Freitag, 22. Mai 2009

War was?!?

Vor über einem Monat hatte ich wieder heimischen Boden unter den Füßen. Und wenn ich dachte die 10 Monate des Reisens sind schnell vergangen, dann muss ich in den letzten Wochen in einem Zeitloch gewesen sein.
Ich habe mir oft vorgestellt wie es sein wird wieder zu Hause zu sein; Freund, Freunde und Familie wieder zu sehen und hatte die heimliche Befürchtung, daß sich doch mehr verändert hat als alle behaupteten. Oft habe ich von anderen Reisenden gehört, daß man etwas braucht um wieder rein zu kommen und die erste Zeit in Gedanken zum Teil noch weit weg ist.
Ich weiß es jetzt, und es hat sich viel verändert! Familien wurden gegründet, wichtige Entscheidungen getroffen und einfach mal eine ganze Zeit lang ohne mich gelebt (ob das nun Auswirkungen hatte oder nicht). Aber es fühlt sich toll an! Als hätte man auf "Reset" gedrückt. Lange habe ich den Aufenthalt in meiner Heimat an der Nordsee nicht mehr so sehr genossen und die Wochenenden in Hamburg waren wie Urlaub in einer neuen Stadt.
Ich genieße die Dinge auf die ich mich gefreut habe, die ich vermisst hatte und noch mehr auf Vieles das mir erst jetzt wieder bewußt wird. Das Repertoire reicht vom morgendlichen Brötchen holen, der steifen Brise an der Nordsee bis hin zu den Klamotten von denen ich schon vergessen hatte, daß es sie gibt.

Und was war nun das Schönste? Hatte ich auch mal Angst? Bin ich krank geworden? Welches Land hat mir am besten gefallen? Habe ich viele Leute kennen gelernt?
Ich versuche mal die am häufigsten gestellten Fragen ein wenig zusammen zu fassen:

310 Tage war ich unterwegs.
Davon war mein Magen- und Darmtrakt mindestens 60 Tage im Ausnahmezustand (besonders in Mexiko), aber man gewöhnt sich auch daran. Schnell bekommt man einen Blick für die nächste Toilette oder einer ruhigen Ecke in der man sich unauffällig übergeben kann.
Ca. 180 Tage davon hatte ich in meinem Ohr ein Insekt das man mir in Australien entfernt hat. Ist allerdings wohl beim eintreten recht schnell verstorben und hat keinen Unfug gemacht.
1 mal habe ich eine falsche Banknote bekommen. Das ist aber auch alles in Sachen Kriminalität. Was wohl daran liegt, dass es nicht so gefährlich ist wie alle sagen, ich sehr auf mich aufgepasst habe und mein Schutzengel fleißig war.
Durchschnittlich 10 mal am Tag wurde mir in Südamerika ein Kompliment hinterher gerufen. Ich hätte davon welche aufnehmen sollen um sie mir jetzt hin und wieder mal vor zu spielen.
Unzählige male habe ich die Unterkunft und somit das Bett gewechselt was mir überraschend wenig ausgemacht hat. Auch wenn man bedenkt dass dieser Umstand direkt mit dem immer wieder zu packenden Rucksack zusammen hängt.
Gefühlte 23.498 mal habe ich mich gewundert und nicht verstanden was, warum und wieso etwas passiert. Aber mindestens genau so oft habe ich mich darüber gefreut.
Im Schnitt mußte ich mindestens 4 mal am Tag über meinen Schatten springen was die ganze Geschichte sehr anstrengend aber ebenso unvergesslich macht.
Meine Wäsche hat vielleicht 20 Mal Seife gesehen und das kombiniert mit kaltem Wasser und tropischen Temperaturen kann zu einiger Geruchsbildung führen. Die Anzahl der Male die ich meinen Rucksack öffnete und der Ohnmacht nahe Stand möchte ich aus persönlichen Gründen hier nicht veröffentlichen.
Ich esse gerne und scheue nicht vor neuen Geschmacksrichtungen, deshalb komme ich bei der Zahl der verschmäten Gerichte nur auf eine 1 (dabei handelt es sich aber auch um einen für Hühnchen gehaltenen Kuhmagen).
Weggefährten gab es viele und überschreitet bestimmt die 100 Marke, davon schafften es vielleicht 30 zu Facebook und zu 10 hab ich noch Kontakt und es besteht die ernste Absicht sich wieder zu sehen.

So könnte ich jetzt noch stundenlang weiter machen, aber das ganze soll ja auch mal ein Ende haben. Daher nehme ich jetzt den Abspann vorweg und möchte mich noch bedanken.
Bei Christian dem die Zeit wohl mindestens genau so lang vorgekommen ist wie mir und sich trotzdem nichts und alles geändert hat. Meine Familie die mir so viele Schutzengel mit auf den Weg gegeben hat und trotz Bedenken sich nicht zu viel hat anmerken lassen. Adriana die gesagt hat "wenn Anja das sagt, dann macht sie das auch" und ich somit nicht mehr zurück konnte. Miko und Benni für die das auch keine Frage war und schon ein Jahr vorher angefangen haben mich einzudecken. Pati und Eva ohne die meine Reise wohl schon eher zu Ende gewesen wäre. Allen die sich auf den Weg gemacht haben um gemeinsam über Schatten zu springen und natürlich jedem einzelnen der diesen Blog gelesen hat! Ich habe so schöne Rückmeldungen dazu bekommen und hoffe ich konnte ein paar Länder ins Wohnzimmer, an den Arbeitsplatz oder wohin auch immer bringen.

Und wo war es denn jetzt am Schönsten??
ZU HAUSE

Montag, 20. April 2009

Kurz vor Knapp

Wie werde ich es vermissen...gerade sitze ich mal wieder in einem Internetcafe in Bangkok und es ist eigentlich eher eine Spielhoelle. Ich hatte schon einige solcher Lokalitaeten in denen das Durchschnittsalter bei elf Jahren liegt und man lautstark verkuendet ob es bei dem laufenden Onlinespiel gerade spannend wird. Dazu hoert man Granaten explodieren und Maschinengewehre rattern.
All das kann mich heute nicht aus der Bahn werfen, denn es wird wohl erstmal der letzte offentliche Ort sein an dem ich mich im World Wide Web bewege. Denn heute Nacht geht es nach Hause!

Ich bin mir sicher meine Zeit in Kambodscha wird, wie bei allen anderen Laendern auch, noch reifen und es wird mir als ganz tolles Land in Erinnerung bleiben.
Es wurde sehr viel gelaechelt und gekichert. Wenn es irgendwo nicht weiter ging half das immer!
Leider ist es im Vergleich zu Thailand recht teuer. Was aber eher daran liegt, dass einem wenig Alternativen geboten werden. Wenn man zum Beispiel in Mexiko guenstig reisen wollte, dann hat man sich einfach an die Strasse gestellt und auf ein Pick Up gewartet das fuer sehr wenig Geld die Einheimischen umher faehrt. Das haette in Kambodscha vielleicht auch funktioniert, aber wenn die Verstaendigung sehr eingeschraenkt ist kann sowas abenteuerlich werden. Zudem scheint es einen vorgefertigten Weg fuer Touristen zu geben und weicht man von dem ab stoesst man zum Teil auf grosse Unsicherheit mit dem Umgang eines "Fremden".
Und es ist natuerlich ein armes Land und das Geld der Touristen ist lebensnotwendig.

Schon ertaunlich wie sich Sichtweisen immer wieder veraendern. Bangkok kommt mir ploetzlich sehr sauber, modern und geordnet vor.
Auf jeden Fall geordneter als mein Kopf momentan denn in wenigen Stunden ist das vorbei worauf ich ein Jahr gewartet hab um es dann fast ein Jahr auszukosten.
Zehn Monate in denen alles anders war und jeder Tag aus einem Abenteuer bestand.
Und trotzdem war ich in den letzten zwei Jahren selten so aufgeregt wie jetzt kurz vorm Heimflug!

Daher brauche ich fuer einen passenden Abschlusssatz auch noch ein wenig Bedenkzeit!
Ausserdem kann ich diesen Blog nicht beenden ohne ein knackiges Fazit.
Und das mache ich dann ganz in Ruhe an meinem Rechner ohne Kriegsgeraeusche!

Bis dahin gibts die letzten Fotos: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Donnerstag, 16. April 2009

Ostern auf Rabbit Island

Was soll ich schreiben...wenn ihr wissen wollt wie es mir geht:
Noch vier mal schlafen dann gehts nach Hause!!!
Das hat aber gar nichts mit dem Land zu tun sondern einfach nur damit, dass mein Kopf schon halb im Flieger sitzt und ich denke es ist wohl ein ziemlich gutes Zeichen wenn man sich so sehr auf zu Hause freut.

Darunter leidet allerdings auch ein wenig meine Motivation und Kreativitaet was diesen Blog angeht denn schliesslich kann ich es euch bald persoenlich erzaehlen!

Auf jeden Fall hab ich mich aber an Kambodscha gewoehnt. Bin allerdings auch zufaellig mit meiner Cousine und ihren vier Freunden unterwegs was die Situationen tatsaechlich oefter vereinfacht als verkompliziert.
Phnom Penh war spannend und gar nicht so schlimm wie befuerchtet oder einem erzaehlt wird. Ich konnte nicht feststellen, dass der Verkehr oder das Gewusel allgemein noch schlimmer ist. Wie auch?
Wir haben einiges ueber die Rote Khmer gehoert was einen ganz schoen umhaut vor allem wenn man bedenkt wie kurz das ganze her ist. Man kommt einfach nicht drumherum sich bei dunklen Gestalten im gewissen Alter zu fragen welchen Teil sie in dieser Geschichte gespielt haben.
Man trifft aber immer wieder auf junge Menschen die ueber die Vergangenheit ihres Landes sprechen wollen und auch kein Blatt vor den Mund nehmen wenn es um die Ungerechtigkeiten geht die sich immer noch tag taeglich abspielen.

Danach wurd es dann aber um einiges ruhiger und wir uns in kleinen Kuestenorten und einsamen Inseln aufgehalten.
Es stimmt schon, dass die Straende mit den Thailaendischen nicht mithalten koennen, aber in Thailand findet man wahrscheinlich keine Insel mehr auf der man als absolute Attraktion gilt und sich vor lauter neugieriger Menschen kaum noch retten kann. Da spielt dann auch keine Rolle mehr ob du Geld hast oder wertvolle Gegenstaende. Hauptsache man darf mal anfassen, sich alles genau ansehen und zusammen sitzen um auf welcher Sprache auch immer zu kommunizieren. Vor allem mit Kindern geht das ganz hervorragend und als ich ihnen erlaubt hab meine Haare zu frisieren hatte ich Freundinnen fuers Leben!

Sonntag, 5. April 2009

Sua s'dei Kampuchea

Neues Land, neues Glueck: Kambodscha.
Ich mag generell nicht gerne Grenzen auf dem Landweg ueberqueren da man nie weiss was oder wer einen erwartet und dieses Exemplar war besonders chaotisch.
Ich wuerde behaupten, dass keine Information die ich in den Grenzorten weder auf Thailaendischer noch auf Kambodschanischer Seite bekommen habe der Warheit entsprochen hat.
Auf der Suche nach einem Busbahnhof haben ploetzlich alle Sprache oder Orientierung verloren damit ich mich meinem Touristenschicksal hingebe und schliesslich ein teures Taxi in meinen Zielort nehme. Nicht mit mir! Und da ich mich in Begleitung einer sehr dominanten Franzoesin befand haben wir am Ende verschwitzt, staubig und ziemlich entnervt unseren Willen bekommen.

Zum Glueck liess das Erlebnis nicht auf den Rest des Landes schliessen und seitdem hatte ich es mit sehr hilfsbereiten und freundlichen Menschen zu tun.
Da war zum Beispiel mein Mopedfahrer in Battambang der mich von Tempel zu Reispapierherstellung bis hin zur Fischkaesefabrik gefahren hat. Momentan ist hier Nebensaison und er hat als Fahrer im Schnitt einmal in zehn Tagen einen Auftrag fuer den er ungefaehr 8 Dollar bekommt.
Und da Not bekanntlich erfinderisch macht hat er kurzer Hand seine Mutter und Schwestern an mich vermittelt und ich bekam am darauffolgenden Tag einen Kochkurs in der Geburtshuette meines Fahrers inklusive Einkaufen auf dem Markt (der tatsaechlich noch abenteuerlicher war als die Maerkte dich ich aus Peru kenne).
Es einen Kochkurs zu nennen ist vielleicht ein wenig hoch gegriffen, aber ich war dabei als Fisch Amok gekocht wurde und durfte bei der Zubereitung helfen. Es war ein tolles Erlebnis zu sehen wie die Familie lebt und mit ihr zusammen zu essen auch wenn ausser dem Fahrer keiner englisch gesprochen hat. Als Ehrengast wurden mir auch die Innereien zuteil die ich grosszuegig mit allen geteilt habe.

Von Battambang ging es mit dem Boot sieben Stunden ueber einen Fluss nach Siem Reap in die Heimatstadt von Angkor Wat. Am Flussufer haben Fischerfamilien gewohnt deren Hausstand zum groessten Teil nur aus einer Haengematte und zwei Toepfen bestand. Mir faellt es schwer darueber eine Meinung zu bilden, hab ich doch immer wieder Kinder gesehen die gut genaehrt am Rand standen um uns froehlich zu winken.

In Siem Reap befinde ich mich ploetzlich wieder in einer ganz anderen Welt, denn fuer die Touristenmassen die Angkor Wat ansteuern hat sich ein Ort entwickelt bei dem auf nichts verzichtet werden muss. Auch hier wird man natuerlich mit der Armut konfrontiert und ich frage mich wie man ein Land bereisen soll in dem man immer wieder in die Situation kommt sich fuer seinen "Reichtum" zu schaemen und nicht weiss wie man reagieren soll.
Muetter mit offensichtlich kranken Kindern auf dem Arm fragen nach Geld und auf der anderen Seite erfaehrt man, dass Kinder hier umsonst behandelt werden und gerade eine Familie die notwendige Operation eines Wasserkopfes abgelehnt hat weil es so die Haupteinnahmequelle ist.
Allerdings sieht man nur wenige die sich ihrem Schicksal hingeben. Auf mich macht es den Eindruck als gebe es sehr viel Hoffnung, dass es nur noch bergauf gehen kann nachdem was das Land schon alles durchgemacht hat und jeder versucht seinen Platz zu finden und auf diverse Weisen Geld zu verdienen.
Dabei muss ich auch bemerken, dass ich mich hier sehr sicher fuehle und ausser ueberhoehten Preisen fuer Touristen keine negativen Geschichten gehoert oder erlebt habe.

Ich befuerchte, dass dieser Blogeintrag recht negativ ausgefallen ist, aber dieser Teil der Reise gehoert auf jeden Fall zu den Erlebnissen die ich nicht missen moechte und man darf auch nicht vergessen, dass Kambodscha ein wunderschoenes Land ist in dem Angkor Wat nur eins von vielen Sehenswuerdigkeiten ist. Wer allerdings jetzt einen Bericht ueber die Wunder und Wirkung von Angkor Wat im Sonnenaufgang erwartet, der hat meinen Eintrag ueber die Ruinen und mich nicht gelesen. Nur so viel: Es war schoen!

Montag, 30. März 2009

Disco dancing

Fuer die letzten zwei Naechte mit Andrea und Flo haben wir uns noch mal was ganz besonderes ausgesucht und sind mit Zug und Boot direkt ins Paradies gefahren. Das Bon Ton Resort http://www.bontonresort.com.my/ liegt auf der Insel Langkawi und ist wohl das Gegenteil von dem was man unter einem Resort versteht. Nach einer fast schlaflosen Nacht in einem Roedelzug inklusive indischem Ruelpskonzert fanden wir uns in einer antiken malayischen Villa wieder die mit so viel Liebe eingerichtet wurde, dass man sich sofort wohl fuehlte. Das Personal war einfach hundert Prozent ohne das man sich als verlotterter Backpacker fehl am Platze vorkam und die tausend Katzen und Hunde die dort aufgepeppelt wurden haben alles noch gemuetlicher gemacht. Ausserdem konnte man keine Stunde auf dem Resortgelaende verbringen ohne mit einer leckeren Kleinigkeit ueberrascht zu werden bis hin zur Kokusnuss die frisch vom Baum gepflueckt wurde. Ich gebe zu das hoert sich jetzt alles nach All-Inclusive-Anlage an, aber ich baue einfach darauf, dass ihr mir in diesem Punkt vertraut.

Ach so, hatte ich letzten zwei Naechte geschrieben? Genau genommen war es nur eine. Das viel uns allerdings erst ein paar Stunden vor Abflug auf, denn der Flieger ging nach Mitternacht und da kann man ja auch mal mit dem Tag ins schleudern kommen. Was fuer eine Aufregung, vor allem in anbetracht der Tatsache, dass wir 13 Zugstunden von Kuala Lumpur entfernt waren.
Aber zum Glueck haben wir alle schnell geschaltet und so wurden die Beiden in nassen Badesachen ins naechste Flugzeug verfrachtet und alles war gut. Direkter kann man vom Strand wohl nicht nach Hause fliegen.
Aber ich wuerde sagen der Stress hat sich gelohnt und wir hatten wirklich verdammt viele Highlights auf unserer gemeinsamen Reise!

Jockel und ich haben dann da weiter gemacht und die groessten Anstrengungen des Tages bestanden darin die Insel oder den Strand zu wechseln. Malaysia hat schon noch ein paar Perlen versteckt, aber viele Ziele sind leider sehr ausgeschlachtet und oft vermuellt.
Hinzu kommt, dass gefuehlt 99,9% Malaysias aus Palmoelplantagen besteht. Sehr schade!

Ausgeruht konnten wir dann Bangkok auf uns wirken lassen und haben nichts ausgelassen.
So sitze ich hier jetzt mit Augenraendern und erhole mich von Maerkten, Schneidern, Shopping, Getraenken in schwindelerregender Hoehe (http://www.banyantree.com/bangkok/facilities/dining/vertigo.html) und endlich mal wieder Disco dancing (Zitat: Tuk Tuk Fahrer) mit LTJ Bukem!

Und jetzt noch ein letzter Punkt in eigener Sache:
Ich habe meinen Rueckflug gebucht und bin am 21. April wieder in der Heimat!
Also haltet euch die Terminkalender frei, ich kann es kaum erwarten alle wieder zu sehen!!!

Und bis dahin: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/?saved=1

Montag, 16. März 2009

Ich bin die Nr. 10 und schwimme mit den Barracudas

Es gibt einige Sachen die mir waehrend meiner Reise bevor standen und der Tauchkurs war auf jeden Fall unter den Top 5.
Monate vorher ist es leicht gesagt, dass man natuerlich gerne einen Tauchurlaub machen moechte und ich wuerde einfach schnell meinen Open Water Schein machen und dann ein wenig spaeter mit den anderen zusammen tauchen.
Umso naeher der Termin allerdings rueckte umso intensiver hab ich mich mit dem Gedanken versucht anzufreunden, dass es vielleicht nichts fuer mich ist, ich Panik kriegen koennte Unterwasser und dass es ja auch schoen ist zu schnorcheln. Man hat dann zumindest die Bootsfahrten und die Zeit zwischen den Tauchgaengen zusammen.
Da hatte ich aber die Rechnung ohne meine Herkunft gemacht. Und ich bin doch eine Nordseekrabbe!
Als haette ich mein Leben lang unter Wasser geatmet hab ich mich in den Untiefen (bis zu 25 Meter) bewegt wie eine Meerjungfrau. Na gut, fast!
Ehrlich gesagt hatte ich beim dritten Tauchgang das dringende Beduerfnis meinen Kopf ueber Wasser zu bringen und richtigen Sauerstoff zu atmen. Da hatte mein Lehrer allerdings was dagegen und hat mich runter gezogen. Ist ja auch nicht so gesund so schnell aufzutauchen und waehrend ich ueberlegt hab wie ich ihn schnellst moeglich von meinen Flossen kriege, hatte ich mich auch schon wieder eingekriegt.
Allerdings hat die Umgebung es einem auch sehr leicht gemacht denn es gab so viel zu sehen.
Als Highlight wuerde ich wohl das schwimmen mit und inmitten einer riesen grossen Barracuda Schule nennen.
Sipadan ist oder war zumindest eine der schoensten Tauchgebiete der Welt und fuer mich als blutiger Anfaenger natuerlich sehr ueberwaeltigend. Zudem hatten wir eine sehr passende Unterkunft auf einer alten Oelplattform inklusive Service eines 5 Sterne Hotels (http://www.seaventuresdive.com/). Ein gelungener Auftakt meiner Tauchkarriere auch wenn ich befuerchte, dass es schwer wird das zu toppen. Da kann die Nordsee leider einpacken.

Kaum durchgeatmet, schon finden wir uns in Kuala Lumpur wieder. Wuselig, stinkig, laut und dreckig. Aber im positiven Sinne...na gut, die Ratte im Hostelflur haette nicht sein muessen, aber es gibt viel zu sehen!
Und wenn man eine Aufheiterung braucht liest man sich einfach ein paar Schilder durch. Hier wird alles eingemalayischt. Taxi wird zu Teksi, Express zu ekspres und Counter Kaunter.
Herrlich!

Und hier die ersten Tage Asien in Bildern: http://www.flickr.com/photos/14669014@N03/

Montag, 9. März 2009

Ich bin ein sehr gluecklicher Mensch

Einen Berg zu besteigen, in diesem Fall den Mount Kinabalu (http://de.wikipedia.org/wiki/Kinabalu) ist schon eine sehr aufregende Angelegenheit. Vor allem wenn es hoch auf 4000 Meter geht und die letzten drei Stunden Nachts im Dunkeln bestritten werden. Am Tag zuvor ging es naemlich erstmal bis zum Basislager auf 3300 Meter wo man sich von den ersten sechs Kilometern Weg bergauf erholen konnte.
Um drei Uhr Nachts wurde dann weiter gestiefelt um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben. Bergsteigerprofis wie wir hatten natuerlich an nichts gedacht und so musste alles uebereinander gezogen werden um die naechtliche Kaelte einigermassen zu ueberstehen. Ausserdem liess die Beleuchtung stark zu wuenschen uebrig da keiner von uns an eine Taschenlampe gedacht hatte.
Natuerlich war mir klar, dass man mit Hoehenangst auf 4000 Meter schon Schwierigkeiten bekommen koennte, aber da ich es mittlerweile eher als gesunden Respekt vor der Hoehe betiteln wuerde, wurde mir erst mulmig als wir uns an Seilen ueber die glatte und vor allem sehr steile Felswand ziehen mussten.
Ich hab es geschafft, ich war ganz oben! Hab es dann allerdings bei morgengrauen vorgezogen schnell wieder den Rueckweg anzutreten da mir bei Rundumbeleuchtung erst das Ausmass der Hoehe und vor allem der Steilwand zur linken bewusst wurde.
Was dann kam war einer der wenigen Moment im Leben wo man sein Glueck kaum fassen kann. Da stand ich nun, dem Himmel so nah, die Welt zu meinen Fuessen und erfuellt von der Natur!
Da haben sich die schlottrigen Knie beim Abseilen und das tagelange Muskelkater in den Beinen unbedingt gelohnt!
Ganz bestimmt ein Ereignis das sich unter meinen Top 10 Naturerlebnissen wieder findet.

Aber dann sind da noch die Erlebnisse fuer die man keinen Berg besteigen, nicht aus einem Flugzeug springen oder alte Ruinen besichtigen muss.
Es sind die Alltaeglichkeiten die einen umgeben und zu denen man im normalfall doch so wenig Zugang hat. Und damit das nicht so bleibt gibt es Organisationen wie Miso Walai Homestay (http://www.misowalaihomestay.com/) die einem ermoeglichen in Familien zu wohnen und dabei die Natur Borneos zu erleben.
Umgesetzt sieht es dann so aus, dass man an einer Bruecke mitten im Nirgendwo aus einem Bus steigt, sich den Weg zu dem Hauptquartier bahnt, einen Plan fuer den naechsten Tag erhaelt und einer Familie zugewiesen wird.
Als wir dann zu unserem neuen zu Hause gebracht wurden war ich schon ganz schoen aufgeregt. Schliesslich sehen hier die meisten Haeuser von aussen doch recht einfach aus und manchmal kommt es einem so vor als waeren sie nur auf Stelzen gebaut damit man Platz fuer die Muellentsorgung hat.
Wenn man allerdings so herzlich empfangen wird wie wir von unserer Familie, dann kann man sich nur noch wohl fuehlen. Ich gebe zu die Bauweise, das essen mit den Haenden und die Toilette im Stil "Loch im Boden" sind ein wenig gewoehnungsbeduerftig, aber waehrend ein grosser Teil der Familie auf dem Boden geschlafen hat wurde das Tourizimmer sehr westlich eingerichtet.
Das Haus platzte allerdings auch aus allen Naehten da die Schwester mit ihren acht Kindern zu Besuch war und wir somit ueber zwanzig Personen waren. Ein Gluecksgriff fuer uns denn so war die Huette voll und immer was los!Abgerundet wurde das ganze mit einem Live Konzert auf der Veranda. Selten so schiefe Toene gehoert und mich dabei so amuesiert. Tanzkurs inklusive!
Ich koennte alleine ueber diese zwei Tage ein Buch aller meiner Eindruecke schreiben und da waeren die Dschungelfahrten auf dem Fluss oder die Wanderung durch Schlamm vorbei an Blutegeln noch nicht mit drin. Nur eins: Wir haben Nasenaffen gesehen! http://de.wikipedia.org/wiki/Nasenaffe
Die Zeit mit der Familie kommt mir jetzt fast ein wenig unwirklich vor und ich hoffe sehr, dass mir soviel wie moeglich davon in Erinnerung bleibt!
So etwas kann man mit keinem Geld der Welt kaufen!
Fotos folgen...