim naechsten mal mehr.

Miko hat schon die Suedamerikanische Sonne zu spuehren bekommen und zudem vor lauter Entspannung sich eine Erkaeltung eingefangen. Wir haben sie allerdings spontan mit grosser Sonnenbrille und Sonnenhut als japanischen Rockstar auf Drogenentzug getarnt und so muss sie nicht im verdunkelten Mehrbettzimmer ausharren.

Bevor ich mit diesem Eintrag abschliessen kann moechte ich allerdings kurz noch ein weiteres Thema anreissen: Reisende Paare.
Entschliesst man sich in trauter Zweisamkeit fuer die Unterkunft in einem Hostel so bleibt wohl als erstes die Privatsphaere auf der Strecke.
Dabei spreche ich nicht von knutschenden Verliebten, daran hab ich mich in Suedamerika schon lange gewoehnt.
Vielmehr geht es um die Paare die es normaler Weise nur in der Oeffentlichkeit schaffen sich normal gegenueber zu verhalten und zu Hause zusammen mit dem Jogginganzug sich eine andere Tonart ueberstreifen.
Da sich auf Reisen allerdings alles in der Oeffentlichkeit abspielt verliert die ein oder andere Lebensgemeinschaft mit auffallender Haeufigkeit an Haltung.
Das schlimmste ist meiner Meinung nach, dass die Meisten einfach nicht mehr merken mit was fuer einer Respektlosigkeit sie den anderen behandeln, so dass ich mich schon diverse male in Situationen wieder fand in denen ich mich zurueck halten musste ihnen nicht meine objektive Meinung mitzuteilen.
Ich kann nur hoffen, dass sich dieses Phaenomen nicht so unauffaellig einschleicht, dass es auch mich schon hin und wieder befallen hat ohne es zu merken, aber wenn mich jemand dabei beobachtet wie ich irgendwann sage "Schnucki, aber ich hab doch gesagt ich moechte gerne noch 20 Minuten im Internet bleiben, bitte sei jetzt nicht beleidigt" und Schnucki aber beleidigt ist und der Meinung das koennten auch alle anderen im Internetcafe erfahren, dann wuerde ich mich freuen wenn mich jemand an meine Worte erinnern koennte.
Also: Seid lieb zueinander! Man muss nicht zusammen bleiben wenn man sich nicht mag.

Sonntag, 2. November 2008

Wer hoch steigt kann tief fallen

Und somit wurden wir nach unserem Ausflug in die Highsociety Chiles schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurueck geholt.
Wie es dann immer so ist war natuerlich fuer die letzte Nacht kein Zimmer mehr zu bekommen. Jetzt weiss ich auch wo die Touristen alle sind! Die haben sich in Santiago eingenistet und besetzen alle Doppelzimmer!
So kam es, dass wir uns in einem stinkigen kleinen Zimmer im Hotel Americano wieder fanden und eine Zeit brauchten bis wir unser Selbstmitleid ueberwunden hatten.
Ich gebe zu so schlimm war es auch nicht, aber der Unterschied zu den zwei Herbergen davor war schon ziemlich gewaltig.
Aber wir sind ja flexibel und so stiessen wir auf unser Schicksal und den letzten Abend mit hervorragendem Rotwein aus einer Wasserplastikflasche an.
Auch wenn das auf keinen Fall der Qualitaet unseres gemeinsamen Urlaubs entspricht!
So sage ich danke fuer wunderschoene 3 Wochen und freue mich auf eine Rueckkehr nach Patagonien!
Hier das ganze in Bildern http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Und da mein neues Motto "Reisen mit Freunden" ist warte ich jetzt in Santiago auf die Ankunft von Miko mit der ich ab morgen weitere spannende 5 Wochen verbringen werde.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Wo sind all die Touristen hin?

Das Wort Nebensaison bekommt in Chile eine ganz neue Bedeutung beziehungsweise Dimension. Waehrend man sich in den noerdlicheren Teilen recht problemlos fortbewegen kann, so passiert in Patagonien zu dieser Jahreszeit gar nichts mehr.
Bereits auf der Faehrueberfahrt haben wir uns ueber die Belegung von geschaetzten 30 Passagieren gewundert wenn das Schiff Doppelstockbetten fuer knappe 300 bereit haelt.
Als wir dann allerdings den ersten Hafen ansteuerten und es diverse Adresse aus unseren Reisefuehrern entweder nicht mehr gab oder sie auf unbestimmte Zeit geschlossen waren befuerchteten wir schon, dass hier Menschen in Form von Touristen zu dieser Jahreszeit nicht erwartet werden. Und wenn dann auch noch ein Vulkan ausbricht (keine Angst, war schon im Mai http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,551200,00.html) und die Verbindung in den Norden dadurch empfindlich gestoert wird, dann bleibt einem nur noch die Flucht ueber Argentinien zurueck ins sonnige Weinanbaugebiet.
Eigentlich war es eher eine 22 stuendige Nachtfahrt mit 30Kmh ueber eine Schotterpiste. Allerdings laesst sich mit dem Fluchtgedanken die Unterkunft auf einem traumhaft schoenen, alten Weingut eher rechtfertigen (http://www.casasilva.cl oder www.dickehose.de).
Mit unseren recht abgewohnten Rucksaecken und auch nicht mehr ganz frischer Bekleidung entsprachen wir wohl nicht dem typischen Klientel, aber wir wurden nach allen Regeln der Kunst hofiert und daran konnten auch unsere unzaehligen (wahrscheinlich recht fachfremden) Fragen bei der Weinprobe nichts aendern. Wobei zu erwaehnen waere, dass wir natuerlich auch hier die einzigen waren.

Und da ja so eine Weinprobe auch recht anstrengend sein kann und man sich erst langsam dem Luxus entwoehnen sollte, haben wir als naechsten und leider auch letzten Stop vor Christians Abreise Valparaiso gewaehlt, eine malerische Stadt direkt am Pazifik. Ich wuerde mal sagen, das Treppenviertel Chiles, oder so aehnlich...
Aber was waere diese Naehe zum Wasser ohne Meerblick und wenn man dann noch aufgrund sprachlicher Barrieren den Preis falsch versteht landet man in einer Suite mit dem schoensten Meerblick den ich je geniessen durfte (http://www.zerohotel.com).
Man muss an dieser Stelle aber auch erwaehnen, dass unsere bisherigen Unterkuenfte zum groessten Teil sehr einfach waren und der Luxus aus einer sauberen (Gemeinschafts-) Toilette und einer warmen (funktionierenden) Dusche bestand.
Von den Tieren die mich eines Nachts befallen haben und mir bis heute juckende Stiche bescheren ganz zu schweigen.

Aber Patagonien soll nicht mit einem Nebensatz abgehandelt werden.
Auch wenn die Faehrueberfahrt ein wenig wolkenverhangen war, so bekam man doch einen Eindruck von der unglaublichen Natur die sich in dieser rauhen, zerkluefteten Landschaft verbirgt. Alleine diese Ecke Chiles ist eine Reise wert und es kommt auf jeden Fall auf meine Liste der Regionen die ich noch mal genauer unter die Lupe nehmen moechte.

Samstag, 18. Oktober 2008

Ein bisschen mehr wie zu Hause

Wenn es Jemanden gab der sich vor langer Zeit mal dran gemacht hat die Erde zu erschaffen, dann war er auf jeden Fall betrunken oder in Experimentierlaune als Chile an der Reihe war.
Hier findet man einfach alles: Palmen neben Kastanienbaeumen, Geckos auf Schneekuppen oder Rapsfelder am Fusse eines Vulkans.
Man kriegt fast heimelige Gefuehle und trotzdem wartet hinter dem naechsten Berg immer wieder eine Ueberraschungen die man nicht erwartet hat.

Ich habe einige Reisende getroffen die von Chile enttaeuscht waren weil es so wenig Suedamerikanisch anmutet, aber ich muss zugeben, dass ich nicht traurig drum bin, dass man mit Bussen fahren kann ohne Angst zu haben, dass sie gleich auseinander fallen.
Oder dass man nicht staendig sein Gepaeck an sich binden muss um es nicht ploetzlich in dem Besitz eines anderen wieder zu finden.
Natuerlich gibt es das gewisse Lateinamerikanische Flair was dabei ein wenig abhanden kommt, aber schliesslich ist es auch ein Zeichen dafuer, dass es der Bevoelkerung hier wesentlich besser geht als in den anderen Laendern und darueber darf man sich nun wirklich nicht beschweren auch wenn man dafuer etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Ausserdem ist es ein hervorragendes Land um es sich zu zweit gut gehen zu lassen und wir haben in den paar Tagen schon tolle Ausfluege in unterschiedliche Nationalparks gemacht, auf einer Berghuette unter einem unglaublichen Vollmond uebernachtet und die Landschaft genossen die sich hier staendig zu veraendern scheint und immer wieder beeindruckt.

Nur dass mit dem Essen hab ich noch nicht so ganz durchschaut. Hier scheint es zwei Moeglichkeiten zu geben sich kulinarisch zu bereichern.
Die Fast-Food Variante in Form eines Completos (Hot Dog, siehe vorheriger Eintrag) in einer der Imbissbuden die es hier an (wirklich) jeder Ecke gibt.
Oder man gehe in ein Restaurant und isst Fleisch mit Fleisch, ein wenig Fleisch als Beilage und Kartoffeln in frittierter oder gekochter Form.
Allerdings entpuppt sich Chile als das Mallorca des Suedens und mit den deutschen Einwanderern kam auch schmackhaftes Brot und ein paar Restaurants die sich zur Aufgabe gemacht haben dem ungesunden Essen durch eine vegetarische Karte entgegen zu wirken.

Und zum heutigen Abschluss noch ein paar Bilder aus Peru und die ersten aus Chile:
http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Freitag, 10. Oktober 2008

Ich komme wieder...keine Frage

Die letzten Tage in Peru waren gepraegt von einem exakt durchstrukturierten, recht straffen Zeitplan.
Entgegen meiner ersten Planung die Strecke Lima - Santiago de Chile in einer 56 stuendigen Busfahrt hinter mich zu bringen hab ich noch eine weitere Sehenswuerdigkeit in Peru eingebaut: die Nazca-Linien (http://de.wikipedia.org/wiki/Nazca-Linien).
Ich wandelte also auf den Spuren Maria Reiches und hab mir die riesigen Figuren aus luftiger Hoehe angesehen die vor ziemlich langer Zeit da in die Wueste gekritzelt wurden und bis heute den Forschern den Kopf zerbrechen.
Also rein in die 4-Mann Maschine (ich war Co-Pilot) und los gehts. Dank eines sehr engagierten Piloten wurde jede einzelne Figur umrundet und spaetestens nach der fuenften hatte ich mich nach einer Tuete umgesehen. Von der ich allerdings nicht gebraucht machen musste.
Gluecklich, beeindruckt und etwas gruen im Gesicht sind wir nach einer halben Stunde wieder gelandet.

Weitere Busfahrten, spannende Orte und interessante Menschen weiter hab ich dann heute Peru vorerst verlassen und mich nach einer unkomplizierten Grenzueberfahrt in einem netten Strandoertchen nieder gelassen um auf meinen morgigen Flug nach Santiago de Chile zu warten.

Ich bin zwar erst ein paar Stunden hier, aber direkt hinter der Grenze veraenderte sich das Bild sehr und alleine der kleine Grenzort Arica erscheint so viel reicher als alle anderen Orte die ich bis jetzt gesehen hab.

Und natuerlich hab ich auch schon die regionale Kueche gekostet: Hot Dog mit Avocado, Tomate, Sauerkraut und Mayonaise. Was fuer ein Willkommensgruss!

Freitag, 3. Oktober 2008

Ein weiteres Abenteuer liegt hinter mir

Heute war es also so weit, ich hatte meinen letzten Tag im Heim und ich muss schon sagen, dass ich diesen Tag ueber die letzte Woche ein wenig herbei gesehnt hatte.
Auf der einen Seite muss ich mir eingestehen, dass ich einfach keine gute Lehrerin bin.
Oder ist es vielleicht gar nicht so schlimm wenn Ricardo anfaengt zu weinen weil ich es nicht schaffe ihm zu erklaeren wie die Uhr funktioniert?
Hinzu kommt, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes oft mit meinem Spanisch am Ende war und zum Schluss einfach auf deutsch angefangen hab zu schimpfen. Ist aber komischer Weise meistens angekommen.
Trotzdem hat es nicht gereicht und mich hat das ein oder andere Kind so sehr zur Weissglut gebracht, dass ich es vielleicht irgendwann mal gepackt und geschuettelt haette. Was eigentlich nicht meinem Naturell entspricht.
Allerdings haben die Jungs es immer wieder geschafft im letzten Moment das Ruder herum zu reissen und ich konnte ihnen nie lange boese sein.
Was mich wohl am meisten aufgeregt hat war, dass ich in meiner Schulzeit die Lehrer am wenigsten ausstehen konnte die immer alles persoenlich genommen haben. Und im Heim war ich kurz davor genau diesen Charakterzug anzunehmen.
Wenn ich dann allerdings den kleinen Knirps Jesus belausche wie er zu Leonel sagt, dass die Hip Hop Stunde ziemlich cool war, obwohl ich ihn fast an den Ohren ins Klassenzimmer schleifen musste, dann ist alles wieder gut.

Im Allgemeinen bin ich immer noch sehr froh ueber diese Erfahrung und ich haette wahrscheinlich nicht mal die Haelfte zu erzaehlen wenn ich einfach nur durch Peru gereist waere.
Trotzdem faellt einem so noch mehr auf wie unterschiedlich die Welten sind und mir wird von Tag zu Tag mehr bewusst, dass ich hier einfach nicht hin gehoere.
Und das liegt nicht daran, dass es nicht immer Wasser gibt, keine Fastfoood Kette oder die Strassen blitzeblank sind.
Es gibt so viele Umstaende die fuer mich zu einem schoenen Leben dazu gehoeren (die nicht immer mit Geld zu tun haben) und die hier einfach unwichtig sind.
Das faengt schon bei der Einrichtung der Wohnung an. Es muss praktisch sein und eine Neonleuchte spendet nunmal viel Licht. Und wenn im Wohnzimmer Platz fuer das Fahrrad ist, warum soll es dann da nicht auch stehen? Sofas sind zum Hinsetzen da, Gardinen vor die Fenster, der Boden praktisch zum sauberhalten und ein Schlafzimmer ist mit einem Bett, einem Schrank und einem Schreibtisch ausreichend eingerichtet. Ich hoffe ihr koennt ein wenig nachvollziehen was ich meine.
Da die Sonne in der Tat sehr aggressiv ist findet auf der Strasse nur geschaeftiges Treiben statt.
Bei uns haette man eine Dachterrasse sofort mit dem noetigen Equipment ausgestattet fuer angenehme Stunden, hier werden die Hunde auf dem Dach gehalten.
Und dann die Geschichte mit dem Popeln...man traegt hier den Finger gerne in der Nase...andere Laender, andere Sitten (sorry Pati, nicht wuergen!).

Ich moechte aber keinen falschen Eindruck hinterlassen, denn ich habe hier ganz viele tolle Menschen kennengelernt und sehr viel Herzlichkeit erfahren und bin Dank meiner Arbeit auf sehr viel Gastfreundschaft und Neugier gestossen.
Auf der Strasse hat sich diese Neugier natuerlich darin geaeussert, dass ich sehr viel angestarrt wurde. Woran man sich zwar ein wenig gewoehnen kann, was einen aber immer wieder spueren laesst, dass man anders ist.
Leider teilte ich mein Schicksal mit einigen Mormonenkindern die hier ihr Glueck versuchen die Bevoelkerung zu bekehren. Auf deren "Hola (wir wissen wie du dich fuehlst, wir sitzen im selben Boot)" haette ich dann auch noch verzichten koennen.

Zum Abschluss noch drei kleine Anekdoten aus dem Andenstaedtchen Huancayo:

Viele Eltern bevorzugen amerikanische Namen fuer Ihren Nachwuchs. Da man sich mit der Schreibweise allerdings oft nicht ganz einig ist entstehen so schoene Namen wie Rosebilt fuer Roosevelt oder Brayan (um nur zwei zu nennen).

Da nicht alle ein Handy besitzen bzw. kein Guthaben aufladen, laufen ueberall Angestellte einer Telefongesellschaft durch die Gegend, bewaffnet mit einigen Mobiltelefonen um sie an vorbeilaufende Passanten fuer ein Gespraech zu vermieten.
Das ist eine Goldgrube!

Und zuletzt moechte ich noch auf das Preis-Leistungsverhaeltnis aufmerksam machen.
Es ist allgemein bekannt, dass man in Suedamerika mehr bekommt fuer sein Geld als in Europa, aber hier mal eine kleine Liste der Sachen die man hier fuer 1€ bekommt: 4 Stunden Internet, oder einen Haarschnitt oder 6 Busfahrten oder 20 Packungen Naehgarn oder 4 Eis oder 8 Salatkoepfe oder 5 Liter Wasser oder oder oder....

So, viel Text, dazu soll es auch Bildmaterial geben: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/sets/72157607456087488/detail/

Morgen geht es zurueck nach Lima und dann weiter Richtung Sueden bis ich naechste Woche Samstag Christian in Santiago de Chile treffen werde!!

Mittwoch, 24. September 2008

Sex, Drugs & Cumbia

Zum ersten Stichwort hab ich eigentlich nur entfernt was zu schreiben. Genau genommen handelt es sich bei der kleinen Anekdote auch ein wenig um die illegale Raubkopiererei in Suedamerika. Da eine gebrannte DVD naemlich weniger als einen Euro kostet (und ich sowieso noch nirgendwo die Moeglichkeit entdeckt habe Originale zu kaufen), gibt es in diesem 700.000 Mann Staedtchen kein Kino, da das um einiges teurer waere als sich den Film zu kaufen.
Allerdings wohnt man hier ueberwiegend bis zur Hochzeit bei der Familie und es gibt somit keine Moeglichkeit eine aufkeimende Liebe mit einem Kinobesuch zu festigen.
Es gibt aber eine Alternative die aus einem Raum so gross wie einer Besenkammer besteht, einem ollen Sofa und einem Fernseher nebst DVD-Player. Das ganze laesst sich dann recht guenstig mieten. Maximal natuerlich fuer zwei Personen.

Bei dem Thema Drogen moechte ich eigentlich nur ganz kurz erwaehnen, dass ich mich noch nie an einem Ort befunden habe an dem so wenig geraucht wurde.
Ungefaehr nach einer Woche ist mir aufgefallen, dass ich noch nie eine Person hab rauchen sehen. In Bars und Discotheken wird dann zwar einiges nachgeholt, aber wuerde man diese Plaetze meiden so wuerde man nicht mal wissen, dass es Zigaretten gibt.

Cumbia - "Cumbia wird im 4/4-Takt gespielt bei mittlerem Tempo (80-110 bpm), während - anders als bei der Salsa - die Grundschläge auf der 1 und der 3 deutlich markiert werden, oft mit Hilfe einer Marschtrommel".
Meine Beschreibung wuerde allerdings eher so lauten: Lateinamerikanische Klaenge ausgefuehrt von einer lustigen Truppe bei deren Texten es allerdings immer um tragische Liebesgeschichten geht. Eigentlich ganz nett anzuhoeren...waeren da nicht die Transportmittel, Geschaefte und Radiostationen die einen mit dieser Musik regelrecht penetrieren.
Da sich das populaere Repertoire auf eine handvoll Musikstuecke beschraenkt, kann man doch recht schnell eine Ueberdosis bekommen. Anscheinend geht das jedoch nur mir so denn jegliche Altersgruppen froehnen den Cumbia Klaengen wann immer sie Gelegenheit dazu finden.
Auch ich als grosser Musikfreund wollte mir natuerlich das gestrige 1. Internationale Cumbia Festival nicht entgehen lassen. Als ich allerdings nach fuenf Stunden (es war mittlerweile zwei Uhr Nachts an einem Montag) gefuehlte 5cm Bein in den Bauch gestanden hatte musste ich aufgeben. Man muss aber auch dazu sagen, dass es sehr viele unterschiedliche Gruppen waren die sich allerdings alle an ein und dem selben Pool von Titeln bedient haben der wie oben erwaehnt aus einer Handvoll besteht. Ich habe das Prinzip noch nicht ganz verstanden, aber ich werde auf jeden Fall eine Kostprobe (Raubkopie versteht sich) mit nach Hause bringen.

Und in der Zwischenzeit gibt es die ersten Fotos aus Peru unter: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/sets/72157607456087488/detail/

Freitag, 19. September 2008

Mein Leben in den Anden

Zwei Wochen spaeter und es kehrt tatsaechlich so etwas wie Alltag in mein Leben. Auch wenn der Alltag mir hier wesentlich anstrengender vorkommt als in der Heimat. Mittlerweile bin ich zwei Tage die Woche auch Vormittags im Heim und abends raucht mir dann ganz schoen der Kopf.
Leider wird so langsam deutlich, dass es doch einiger Ausbildung bedarf um mal eben ein paar Kindern etwas beizubringen und ich bin bereits an spanischen Textaufgaben gescheitert.
Es laeuft also meistens darauf hinaus, dass wir malen, aber man darf vielleicht auch nicht zu viel erwarten.
Ich hab aber eine Sache gefunden die den Kindern voellig neu war und zwar hab ich mit ihnen Hip Hop getanzt. Nein, ich hab niemals Tanzunterricht gegeben und hab auch nie professionell getanzt. Aber fuer diese Zwecke hat es tatsaechlich gereicht und das ganze auf spanisch.
Einigen Kindern hat es sehr viel Spass gemacht und natuerlich wurde auch mal ueber die Strenge geschlagen. Ich konnte aber mit einem ohrenbetaeubenden Pfiff auf zwei Fingern ueberzeugen...das musste einfach sein.
Ich wurde sogar von einigen Jungs gefragt wann es die naechste Stunde geben wird und ich wuerde mich freuen mich noch ein wenig mehr einbringen zu koennen, aber fuer die Lehrer war das doch eine ziemlich neue Erfahrung und ich bin mir nicht sicher ob sie das noch mal wiederholen moechten.

Ausserdem haben wir in den letzten Tagen zwei Oefen fertig gestellt.
Man nehme ein paar Ziegelsteine, einige Eisenstangen, ein Blech mit Loechern fuer die Toepfe, einen Blechschornstein und eine sehr grosse Portion Matsch gemixt mit Mulifaekalien. Danach wird froehlich gezimmert, geschmiert und vor allem sehr viel improvisiert.Dabei wird so ziemlich alles verarbeitet was sich so finden laesst um zum Ziel zu kommen. Wenn man dann allerdings die Matsche auf dem ganzen Verteilt und schoen glatt streicht, dann kann sich das Ergebnis sogar sehen lassen. Ich werde bald mal wieder Bilder online stellen.

Ansonsten freu ich mich immer wieder ueber die kleinen Anekdoten im meinem peruanischen Leben. Zum Beispiel wenn mich ein Kind fragt ob ich aus dem Land von Michael Jackson komme oder wenn ich etwas mehr als 1 € fuer einen Haarschnitt bezahle. Ok, es hat auch nur 5 Minuten gedauert, aber das Ergebnis ist gar nicht so schlecht.
Ein Lehrer hat mich gefragt was man denn in Berlin sieht am Ende der Strasse?!? Hier gibt es rundherum nur Berge und jede Aussicht ist von diesem Panorama begrenzt. Wenn man also noch nie aus Huancayo heraus gekommen ist, dann kann man schon mal auf so eine Frage kommen.

Freitag, 12. September 2008

Vom Leben in Peru und anderen schraegen Voegeln

Ich hab mich schon oft gefragt warum es eigentlich die huebschen, sauberen Tauben im Park gibt und die dreckigen, Muell fressenden Tauben in der Stadt mit den verkrueppelten Fuessen.
Warum leben die freiwillig zwischen den Menschen und Autos und ziehen nicht um aufs Land oder auf eine Gruenflaeche? Umziehen muesste sich doch bei denen ziemlich einfach gestalten.

Auf der Busfahrt von Ecuador nach Lima, Peru (die am Ende 30 Stunden dauerte) musste ich oft daran denken. Leider haben die meisten Leute hier keine Wahl und koennen nicht einfach davon fliegen und woanders wohnen. Ich habe auf dem Weg Landschaften gesehen die fuer mich voellig unbewohnbar erscheinen. Obwohl die Panamericana direkt am Meer entlang fuehrte gab es rundherum nur Sand, Sand und noch mal Sand. Und ich spreche nicht von feinem Wuestensand oder weissem Karibikstrand. Vielmehr sah es aus als haette jemand beschlossen ein riesengrosses Wohngebiet zu bauen und nachdem alles dem Erdboden gleich gemacht wurde, einfach aufgehoert. Die Siedlungen stachen dabei nicht wesentlich hervor sondern erschienen mir genauso trist wie alles andere. Mag vielleicht auch an dem Himmel liegen der so grau war wie ich zuvor noch keinen anderen Himmel gesehen hab.

Weitere sechs Stunden Busfahrt in die Anden wurde die Landschaft allerdings ein wenig farbenfroher und so langsam konnte ich mir vorstellen in einem Ort auszusteigen und die naechsten vier Wochen zu verbringen. Allerdings weiterhin ehrlich gesagt mit einem sehr mulmigen Gefuehl.
Mittlerweile bin ich seit fast einer Woche in Huancayo (http://www.huancayoperu.com/), einem netten 700.000 Mann Staedtchen umzingelt von Bergen.
Die Organisation fuer die ich arbeite besteht nur aus einer Person. Einem 25jaehrigen Studenten der es sich zur Aufgabe gemacht hat das Leben in Peru ein wenig zu verbessern, unerschoepflich interessiert ist an anderen Kulturen und uebermaessig dankbar dafuer ist, dass andere Personen sich auf den Weg machen um ihm zu helfen. Dementsprechend gut gehts mir hier auch. Ich habe quasi meinen eigenen Reisefuehrer und bin ueberaus dankbar dafuer, dass ich so tief in die Kultur und das Leben hier eintauchen kann.
Ich esse peruanisch (seeeehr lecker!!!), ich spreche spanisch (immer noch nicht fliessend), ich arbeite in Peru und unterscheide mich fuer diese Zeit auch sonst nicht gross von der Bevoelkerung in Huancayo und das ist ein ziemlich beeindruckendes Gefuehl. Zudem hab ich seit Tagen keinen Touristen, geschweige denn jemanden mit blonden Haaren gesehen.

Morgens fahren Plinio und ich in ein Dorf in der Naehe. Auf dem Land wird hier zum groessten Teil noch auf offenem Feuer gekocht und da das ungesund und gefaehrlich ist besuchen wir die Familien und bauen ihnen Oefen. Dazu allerdings beim naechsten mal mehr.

Nach einem hervorragenden Mittagessen (wir haben eine tolle Koechin!!) gehts fuer mich dann weiter in ein Waisenhaus in der Stadt. Heute hatte ich meinen dritten Tag und so langsam entspann ich mich und kann die Zeit mit den Kindern geniessen. Ich gebe zu, dass ich mich am Anfang an die Rotznasen, die dreckigen und langen Fingernaegel und die Umgangsformen gewoehnen musste. Mittlerweile hab ich allerdings schon einige der Kinder sehr tief in mein Herz geschlossen! Alle sind komplett unterschiedlich, allerdings alle aus sehr schwierigen Familienverhaeltnissen. Einige sind auch geistig sehr mitgenommen.
Ich muss schon sagen, dass ich mir am Anfang vorkam wie in einem Film. Auf der einen Seite der Junge der nicht spricht und den ganzen Tag nur laeuft oder rennt, an meinem Bein ein kleiner Junge der einfach mal eine feste Umarmung braucht und auf der anderen Seite zwei Jungs die gerade Bloodsport nachspielen.
Ich werde demnaechst bestimmt noch viel mehr berichten. So langsam bekomme ich auch wieder Ordnung in meine Gedanken, aber ich muss schon sagen, dass mich das hier alles am Anfang schon ganz schoen durcheinander gebracht hat.

Trotzdem kann ich jetzt schon sagen, es ist toll ein Voluntaer zu sein und ich hab grosses Glueck mit meiner Oranisation. Und wer sagt, dass man sowas nur macht um sich ein reines Gewissen zu beschaffen dem kann ich nur sagen: es funktioniert! Und ich glaube es ist wichtig, dass gerade solche Kinder wissen, dass sie nicht alleine sind und Menschen aus der ganzen Welt sich fuer sie interessieren. Sei es fuer eine Woche, einen Monat oder ein Jahr.
Und wenn ich Huancayo verlasse und einige Familien wegen meiner Hilfe auf einem Ofen kochen koennen, dann werde ich mich noch lange darueber freuen und bestimmt das ein oder andere mal daran denke wenn ich vor meinem Herd stehe.
Ihr seht, ihr braucht mir nicht auf die Schulter zu klopfen, das hab ich selber schon getan ;-)

Trotzdem werde ich garantiert kein Dauervoluntaer wie man sie auf Reisen so oft trifft.
Fuer mich hoert es dann auf wenn ich gefragt werde, ob mein Ipod auch aus der Special Edition ist bei der 10 Dollar nach Afrika gehen....

Donnerstag, 4. September 2008

Kurz ein paar Worte zu Ecuador

Ich bin zurueck in der Wirklichkeit. Genau genommen in Guayaquil in dem Hostel in dem alles begann und Miriam und ich uns nach 1,5 Jahren wieder getroffen haben.
Miriam ist mittlerweile im Flieger zurueck nach Deutschland und ich warte auf meinen 26 Stunden Bus nach Lima.

Allerdings moechte ich Ecuador nicht verlassen ohne noch ein paar Worte zu diesem wunderbaren Land zu verlieren. Vielleicht war es die Reisebegleitung, vielleicht meine besseren Spanischkenntnisse oder mein Magen der sich an das Essen gewoehnt hat. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass mich das Land mehr als begeistert hat und ich nie gedacht haette, dass man hier so viel Zeit verbringen kann und immer noch das Gefuehl hat laenger bleiben zu koennen.
Ecuador hat nicht nur vier Klimazonen sondern in jeder dieser Regionen leben auch komplett unterschiedliche Menchen. Waehrend man an der Kueste natuerlich sehr entspannt (und fast immer barfuss) den Tag beginnt und sich gerne zwischendurch eine kleine Auszeit auf den Wellen, beim Fussball oder mit einer kleinen Siesta goennt, so kommt einem die Bevoelkerung in den Bergen doch wesentlich geschaeftiger vor. Hier wird sich aufgrund der geringen Temperaturen dick eingepackt und die Wangen sehen immer ein wenig verfroren aus. Zudem wird auf den Feldern oder mit dem Vieh gearbeitet und die Vegetation scheint wie das Fleisch auf den Rippen der Rinder oder Ziegen nicht besonders ueppig.
Und dann sind da natuerlich noch die Bewohner des Dschungels ueber die ich eigentlich gar nicht viel sagen kann und die mir erscheinen als hingen sie irgendwo zwischen alten Traditionen und neuester Technik.
Waehrend auf die Kunst der Schamanen vertraut wird droent moderne Musik aus den Holzhuetten, angetrieben durch Solarenergie.
Auf den Galapagos Inseln findet sich vielleicht ein Mix aus allem wobei hier der Tourismus natuerlich immer und ueberall ist. Wenn man dann allerdings die Schulkinder sieht die nach der Schule mit einem Boottaxi ihren Heimweg ueber tuerkisenes Wasser antreten waehrend neben ihnen die Seehunde schwimmen und ueber ihnen Pelikane kreisen, dann bekommt man das Gefuehl, dass es sie nicht so schlecht getroffen hat.

Was ich eigentlich nur sagen moechte ist, dass Ecuador toll ist und immer wieder eine Ueberraschung bereit haelt! Hier gibt es auf jeden Fall fuer jeden Geschmack etwas und sehr viele hilfsbereite und liebenswerte Menschen haben uns einen wunderschoenen und unkomplizierten Aufenthalt beschert!

Trotzdem hat es die ein oder andere Erfahrung gegeben, die ich alleine garantiert nicht erlebt haette und ganz bestimmt haette ich niemals so viel tolle Unterhaltungen gefuehrt und so viel und herzlich gelacht!
Deshalb danke ich dir Miriam :-)

Dienstag, 2. September 2008

Neue Fotos

Bevor es weiter nach Peru geht gibt es hier noch ein Update der Ecuador Fotos: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/sets/72157606712937293/detail/

Sonntag, 31. August 2008

Und ich bin doch eine Nordseekrabbe

Unglaublich was Ecuador alles zu bieten hat und wieviel wir in den fuenf Wochen geschafft haben zu sehen.
Nach der Kueste ging es uebers Hochland in den Dschungel und somit fehlte uns eigentlich nur noch eine Klimazone: die Galapagos Inseln.
Aber zuerst mussten wir uns von dem Urwald erholen und so kehrten wir fuer ein paar Tage zurueck ins Hochland und liessen uns bei einem allmorgendlichen Dampfbad in Banos wieder herstellen.
Und dann gings los, ab in die Maschine von Guayaquil direkt auf die Inseln um von da unsere 4-taegige Bootstour zu beginnen.
Die ersten zwei Tage sind aufgrund der Seekranktabletten zwar ein wenig verschleiert an mir vorbei gezogen, aber umso besser hab ich abends in der schwankenden Koje geschlafen.
Ich hatte ja keine Ahnung, dass die Dinger einen ganzen Tag lang wirken, aber so konnte ich vielleicht mit ein wenig mehr Gelassenheit dem Hai beim Schnorcheln begegnen...
Ok, es war ein komplett ungefaehrlicher Whitetip-Riffhai (oder wie auch immer) und meine Flossen haben sich sogleich verselbststaendig und mich auf direktem Wege zurueck zum Strand gebracht...
Aber ich bin zurueck gekehrt (an einem anderen Strand) und wurde mit riesigen Meeresschildkroeten, Seeloewen (vor denen ich noch mehr Respekt habe als vor Haien), unzaehlige Leguanen zu Wasser und an Land, Pinguinen und natuerlich unzaehligen Fischen belohnt.
Ich hatte mir zwar alles ein wenig anders vorgestellt, vielleicht gruener, kleiner, unbewohnter und mit noch mehr Tieren, aber wenn man am Strand liegt und es fliegen Flamingos und unzaehlige andere tolle Voegel an einem vorbei, dann kommt einem das schon alles ganz schoen unwirklich vor.
Auch das Schiff, die Besatzung und die anderen Mitreisenden waren zu unserer vollsten Zufriedenheit und mal wieder war es ein Sonnenuntergang an Deck der mir wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben wird. Vor allem in Kombination mit einem unglaublichen Sternenhimmel aus dem zu allem Ueberfluss auch noch Sternschnuppen fielen.

Und wenn man sich schon mal auf den Weg gemacht hat, dann sollte man hier schon noch ein wenig verweilen und so sitzen wir nun schon seit ein paar Tagen auf der Trauminsel Isabela in einem sehr verschlafenen Dorf und machen eigentlich Nichts, ueberhaupt Nichts und zwischendurch auch Nix. Obwohl das stimmt nicht, wir liegen am Strand, beobachten hunderte von Leguanen die jeden Tag zum Fressen im Wasser an uns vorbei ziehen und gehen barfuss im Sand joggen. Zwischendurch muessen wir uns dann gegenseitig kneifen und uns daran erinnern was wir hier eigentlich machen und wo wir eigentlich sind.

Dienstag, 19. August 2008

Welcome to the Jungle

Die Tour in den Oriente Ecuadors war wohl mein beeindruckendstes Naturerlebnis, aber trotz alledem moechte ich die Touren die wir vorher von Quito aus gemacht haben nicht unter den Tisch fallen lassen.

Ich als alte Flachlandpommeranze war naemlich in 5100 Metern auf dem Cotopaxi (http://de.wikipedia.org/wiki/Cotopaxi), dem zweithöchsten Berg Ecuaduors und einem der höchsten aktiven Vulkane der Erde!
Na gut, insgesamt ist er fast 6000 Meter hoch und ich war also nicht ganz oben sondern "nur" bis zum Gletscher, aber wer das Gefuehl nicht kennt in der Hoehe zu sein, der kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen wie anstrengend das ist. Mein ganzer Koerper hat nur noch danach geschrien mich flach auf den Boden zu legen und mir einen ungefaehr 20 Stunden Schlaf zu genehmigen. Aber die Aussicht hat sich schon gelohnt!
Deshalb haben wir uns dann auch noch mal in die Berge begeben zum Kratersee Quilotoa (http://de.wikipedia.org/wiki/Quilotoa). Den Aufstieg konnten wir zum Glueck auf dem Ruecken von Mulis geniessen und anschliessend ging es gleich in den Nachtbus nach Lago Agrio von wo wir in den Cuyabeno-Nationalpark (http://de.wikipedia.org/wiki/Cuyabeno-Nationalpark) gestartet sind.

Vier Tage und drei Naechte Mitten im Amazonas-Regenwald und selbst einen Tag nach Rueckkehr kann ich noch nicht recht glauben was ich da alles erleben durfte.
Kurz zusammen gefasst kann ich sagen wir hatten sehr viel Glueck mit dem Wetter, einen super tollen Guide der seit seiner Geburt im Regenwald lebt und eine tolle Lodge mit hervorragendem Essen. Allerdings natuerlich auch recht viele ungebetene Gaeste um mit den Vogelspinnen im Dach nur einige zu nennen. Unsere Huette mussten wir zum Glueck nur mit sehr vielen Kakerlaken teilen und man wundert sich schon sehr wie sich die Einstellung diversen Insekten gegenueber veraendern kann. Kommt man von einer Nachtwanderung auf der man Handgrosse Spinnen und andere Krabbeltiere gesehen hat, so kann man einer 5cm grossen Schabe doch recht gelassen gegenueber treten.
Um sich bei Nacht allerdings ueber die lauten Naturgeraeusche zu freuen und darueber hinaus einzuschlafen, musste man sich jedoch schon ein wenig konzentrieren und ausblenden, das all diese Tiere sich theoretisch in unsere Unterkunft verirren koennten.

Wenn man dann allerdings am naechsten Morgen ins Kanu steigt und ueber die Fluesse des Urwalds faehrt, dann ist man sofort doppelt und dreifach fuer eine schlaflose Nacht entschaedigt.
Und wenn der Tag dann damit endet, dass man im Boot auf der grossen Lagune treibt unter einem wolkenlosen Himmel und auf der einen Seite den tollsten Sonnenaufgang hat waehrend auf der anderen Seite ein riesen grosser Mond aufgeht, dann kann es sich eigentlich nur noch um einen kitschigen Hollywoodschinken handeln bei dem man die Farben nachbearbeitet hat.
Aber ich habs erlebt und beim Schreiben schlaegt mein Herz immer noch schneller, ehrlich!

Das ganze wurde dann noch skuriler als wir am letzten abend zwei Kanadier bei einem Schamanen abgesetzt haben damit die einer Zeremonie beiwohnen konnten bei der eine Droge, gewonnen aus einer Liane, konsumiert wird um den Koerper zu reinigen und man dadurch zwei Stunden lang Halluzinationen hat. Die Beiden wurden am naechsten Tag wohlbehalten zurueck gebracht und fuehlten sich wie neu geboren. Ausserdem hat der eine dadurch Jaguar gesehen die den Leuten ohne Drogen leider vergoennt gewesen waren.

Mittwoch, 13. August 2008

Ecuador Fotos

Ich hab es vor der Dschungeltour noch geschafft die ersten Ecuador Fotos hochzuladen.
Die gibt es ab jetzt hier: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/.

Montag, 11. August 2008

Kennst du Claudia?

Die Einfuehrungswoche an der Kueste Ecuadors erwies sich als eine ganz hervorragende Entscheidung. Solange ich festen Boden unter den Fuessen habe gibt es fuer mich eigentlich kaum was Schoeneres als lautes Meeresrauschen, eine steife Brise und den Sand (natuerlich noch lieber Wattboden) zwischen den Zehen.
Obwohl wir keine grossen Strecken hinter uns gelassen haben, so erwiesen sich die verschiedenen Orte als doch sehr unterschiedlich.

In Montanita fanden wir einen Ort der touristischer kaum sein koennte. Da er allerdings auf Touristen unserer Altersgruppe und Reisebedingungen abziehlte konnte man es fuer eine Zeit ganz gut aushalten wenn man davon absah, dass man aufgrund des Geraeuschpegels kaum Schlaf bekam. Da ich allerdings der ersten Full-Moon Party meines Lebens beiwohnte, liessen sich die Naechte auch ohne viel Schlaf ganz gut verbringen.
Und wir waren surfen. Ich lass das jetzt mal so in einem Nebensatz stehen (ohne Ausrufezeichen) um zu signalisieren, dass ich bereits so routiniert bin um es nicht gross auszuschmuecken...

Danach ging es weiter nach Canoa und ich kann eigentlich gar nicht genau sagen was es war, aber der Ort war einfach perfekt. Im Grunde braucht es dafuer anscheinend nur ein paar nette Leute, darunter ein paar Haengengebliebene die einen ins Gruebeln versetzen warum man eigentlich jeden Morgen aufsteht um fuenf Tage die Woche zur Arbeit zu gehen, einen Strand und wahrscheinlich einfach ein einwandfreies Karma.
Ich fuer meinen Teil kann sagen, dass ich mich in meinem Leben noch nie so weit weg von der Heimat gefuehlt habe, was aber im Gegenzug kein Heimweh ausgeloest hat, sondern mehr das Gefuehl von einer anderen Welt die man fuer kurze Zeit erleben durfte.

Nach einem kurzen Zwischenstop in Mompiche, einem Ort der eigentlich auch alles haben koennte und doch aus irgendeinem Grund wenig einladend war, ging es weiter nach Muisne.
In diesem bezaubernden kleinen Oertchen hat Christian vor ein paar Jahren eine Zeit lang gearbeitet und es war sehr spannend seine Stationen abzuklappern und seine Erinnerungen mit unseren Erfahrungen aufzufrischen.
Meine Lieblingsszene war allerdings als wir gefragt wurden woher wir denn seien und als die nette Dame aus Muisne von Deutschland erfuhr mit "Ah Deutschland, kennt ihr Claudia" konterte...
Und dabei hab ich mich ueber "Ah Universal, kennst du Inga, die hat da mal gearbeitet" schon immer so gewundert.

Seit gestern schlagen wir uns durch Quito und auch wenn ich ein Wahlstaedter bin, so fehlt mir die entspannte Atmosphaere an der Kueste schon ein wenig.
Aber dafuer gibt es hier so viel zu sehen und ewig viele Ausfluege zu machen mit denen wir morgen beginnen werden. Freitag gehts dann fuer vier Tage in den Dschungel. Danach gibts dann bestimmt Spannendes zu berichten.

Freitag, 1. August 2008

Und es geht weiter...

...bin jetzt in Ecuador und das tolle ist: Miriam auch!
Die meisten kennen die Geschichte schon, aber sie ist einfach zu gut um sie an dieser Stelle nicht zu erwaehnen. Miriam ist aus Heidelberg und ich hab sie in Neuseeland kennengelernt als sie gerade ihre Weltreise gemacht hat. Auf jeden Fall kamen mir da erste Gedanken ihr nachzueifern und wir beschlossen, dass sie mich besuchen muss, sollte ich tatsaechlich mal losziehen um die Welt zu erkunden. Gesagt getan, und so reisen wir jetzt ueber fuenf Wochen in Ecuador zusammen.

Allerdings musste ich drei mal ein Flugzeug besteigen bis ich in diesem Land ankommen durfte und bei einem Zwischenstopp in Costa Rica dachte ich kurzzeitig ich waere in die falsche Richtung geflogen. So viel englischsprachige Menschen und Fastfoodketten auf einem Fleck haben mich ein wenig ueberfordert.
Guayaquil war dann zwar nicht so dreckig und beaengstigend wie befuerchtet, aber doch schon ein krasser Gegensatz dazu.

Um uns auf den neuesten Stand zu bringen brauchten Miriam und ich eh die naechsten Stunden und so haben wir es ins zwei Tagen immer nur kurz aus dem Hostal geschafft.
Aber wir haben die Galapagos Inseln gebucht und ich freu mich schon jetzt, dass wir als letzte gemeinsame Reisehandlung vier Tage auf einem Segelschiff verbringen werden um dann noch eine Woche dort Urlaub zu machen. Was fuer ein Finale!

Ecuador hat allerdins so viel zu bieten, dass wir in der ersten Woche schon sehr viel erlebt haben. So reisen wir gerade an der Kueste entlang und haben gestern auf einer Whalewatchingtour unzaehlige Buckelwale gesehen die sich hier gerade ihre Paarungszeit verbringen und tolle Kunststuecke im Wasser vorfuehren.
Ich glaube jeder kann sich vorstellen wie beeindruckend das ist!
Ueberraschender Weise brauchte auch die anschliessende Tour auf einer kleinen Insel mit tollster Vogelkunde sich nicht vor den Riesensaeugern zu verstecken.
Wir haben tausende riesige Voegel zu sehen bekommen, darunter Geier, Fregattvoegel, Boobies (die mit den blauen Fuessen) und Pelikane.

Am Ende des Tages stellte sich mir allerdings die Frage welcher Storch mich eigentlich damals an der Nordsee ausgesetzt hatte. Ich mag nicht sonderlich gerne Fisch (obwohl der hier traumhaft schmeckt) und ich habe Angst auf dem Wasser bzw. werde seekrank sobald ich mich, wie auch immer, in der wogenden See bewege.
Somit war die Rueckfahrt fuer mich in diesem Boot das sich durch die ungewoehnlich hohen Wellen gekaempft hat eine Erfahrung auf die ich gut haette verzichten koennen.
Unter dem Gelaechter der anderen Passagiere (die aus mir unverstaendlichen Gruenden nicht um ihr Leben gebangt haben) bin ich dazu ueber gegangen mit geschlossenen Augen an der Bordwand zu kauern, Miriam ins Bein zu kneifen und leise Kuddel-Daddel-Du zu summen (tut mir leid, das ist ein Insider, aber die betreffenden Personen wissen hoffentlich was ich meine).

Auf jeden Fall kann ich wohl schon sagen, dass mich Ecuador auf Anhieb sehr begeistert und ich mir recht sicher bin, dass wir hier eine sehr gute Zeit haben werden.

Sonntag, 27. Juli 2008

Ich gruess mit meinem Sombrero, te quiero...

Palenque war wie zu erwarten sehr beeindruckend und man haette wahrscheinlich gleich ein paar Tage dort verbringen sollen.
Leider war der Tag mit Agua Azul, einem zweiten Wasserfall und einer ueber vier stuendigen Fahrt schon recht ausgefuellt bis wir bei den Ruinen ankamen.
Hab natuerlich auch die ein oder andere Ecke photographisch festgehalten (http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/) und wer noch mehr wissen moechte: http://de.wikipedia.org/wiki/Palenque
Ich muss jetzt und hier allerdings zugeben, dass es mich zwar sehr beeindruckt wenn ich darueber nachdenke wie alt das ganze ist und was da alles passiert ist, aber Natur (zum Beispiel die tierisch lauten Bruellaffen in der Umgebung) beeindruckt mich irgendwie mehr. So, jetzt ist es raus, tut mir leid.

Aber ich bleibe weiter dran und bin deshalb am naechsten Tag weiter nach Mexiko Stadt gefahren wo ich noch drei Tage den Grossstadttrubel in mir aufsaugen konnte bevor es morgen nach Ecuador geht.

Deshalb hier auch mein kleiner Abschiedsbericht zu Mexiko:
Auch wenn ich bis jetzt nicht verstehe warum in einem kleinen Imbiss mit Plastikstuehlen ein riesen Flachbildschirm haengen muss auf dem die schlimmsten Telenovelas in hoechster Lautstaerke uebertragen werden, ich bis jetzt nicht ganz mit dem Essen klargekommen bin und auch noch nie in einem Land gereist bin in dem man mit dickem Pullover ins Auto steigt und zwei Stunden spaeter im Bikini schwitzt, so war es doch ein wunderbares Land um die Reise zu beginnen!
Ich wurde hier ueberall sehr freundlich empfangen und hab mich die meiste Zeit ziemlich wohl und sicher gefuehlt. Mein Spanisch ist natuerlich immer noch weit von fliessend entfernt, aber neben allen anderen Laendern auf der Welt die diese Sprache sprechen, ist das Mexikanische Spanisch wohl am besten zu verstehen und somit auch perfekt zum lernen.
Mal sehen wie weit mich das in den naechsten Laendern bringt. Ich hab auf jeden Fall einen tollen Einblick in dieses Land mit den lebensfrohen Menschen bekommen und man koennte hier garantiert monatelang reisen und wuerde immer wieder was Neues entdecken.
Ach so, ich hab hier uebrigens nur 3 Kakerlaken gesehen, davon war eine schon vertrocknet und die anderen draussen. Da hab ich in der Zeit mehr gesehen als ich bei der FastFood Kette meines Vertrauens gearbeitet hab...
Und Sombreros werden hier uebrigens nur von den Mariachis getragen.

Und was waere eine Reise ohne die Menschen die man auf dem Weg trifft. Da waere zum Beispiel Martin der eigentlich zwei Monate bleiben wollte und jetzt schon seit zwei Jahren in Mexiko ist, oder der Canadier der schon seit 4 Jahren in 82 Laendern dieser Erde unterwegs ist, aber auch der 44 jaehrige Renos der mit zwanzig Jahren ins Gefaengnis musste wegen einer Bandenschiesserei und dort vierzehn Jahre bleiben sollte. Es gibt so viele Gruende eine Reise zu starten!
Einen abend hab ich mit einem aus Honduras, einer Argentinierin und einem Brasilianer Karten gespielt. Das nennt man dan glaub ich Voelkerverstaendigung!

Mittwoch, 23. Juli 2008

San Cristóbal de las Casas - Chiapas

San Cristóbal de las Casas in Chiapas beeindruckt mich sehr! Es liegt auf 2100 m Hoehe und ist nicht nur wunderschoen sondern auch sehr interessant da sich hier koloniale Vergangenheit mit Indígena-Volksgruppen mischt. Man sieht viele tolle, bunte Trachten und hoert die unterschiedlichsten Sprachen die nichts mit dem Spanischen gemeinsam haben.

Ausserdem ist es ein hervorragender Ausgangspunkt fuer diverse Touren.
So war ich schon mit dem Fahrrad unterwegs, was angesichts der Berge rundherum keine Gute Idee war. Leider haben fuenf Wochen ohne Sport sich anscheinend schon extrem auf meine Kondition ausgewirkt. Allerdings habe ich so Doerfer gesehen die man mit dem Auto nicht befahren kann und war sehr ueberrascht von den Dingen die ich zu sehen bekommen habe.
Die Landbevoelkerung lebt zum groessten Teil in den einfachsten Verhaeltnissen, die Haueser bestehen nur aus einem Bretterverschlag und im Garten wird ein wenig Gemuese angebaut und ein paar Tiere gehalten.
Trotzdem haben die Leute eine so positive Ausstrahlung und scheinen so zufrieden, dass ich mich richtig geschaemt hatte ihnen mit so viel Mitleid entgegen zu treten nur weil ihnen so viele materielle Dinge zu fehlen scheinen.

Dieser Eindruck wurde durch meinen gestrigen Ausflug noch bestaerkt als ich eine gefuehrte Tour in zwei umliegende Tzotziles (eine Maya-Untergruppe) Doerfer gemacht habe. Der Grossvater unseres Guides kam aus so einer Gemeinschaft und ich hatte das Gefuehl, dass es ihm weniger nur darum ging durch den Tourismus Geld zu machen als vielmehr darum den Menschen mitzuteilen, dass die Indígena-Gruppen toleriert werden sollten wie sie sind und vor allem Anerkennung bekommen fuer ihre Kulutur und dem staendigen Kampf darum diese zu erhalten.
Ich gebe zu, dass es fuer mich auch ein wenig befremdlich war in der Dorfkirche zu sehen wie Pulsleser Huehner opferten um ihre Patienten zu heilen, aber mit der vorherigen Einleitung und der Erklaerung der Hintergruende bewundere ich sie dafuer wie sie ihre Gemeinschaft fuehren und an ihren Maya Wurzeln festhalten. Ausserdem hab ich mich in einer Kirche noch nie so wohl gefuehlt. Es gibt keine Kirchenbaenke, keine Orgel, weder Kanzel noch Beichtstuehle. Stattdessen brennen auf dem gruenen Fliesenboden, der mit duftenden Piniennadeln bestreut ist, hunderte Kerzen. Jeder kann kommen und gehen wann er will und alte Maya-Rituale werden froehlich mit den Braeuchen des katholischen Glaubens vermischt.
Leider ist das Dorf sehr beliebt fuer Touren dieser Art und nicht alle haben so einen guten Guide wie wir und so war es sehr traurig zu beobachten wie viele Touristen durch ihre Neugier die Zeremonien stoerten und die Dorfbevoelkerung sich wie Affen im Zoo fuehlen mussten.

Abgerundet wurde mein Aufenthalt heute mit einer Fahrt durch eine der tiefsten Flussschluchten der Welt die in einem Stausee mit Kraftwerk endet.
Morgen geht es dann weiter auf den Spuren der Maya nach Palenque.

Freitag, 18. Juli 2008

Fotos

Ich hab jetzt einen Account bei Flickr eingetrichtet, da mir das hier alles zu kompliziert war.
Ein paar Fotos sind schon drauf und ich sag euch Bescheid sollte es Nachschub geben:
http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/sets/72157606227048540/

Mittwoch, 16. Juli 2008

Und ich habs doch getan...

Wir haben in Erfahrung gebracht, dass es einen Strand in Puerto Escondido gibt an dem die Wellen eher unseren Anforderungen entsprachen und so wurde prompt eine Surfstunde organisiert die wir 15 Minuten spaeter antreten konnten.
Die Spontanentscheidung liess mich sogar meine Angst vor Wellen vergessen und so lag ich kurze Zeit spaeter auf einem Surfbrett in den Wogen der Mexikanischen Pazifikkueste.

Und ich muss sagen ich war sehr ueberrascht davon wie schnell man einen ersten Einblick bekommt.
Nicht, dass ich stundenlang ueber die Wellen geritten waere wie ein Profi, aber ich hab die Kraft des Wassers unter dem Brett gespuert und das ist schon ziemlich beeindruckend.
Da ich es beim ersten mal nur auf die Knie geschafft habe hat mich dann doch etwas spaeter noch mal der Ehrgeiz gepackt und mir eine zweite Stunde beschert.
Diesmal hab ich es auf die Fuesse geschafft und Wellen bis zum Strand nehmen koennen (mir fehlt leider noch ein wenig der Fachjargon...)!
Zwei mal....danach war es mit meiner Kraft leider schon vorbei.
Warum sieht eigentlich so viel immer so einfach aus und ist dann am Ende doch so schwer...

Ich weiss es ist aus der Heimat schwer nachzuvollziehen und ich hatte ueberlegt es euch zu ersparen, aber ich muss schon sagen, dass ich gerade mal ein paar Tage ohne schwuele Hitze und Strand auskommen koennte. Alles ist sandig und muffig.
Hinzu kommt, dass ich in dem Hippieort Zipolite gelandet bin und meine Unterkunft dem Backpacker Dasein froent wie nur was. Fliessend Wasser Fehlanzeige, dafuer gibt es einen Verschlag aus Palmenblaettern im Garten mit einer Regentonne.
Morgen oder Uebermorgen gehts weiter nach San Cristobal.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Liquids come and liquids go

Der Titel des heutigen Blogs entstammt aus der Feder meiner beiden Mitreisenden Amy und Mario aus New York und bezieht sich auf eine wunderschoene einsame Bucht die wir zusammen in Mazunte (http://www.puertoangel.net/mazunte/mazunte_es.html) erleben durften und einer atemberaubenden Brandung die wir von unseren Zimmern sehen und hoeren konnten.

Es bezieht sich aber auch auf den Dauerregen der uns die letzten Tage begleitet hat und auf eine erneute Verstimmung meines Magens die mich fast zwei Tage auf Trap hielt.
Trotzdem war Mazunte ein tolles Erlebnis und uns plagte sogar ein leichtes Heimweh als wir dann weiter zogen in das Naturschutzgebiet und dort in einem kleinen Dorf wohnten.
Wahrscheinlich war es der andauernde Regen der die ganze Umgebung so skuril wirken liess und auch ein Traumstrand kann durch angespuelten Unrat und leere Strandbars seinen Reiz verlieren.
Mittlerweile sind wir in Puerto Escondido angelangt und heute ist der erste komplette Sonnentag! Hier tummeln sich an verschiedenen Straenden alle Arten von Touristen und man kann es hier schon eine Weile aushalten.
Nur baden kann man nicht, da die Wellen so gigantisch sind!
(Nee, nee, ich geh echt nicht schwimmen, versprochen!)
Dafuer kann man den Surfern bei ihren halsbrecherischen Aktionen zusehen.
Eigentlich wollten wir auch einen Surfkurs machen, aber das ueberlass ich aufgrund der Gegebenheiten tatsaechlich lieber den Profis.

Abschliessend laesst sich noch sagen, dass ich seit fast zwei Wochen kein Deutsch mehr gesprochen hab (wenn man von den zwei Saetzen heute morgen mit der Dame vom Hostel absieht) und nachdem mein Wortschatz New York heil ueberstanden hat, kann ich nach dieser Reise fuer nichts mehr garantieren.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Duett und Datt aus dem Land des Machisme

Eigentlich sollte dieser Blogeintrag ein Referat zum Thema Machisme vs. Homosexualitaet in Mexiko sein, aber da ich mich gestern abend auf den Spuren der landestypischen Alkoholika befand (soll heissen zu viel Tequila, zu viel Mezcal), bin ich heute nicht recht in der Lage ein derart umfangreiches Thema gebuehrend darzulegen.

Vielleicht sollte ich vorab auch noch bemerken, dass meine Feststellungen im Allgemeinen natuerlich nur meiner eigenen Beobachtung entspringen und genau so gut nicht der Wahrheit entsprechen koennten.

Ich versuche das Thema mal so knapp wie moeglich zusammen zu fassen. Also, das mit dem Machisme in Mexiko verhaelt sich so, dass die Maenner hier wohl die Pantoffeln anhaben, dafuer aber auch der Dame so ziemlich jeden Wunsch erfuellen wollen und auch alles bezahlen. Geht man also mit einigen Herren in eine Bar muessen die dafuer sorge tragen, dass man einen Tisch bekommt. Am einfachsten gelingt das wenn man gleich eine ganze Flasche hochprozentigen Alkohols kauft. Es ist selbstverstaendlich, dass den ganzen Abend auf Rechnung der Herren getrunken wird. Allerdings gibt es einen Punkt an dem man sich besser aus dem Staub macht, da es nicht bei einer Flasche harten Alkohols bleibt und die Gesellschaft dadurch erstens nicht besser wird und man zweitens nicht weiss ob am Ende die Grosszuegigkeit der Herrn auch zu dem Inhalt ihres Geldbeutels passt.

Heute bekam ich den Tipp von meiner Spanischlehrerin, auf dem Buergersteig nicht so dicht an der Strasse zu laufen da es wohl ueblich sei, dass Maennern auf Fahrraedern gelegentlich mal die Hand auf den Hintern einer Dame am Wegesrand rutscht...

Na ja und das mit der Homosexualitaet ist so, dass es in den kleineren Orten offiziell natuerlich keine Schwulen und Lesben gibt. Die meisten Familien sind streng katholisch und knutschende Frauen auf der Strasse waeren wahrscheinlich ein Skandal.
Wobei in Mexiko Stadt sogar der Christopher Street Day gefeiert wurde.
Zitat von meinem Koreanischen Mitschueler: "Ich habe zum ersten mal zwei Maenner kuessen sehen!"
Dank eines schwulen Spanischlehrers aus meiner Schule bekam ich jedoch einen ziemlich tiefen Einblick in die "Szene" in Oaxaca.
Es gibt diverse Lokalitaeten in denen man sich trifft und da es so ziemlich der einzige Ort ist an dem man ganz ungezwungen sein kann wird das natuerlich auch recht ausgelassen gefeiert.
Ich hatte auf jeden Fall einen sehr interessanten Abend und habe mich mit meinem spartanischen Spanisch sehr angeregt unterhalten.
Als man allerdings anfing darueber zu sinnieren wie froh man darueber sei etwas so Besonderes zu sein wurde deutlich, dass Homosexualitaet in Mexiko noch weit davon entfernt ist akzeptiert zu werden und als normal zu gelten. Man koennen wir froh sein, dass wir in Deutschland so tolerant und frei aufwachsen!

Donnerstag, 26. Juni 2008

Der Weltreisende an sich.

Das mit der Zeit ist schon so eine Sache. Da hat man nun also ein Jahr um alles das zu tun was man gerne moechte oder es halt auch zu lassen. Eigentlich ist es ja genau das von dem man immer traeumt wenn man zum Beispiel bei der Arbeit vor dem Rechner sitzt.

Und ich kann euch sagen, dass es schon einen Grund hat warum man sich das wuenscht, allerdings ist es nicht so einfach wie man sich das immer vorstellt.

Ich gebe zu, dass es weit aus schlimmere Probleme gibt als zu ueberlegen wo man wohl gerne waere, wo man schlafen moechte, was man gerne zum Mittag haette oder ob man lieber heute oder naechste Woche an den Strand faehrt, allerdings kann es ein Leben auch einfacher machen wenn man weiss wann man jeden Tag aufzustehen hat und wo man die meisten Stunden des Tages verbringt.

Darueber allerdings erst uebernaechste Woche mehr, denn momentan bin ich mehr denn je in einen geregelten Alltag zurueck gekehrt.
Ich wohne seit Montag bei einer sehr netten mexikanischen Familie bestehend aus einem aelteren Ehepaar (davon geh ich aus obwohl sie getrennte Zimmer haben) und einem Sohn der fuer meinen Geschmack schon laengst nicht mehr bei seinen Eltern wohnen sollte, aber auch sehr nett ist. Fuer mexikanische Verhaeltnisse sind sie wahrscheinlich recht wohlhabend.

Mein Tag besteht nun also darin um 8.30 Uhr aufzustehen um dann um 9.00 Uhr am Fruehstueckstisch der Familie zu sitzen. Ich verstehe noch nicht viel, aber merke schon wie es von Tag zu Tag besser wird. Das muss es auch denn meine Familie denkt ueberhaupt nicht daran aufgrund meiner Unfaehigkeit langsamer oder deutlicher zu sprechen.
Ich moechte lieber gar nicht wissen was ich schon alles falsch verstanden habe.
Mir ist zum Beispiel nicht klar warum ich einen Eimer mit unter die Dusche nehmen muss dessen aufgefangenes Wasser dann in die Toilette gekippt wird....wie auch immer.

Auf jeden Fall wird dann erstmal mexikanisch gefruehstueckt. Beim Fruehstueck wird hier ueberwiegend Vitamin T eingenommen: Tortillas, Tapas, Tamales....
Ich liebe mexikanisches Essen, aber ich sag euch eins: Ich brauche die naechsten Jahre meine Lebens keins mehr!
Deshalb hab ich meiner liebenswuerdigen Hausdame auch vorsichtig versucht zu erklaeren, dass ich die mexikanische Kueche sehr zu schaetzen weiss, aber dass es in Deutschland nicht ueblich ist so viel zu essen und ob es in Ordnung waere wenn ich nur Fruechte und Brot bekommen wuerde.
Ich glaube es war ok fuer sie und heute morgen gab es zum Ausgleich die reichhaltigste heisse Schokolade meines Lebens. Das versuche ich jetzt noch ein paar Fruehstuecke zu ueberstehen bis ich sie erneut frage ob wir wieder zu einfacher Milch wechseln koennen...
Gibt es einen besseren Weg Spanisch zu lernen?!

Danach hab ich vier Stunden Zeit in der Schule mich von der reichhaltigen Nahrung zu erholen.
Nie in meinem Leben war ich so strebsam! Wir bekommen sogar Hausaufgaben die ich bis jetzt immer gemacht habe. Ich hoffe meine Bemuehungen tragen Fruechte denn ich hab beschlossen nur noch naechste Woche hier zu bleiben um dann am Wochenende zum Meer zu fahren.


Montag, 23. Juni 2008

Wo liegt euer Dorf?

Das war die Frage einer sehr betagten Dame, in einem kleinen Dorf auf dem Weg nach Mitla (http://www.advantagemexico.com/oaxaca/mitla.html), als wir ihr erzaehlt haben, dass wir aus Deutschland sind.
Aline (eine Mexikanerin die in der Schweiz geboren ist) hat ihr dann erklaert, dass ueber Mexiko die USA liegt und dann kommt ein grosses Meer und irgendwann auf der anderen Seite der Welt liegt Deutschland. Das "Ooooohh" als Antwort und den dazugehoerigen Gesichtsausdruck werde ich wohl nie vergessen.

Auch sonst hat mich der Mexikaner an sich schon sehr beeindruckt.
Nach meinem kurzen Aufenthalt hier kann ich wohl schon behaupten, dass sich hier so ziemlich alles um Herz, Schmerz, Liebe und Essen dreht.
Nirgendwo sonst hab ich so verliebte Paerchen gesehen die scheinbar alle ihre Liebe des Lebens gefunden haben. Hier wird unentwegt geknutscht, sich stundenlang in die Augen gesehen, auf Baenken Haendchen gehalten und natuerlich getanzt.
Ich koennte stundenlang im Park sitzen und dabei zu sehen.
Dann wuerde ich vielleicht auch so herrlich schnulzige Lieder schreiben.
Das ganze wird naemlich noch unterstrichen von einer Musikkultur die nur so trieft vor Herz-Schmerz, aber an keinem Ort besser aufgehoben waere als hier.

Musik ist hier allgemein so praesent wie ich es in keinem anderen Land erlebt hab. Zwar hab ich das Gefuehl, dass es manchmal gar nicht unbedingt um den Inhalt geht, sondern eher darum laute Geraeusche zu machen, aber wenn ich dann einen Mexikaner sehe der dazu lauthals mitsingt und einen Gesichtsausdruck macht als haette er diese Geschichte des Liedes auch schon tausend mal durchlebt, dann geht mir das Herz auf und ich wuerde wohl anfangen in seinen Gesang einzusteigen wenn ich den Text koennte.

Freitag, 20. Juni 2008

Autopanne, Kultur und unsere Jungs!

Warum hab ich mir eigentlich Gedanken darueber gemacht ob meine blonden Haare auffallend sein koennen? Ok, ich hab bis gestern niemand anderen mit hellen Haaren gesehen, aber was hier noch viel besser ankommt sind meine gruenen Augen.
Es ist aber nicht so, dass einem staendig hinterher gerufen wird oder so. Die Mexikaner sind da anscheinend ein wenig zurueck haltend. Dafuer konnte ich mich auf einem riesigen Markt durchfuttern und es hiess wohl immer nur, dass ich es umsonst bekomme wegen meiner Augen. Gott sei dank war Anne dabei die dafuer gesorgt hat, dass die Komplimente auch uebersetzt bei mir ankamen.
Auch schoen ist der Brauch der Maenner Luft einzusaugen wenn sie eine (schoene) Frau sehen.
Das hab ich bis jetzt aber nur auf dem Markt erlebt und in den aermeren Vierteln. Nein, keine Angst, ich treib mich in keinen gefaehrlichen Gegenden rum!
Seit gestern abend bin ich in Oaxaca. Ist sehr nett und beschaulich hier. Ich denke hier faellt einem das Ankommen auf jeden Fall leichter. Ankommen aber nicht im Sinne von hin kommen. Das gestaltete sich aus meiner Sicht etwas schwieriger, da wir eine zweistuendige Zwangspause wegen eines platten Reifens einlegen mussten. Ausser mir hat das allerdings ueberhaupt niemanden gekuemmert. War gerade so als haetten wir kurz an einer roten Ampel gehalten. Da moechte und muss ich mir auf jeden Fall noch eine dicke Scheibe von abschneiden!
Heute gab es sogar schon Kultur: Monte Alban! Falls es jemanden interessiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Monte_Alb%C3%A1n
Hab mich spontan ein paar deutschen Maedels aus meinem Hostel angeschlossen. Die sind zwar alle ein paar Jaehrchen juenger als ich, aber in Kombination mit den Komplimenten vom Vortag und den meist uebergewichtigen Mexikanern um mich rum ergibt das eine ganz schoene Verjuengungskur.
Nicht, dass ich in Zukunft meinen Ausweis auch noch zeigen muss wenn ich Bier trinken moechte...

Hatte meine Reiseplaene extra nach unserer deutschen Elf ausgerichtet. Einen Fernseher zu finden auf dem die EM uebertragen wird ist kein Problem. Unglaublich wie Fussballvernarrt hier alle sind. Die interessieren sich wirklich fuer jedes Spiel. Mit unseren Jubelrufen waren wir zwar alleine, aber die Kellner die uns das Sol brachten haben sich fuer uns gefreut.
Ich muss mir fuers naechste Spiel eine groessere Fangemeinde suchen!
Morgen kuemmere ich mich um den Sprachkurs! Ob jung, alt, Mann, Frau, dick oder duenn, es wird sich hier gerne unterhalten und da moechte ich doch gefaelligst mit machen!

Montag, 16. Juni 2008

Wo bin ich, was mach ich hier und wie gehts eigentlich weiter?

Jetzt ist es also so weit. Ich sitze in London am Flughafen und warte auf meinen Anschlussflug nach Mexico City. Da ich natuerlich das Glueck habe ueber Terminal 5 in Heathrow zu fliegen, wurden fuer das Umsteigen grosszuegige 6 Stunden veranschlagt.
Na ja, so hab ich immerhin Zeit meinen ersten Blogeintrag ausserhalb Deutschlands zu veroeffentlichen.

Ich werde allerdings nicht anfangen von meiner Reise zu berichten bevor ich noch mal allen danke fuer die Party die ihr mit mir gefeiert habt! Die Musik war perfekt (tausend Dank an die DJs!), die Tanzschuhe geschniegelt und staendig im Einsatz, die Kaltgetraenke wurden recht umfangreich konsumiert und es war taghell als ich mit letzter Kraft den Barmann fragte ob ich gehen darf obwohl noch ein paar Leute da waren.
Ich danke euch dafuer, dass so viele wie selbstverstaendlich die Reise nach Berlin angetreten sind und ihr mir einfach einen wunderschoenen Abend beschert habt der mir so viel Kraft fuer meine Reise gibt!
Ich bin immer noch sprachlos wenn ich daran denke was Pati und Eva organisiert haben (ohne Worte...) und hab mir eure lieben Kommentare auf den Kontoauszuegen schon einige male durchgelesen.
Wenn alles so kommt wie ich es mir momentan vorstelle dann werde ich von eurer unglaublich grosszuegigen Geldspritze in die Antarktis fahren und freue mich schon jetzt darauf euch daran teilhaben zu lassen!
Und natuerlich bin ich schon ganz gespannt was es alles auf theworldiswirrwa.blogspot.com zu lesen gibt! Ich bin mir sicher nach einiger Zeit weg von der Heimat interessiert mich mehr als ihr euch vielleicht vorstellen koennt. Danke Jockel!!

So'n Abschied ist schon schwerer als Gedacht. Auf der Party war ich einfach nur gluecklich und es gab keinen Raum fuer traurige Momente, aber nach dem fuenfhundertsten tschuess, den liebsten Menschen um mich und einem akuten Schlafmangel waren doch noch einige Taschentuecher von Noeten.
Mittlerweile konnten die wieder in mein uebergrosses Handgepaeck und der riesengrosse Kloss im Hals verschwindet auch langsam. Ausserdem macht sich ein neues Gefuehl breit und das ist das Kribbeln im Bauch und die Spannung wenn ich daran denke in ein paar Stunden in Mexico City zu sein! Es wurde Zeit, dass es jetzt mal los geht und auch wenn ich noch nicht weiss wie ich ein Jahr ohne euch aushalten soll, so platze ich vor Neugierde und bin mir sicher die Welt der Reisenden hat mich schneller wieder in ihren Bann gezogen als ich es mir gerade vorstellen kann.