Mittwoch, 23. Juli 2008

San Cristóbal de las Casas - Chiapas

San Cristóbal de las Casas in Chiapas beeindruckt mich sehr! Es liegt auf 2100 m Hoehe und ist nicht nur wunderschoen sondern auch sehr interessant da sich hier koloniale Vergangenheit mit Indígena-Volksgruppen mischt. Man sieht viele tolle, bunte Trachten und hoert die unterschiedlichsten Sprachen die nichts mit dem Spanischen gemeinsam haben.

Ausserdem ist es ein hervorragender Ausgangspunkt fuer diverse Touren.
So war ich schon mit dem Fahrrad unterwegs, was angesichts der Berge rundherum keine Gute Idee war. Leider haben fuenf Wochen ohne Sport sich anscheinend schon extrem auf meine Kondition ausgewirkt. Allerdings habe ich so Doerfer gesehen die man mit dem Auto nicht befahren kann und war sehr ueberrascht von den Dingen die ich zu sehen bekommen habe.
Die Landbevoelkerung lebt zum groessten Teil in den einfachsten Verhaeltnissen, die Haueser bestehen nur aus einem Bretterverschlag und im Garten wird ein wenig Gemuese angebaut und ein paar Tiere gehalten.
Trotzdem haben die Leute eine so positive Ausstrahlung und scheinen so zufrieden, dass ich mich richtig geschaemt hatte ihnen mit so viel Mitleid entgegen zu treten nur weil ihnen so viele materielle Dinge zu fehlen scheinen.

Dieser Eindruck wurde durch meinen gestrigen Ausflug noch bestaerkt als ich eine gefuehrte Tour in zwei umliegende Tzotziles (eine Maya-Untergruppe) Doerfer gemacht habe. Der Grossvater unseres Guides kam aus so einer Gemeinschaft und ich hatte das Gefuehl, dass es ihm weniger nur darum ging durch den Tourismus Geld zu machen als vielmehr darum den Menschen mitzuteilen, dass die Indígena-Gruppen toleriert werden sollten wie sie sind und vor allem Anerkennung bekommen fuer ihre Kulutur und dem staendigen Kampf darum diese zu erhalten.
Ich gebe zu, dass es fuer mich auch ein wenig befremdlich war in der Dorfkirche zu sehen wie Pulsleser Huehner opferten um ihre Patienten zu heilen, aber mit der vorherigen Einleitung und der Erklaerung der Hintergruende bewundere ich sie dafuer wie sie ihre Gemeinschaft fuehren und an ihren Maya Wurzeln festhalten. Ausserdem hab ich mich in einer Kirche noch nie so wohl gefuehlt. Es gibt keine Kirchenbaenke, keine Orgel, weder Kanzel noch Beichtstuehle. Stattdessen brennen auf dem gruenen Fliesenboden, der mit duftenden Piniennadeln bestreut ist, hunderte Kerzen. Jeder kann kommen und gehen wann er will und alte Maya-Rituale werden froehlich mit den Braeuchen des katholischen Glaubens vermischt.
Leider ist das Dorf sehr beliebt fuer Touren dieser Art und nicht alle haben so einen guten Guide wie wir und so war es sehr traurig zu beobachten wie viele Touristen durch ihre Neugier die Zeremonien stoerten und die Dorfbevoelkerung sich wie Affen im Zoo fuehlen mussten.

Abgerundet wurde mein Aufenthalt heute mit einer Fahrt durch eine der tiefsten Flussschluchten der Welt die in einem Stausee mit Kraftwerk endet.
Morgen geht es dann weiter auf den Spuren der Maya nach Palenque.

1 Kommentar:

Stefan hat gesagt…

Du bist morgen in Palenque???? Da musst Du Dir unbedingt die große berühmt-berüchtigte "Grabplatte von Palenque" anschauen!!! Da bin ich aber sehr sehr neidisch! Noch vor Knossos gab es dort ja sogar eine Kanalisation und unterirdische Wasserbecken, die angelegt worden sind. Das ganze Terretorium steckt voller kleiner Wunder!