Einen Berg zu besteigen, in diesem Fall den Mount Kinabalu (http://de.wikipedia.org/wiki/Kinabalu) ist schon eine sehr aufregende Angelegenheit. Vor allem wenn es hoch auf 4000 Meter geht und die letzten drei Stunden Nachts im Dunkeln bestritten werden. Am Tag zuvor ging es naemlich erstmal bis zum Basislager auf 3300 Meter wo man sich von den ersten sechs Kilometern Weg bergauf erholen konnte.
Um drei Uhr Nachts wurde dann weiter gestiefelt um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben. Bergsteigerprofis wie wir hatten natuerlich an nichts gedacht und so musste alles uebereinander gezogen werden um die naechtliche Kaelte einigermassen zu ueberstehen. Ausserdem liess die Beleuchtung stark zu wuenschen uebrig da keiner von uns an eine Taschenlampe gedacht hatte.
Natuerlich war mir klar, dass man mit Hoehenangst auf 4000 Meter schon Schwierigkeiten bekommen koennte, aber da ich es mittlerweile eher als gesunden Respekt vor der Hoehe betiteln wuerde, wurde mir erst mulmig als wir uns an Seilen ueber die glatte und vor allem sehr steile Felswand ziehen mussten.
Ich hab es geschafft, ich war ganz oben! Hab es dann allerdings bei morgengrauen vorgezogen schnell wieder den Rueckweg anzutreten da mir bei Rundumbeleuchtung erst das Ausmass der Hoehe und vor allem der Steilwand zur linken bewusst wurde.
Was dann kam war einer der wenigen Moment im Leben wo man sein Glueck kaum fassen kann. Da stand ich nun, dem Himmel so nah, die Welt zu meinen Fuessen und erfuellt von der Natur!
Da haben sich die schlottrigen Knie beim Abseilen und das tagelange Muskelkater in den Beinen unbedingt gelohnt!
Ganz bestimmt ein Ereignis das sich unter meinen Top 10 Naturerlebnissen wieder findet.
Aber dann sind da noch die Erlebnisse fuer die man keinen Berg besteigen, nicht aus einem Flugzeug springen oder alte Ruinen besichtigen muss.
Es sind die Alltaeglichkeiten die einen umgeben und zu denen man im normalfall doch so wenig Zugang hat. Und damit das nicht so bleibt gibt es Organisationen wie Miso Walai Homestay (http://www.misowalaihomestay.com/) die einem ermoeglichen in Familien zu wohnen und dabei die Natur Borneos zu erleben.
Umgesetzt sieht es dann so aus, dass man an einer Bruecke mitten im Nirgendwo aus einem Bus steigt, sich den Weg zu dem Hauptquartier bahnt, einen Plan fuer den naechsten Tag erhaelt und einer Familie zugewiesen wird.
Als wir dann zu unserem neuen zu Hause gebracht wurden war ich schon ganz schoen aufgeregt. Schliesslich sehen hier die meisten Haeuser von aussen doch recht einfach aus und manchmal kommt es einem so vor als waeren sie nur auf Stelzen gebaut damit man Platz fuer die Muellentsorgung hat.
Wenn man allerdings so herzlich empfangen wird wie wir von unserer Familie, dann kann man sich nur noch wohl fuehlen. Ich gebe zu die Bauweise, das essen mit den Haenden und die Toilette im Stil "Loch im Boden" sind ein wenig gewoehnungsbeduerftig, aber waehrend ein grosser Teil der Familie auf dem Boden geschlafen hat wurde das Tourizimmer sehr westlich eingerichtet.
Das Haus platzte allerdings auch aus allen Naehten da die Schwester mit ihren acht Kindern zu Besuch war und wir somit ueber zwanzig Personen waren. Ein Gluecksgriff fuer uns denn so war die Huette voll und immer was los!Abgerundet wurde das ganze mit einem Live Konzert auf der Veranda. Selten so schiefe Toene gehoert und mich dabei so amuesiert. Tanzkurs inklusive!
Ich koennte alleine ueber diese zwei Tage ein Buch aller meiner Eindruecke schreiben und da waeren die Dschungelfahrten auf dem Fluss oder die Wanderung durch Schlamm vorbei an Blutegeln noch nicht mit drin. Nur eins: Wir haben Nasenaffen gesehen! http://de.wikipedia.org/wiki/Nasenaffe
Die Zeit mit der Familie kommt mir jetzt fast ein wenig unwirklich vor und ich hoffe sehr, dass mir soviel wie moeglich davon in Erinnerung bleibt!
So etwas kann man mit keinem Geld der Welt kaufen!
Fotos folgen...
Montag, 9. März 2009
Ich bin ein sehr gluecklicher Mensch
Labels:
Malaysia
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