Freitag, 19. September 2008

Mein Leben in den Anden

Zwei Wochen spaeter und es kehrt tatsaechlich so etwas wie Alltag in mein Leben. Auch wenn der Alltag mir hier wesentlich anstrengender vorkommt als in der Heimat. Mittlerweile bin ich zwei Tage die Woche auch Vormittags im Heim und abends raucht mir dann ganz schoen der Kopf.
Leider wird so langsam deutlich, dass es doch einiger Ausbildung bedarf um mal eben ein paar Kindern etwas beizubringen und ich bin bereits an spanischen Textaufgaben gescheitert.
Es laeuft also meistens darauf hinaus, dass wir malen, aber man darf vielleicht auch nicht zu viel erwarten.
Ich hab aber eine Sache gefunden die den Kindern voellig neu war und zwar hab ich mit ihnen Hip Hop getanzt. Nein, ich hab niemals Tanzunterricht gegeben und hab auch nie professionell getanzt. Aber fuer diese Zwecke hat es tatsaechlich gereicht und das ganze auf spanisch.
Einigen Kindern hat es sehr viel Spass gemacht und natuerlich wurde auch mal ueber die Strenge geschlagen. Ich konnte aber mit einem ohrenbetaeubenden Pfiff auf zwei Fingern ueberzeugen...das musste einfach sein.
Ich wurde sogar von einigen Jungs gefragt wann es die naechste Stunde geben wird und ich wuerde mich freuen mich noch ein wenig mehr einbringen zu koennen, aber fuer die Lehrer war das doch eine ziemlich neue Erfahrung und ich bin mir nicht sicher ob sie das noch mal wiederholen moechten.

Ausserdem haben wir in den letzten Tagen zwei Oefen fertig gestellt.
Man nehme ein paar Ziegelsteine, einige Eisenstangen, ein Blech mit Loechern fuer die Toepfe, einen Blechschornstein und eine sehr grosse Portion Matsch gemixt mit Mulifaekalien. Danach wird froehlich gezimmert, geschmiert und vor allem sehr viel improvisiert.Dabei wird so ziemlich alles verarbeitet was sich so finden laesst um zum Ziel zu kommen. Wenn man dann allerdings die Matsche auf dem ganzen Verteilt und schoen glatt streicht, dann kann sich das Ergebnis sogar sehen lassen. Ich werde bald mal wieder Bilder online stellen.

Ansonsten freu ich mich immer wieder ueber die kleinen Anekdoten im meinem peruanischen Leben. Zum Beispiel wenn mich ein Kind fragt ob ich aus dem Land von Michael Jackson komme oder wenn ich etwas mehr als 1 € fuer einen Haarschnitt bezahle. Ok, es hat auch nur 5 Minuten gedauert, aber das Ergebnis ist gar nicht so schlecht.
Ein Lehrer hat mich gefragt was man denn in Berlin sieht am Ende der Strasse?!? Hier gibt es rundherum nur Berge und jede Aussicht ist von diesem Panorama begrenzt. Wenn man also noch nie aus Huancayo heraus gekommen ist, dann kann man schon mal auf so eine Frage kommen.

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